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Gong

aus: Frankreich; Australien; Großbritannien


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Bemerkungen


Die Legende will es, daß Daevid Allen (geb. 1938 in Melbourne) zu Ostern 1966 in einer Vollmondnacht eine Vision hatte, die sein Leben und das seiner zukünftigen Hörer verändern sollte. In dieser Vision, von der er den Eindruck hatte, daß sie von einer höheren, extraterrestrischen Intelligenz (namens "Octave Doctor") gesteuert wurde, sah sich Allen auf einer Bühne, vor großem Publikum, umgeben von einem Kegel aus ätherischem Licht ... Details möge der interessierte Leser auf der Gong-Website nachlesen. Dieses Ereignis war es aber angeblich, welches in Mr. Allen die Saat legte, die ihn zum Rockmusiker werden ließ.

Nun, ob Allen wirklich eine Vision hatte oder ob das Ganze zu seinem esoterisch-magischen (Geschäfts)Konzept gehört, sei dahin gestellt, jedenfalls war Allen im Oktober 1966 in der Gründungsbesetzung von Soft Machine zu finden. Allerdings war er schon vorher musikalisch aktiv, u.a. mit dem Daevid Allen Trio, zusammen mit Hugh Hopper und Robert Wyatt (manchmal auch mit Mike Ratledge als Gast).

Im Sommer 1967 waren Soft Machine an einem Theaterprojekt in St. Tropez beteiligt. Auf der Rückreise nach England stellten die britischen Zöllner fest, dass Allens Visum abgelaufen war. Allen kehrte erst einmal nach Frankreich zurück, gerade rechtzeitig um in die 68er Studentenunruhen in Paris zu geraten. Im Juli 1968 unterschrieben Allen und seine damalige Lebensgefährtin, die Dichterin und Sängerin Gilli Smyth, einen Vertrag mit Jean Karakos und dessen BYG-Label, und beide machten sich daran eine Band zusammenzustellen, die eine erste LP aufnehmen sollte.

Nach mehreren "Fluchten" nach Mallorca, wo die beiden auch den Saxofonisten Didier Malherbe kennenlernten (der dort angeblich in der Höhle eines Ziegenhirten hauste) entstand schließlich eine Band, die nicht nur im Laufe des Jahres 1969 eine LP einspielte, sondern auch den Namen Gong annahm und unter diesem im Oktober desselben Jahres auf dem Amougies Jazz Festival auftrat. Kurz darauf erschien auch die "Magick Brother" genannte LP (1970). In den nächsten fünf Jahren erschienen 5 weitere Gong-LPs, darunter die "Radio Gnome Invisible Trilogie", bestehend aus "Flying Teapot", "Angel's Egg" und "You". Die letzteren beiden wurden von der "klassischen" Gong-Besetzung Allen, Smyth, Malherbe, Hillage, Blake, Howlett und Moerlen eingespielt. Die Band hauste in einem Bauernhof im Süden Frankreichs und war in ganz Europa live unterwegs.

Nach der Veröffentlichung von "You" brachen Gong auseinander. Zuerst verließ Pierre Moerlen die Band, dann Gilli Smyth und schließlich auch Bandgründer Allen und Keyboarder Blake. Die Restband um Malherbe, Hillage und Howlett hielt sich einige Zeit am Leben, spielte Konzerte mit diversen Aushilfsgästen, war aber kurz davor ganz auseinander zu fallen (Hillage nahm z.B. seine erste Solo-LP "Fish Rising" auf), als das Plattenlabel der Band Pierre Moerlen anbot, in die Gruppe zurückzukehren und die Führungsposition zu übernehmen (vor allem wohl deshalb, damit bestehende Plattenverträge erfüllt werden konnten). Unter Führung von Moerlen entstanden, mit wechselnder Besetzung, drei weitere Gong-LPs. Nach einer kurzen Reunion der Radio Gnome-Besetzung (für ein Konzert, welches auf der LP "Gong Est Mort, Vive Gong!" festgehalten ist) und der Veröffentlichung von "Expresso II" war das Kapitel Gong aber erst einmal beendet. Oder doch nicht ganz - Allen und Smyth taten sich mit den Hippie-Freerockern von "Here & Now" als "Planet Gong" zusammen, und Pierre Moerlen gründete seine eigene Version von Gong: Pierre Moerlen's Gong. Danach wird die Geschichte reichlich unübersichtlich, existierten doch nach- und nebeneinander verschiedene Formationen, die das Wort "Gong" irgendwo im Namen führten: Planet Gong, New York Gong, Gongmaison, Gilli Smyth's Mother Gong und natürlich Pierre Moerlen's Gong.

Seit Anfang der 90er gibt es Gong wieder. Zuerst wohl nur um das 25jährige Bandjubiläum zu feiern, stellte Allen eine "originale" Gongbesetzung zusammen. Danach trat immer mal wieder eine Version von Gong live in Erscheinung. Zudem erschienen weitere Studioalben: "Shapeshifter" ( 1997), "Zero to infinity" (2000) "Acid Motherhood" (2004), "2032" (2009) und "I see you" (2014). Im März 2015 verstarb Daevid Allen nach einem längeren Krebsleiden.

(Achim Breiling)

Leitfaden


Gong-Eintrag im Leitfaden "Canterbury"

Personell verwandte Bands (Pfadfinder)


Daevid Allen; Arzachel; Tim Blake; Bruford; Delivery; The Fusion Syndicate; Pierre Moerlen's Gong; Gongzilla; Hatfield and the North; Dashiell Hedayat; Here & Now; Russell Hibbs & Daevid Allen; Steve Hillage; Allan Holdsworth; 'Igginbottom; Jade Warrior; Khan; Didier Malherbe / Loy Ehrlich; Mother Gong; National Health; Jorge Pinchevsky; Planet Gong; Pip Pyle; Soft Heap; Soft Machine; Spirits Burning; Spirits Burning & Clearlight; Tempest (70s); Theo Travis; UK; Univeria Zekt; University Of Errors; Uriel

Alle besprochenen Veröffentlichungen von Gong

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Magick Brother 10.00 2
1971 Continental Circus 9.00 1
1971 Camembert Electrique 10.50 2
1973 Angel's Egg 11.67 3
1973 Flying Teapot 11.00 2
1974 You 12.25 4
1975 Shamal 10.00 2
1976 Gazeuse! 10.00 2
1977 Gong Est Mort, Vive Gong! 13.00 1
1977 Gong Live etc. 10.00 1
1978 Expresso II 8.00 1
1990 Live at Sheffield 74 10.00 1
1990 Live au Bataclan - 1973 9.00 1
1993 Live on TV 1990 9.00 2
1994 25th Birthday Party 11.00 1
1995 Paragong Live ´73 9.00 1
1995 Camembert Eclectique 8.00 1
1997 The Peel Sessions 11.00 1
1997 Shapeshifter 10.00 1
2000 Live 2 infinitea 10.00 1
2000 Zero to infinity 10.00 1
2002 Radio Gnome Invisible - 1
2002 High above the subterania club 2000 (DVD) 11.00 1
2003 The World of Gong and Daevid Allen - 1
2004 Acid Motherhood 12.00 1
2005 Live in Sherwood Forest '75 12.00 1
2006 In The Seventies 10.00 1
2009 2032 9.00 1
2013 Sheffield City Hall 1976 10.00 1
2014 I See You 10.50 2
2016 Rejoice! I'm dead! 12.00 1

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