Barclay James Harvest
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Bemerkungen
Die Geschichte von Barclay James Harvest beginnt in den frühen Sechzigern mit dem Zusammenschluss der beiden Bands "The Keepers" (früher "The Sorcerers") und "Heart And Soul And The Wickeds", in denen zum einen John Lees und Stuart "Woolly" Wolstenholme, zum andern Les Holroyd und Mel Pritchard spielten. Nach dem Zusammengehen nannte man sich zunächst "The Blues Keepers", aber nachdem man schließlich zum Quartett geschrumpft war, wurde 1967 der Fantasiename "Barclay James Harvest" zum neuen Bandnamen erwählt.
In den Jahren 1968 und 1969 veröffentlichte die Gruppe einige Singles, um letztendlich als eine der ersten Bands beim legendären Harvest-Label zu landen, das aber in keinem Zusammenhang mit dem Bandnamen steht. Zu Beginn experimentierten BJH mit neuen Einflüssen jenseits der traditionellen Rockinstrumentierung und benutzen Bläser und Streicher zur Ergänzung ihres orchestralen Classic Rock-Sounds. Zudem verwendeten sie sehr früh das Mellotron, um damit dem Klangbild noch mehr Fülle zu verleihen. Die ersten Alben ("Once again", "Barclay James Harvest and other short stories") wurden komplett mit Orchester eingespielt, mit dem man auch auf eine finanziell ruinöse Tour ging. Steigende Schulden und ein nicht gerade gutes Verhältnis zu Harvest führten schließlich 1973 zum Verlust des Plattenvertrages.
Doch zum Glück gab es bei Polydor einen neuen Vertrag. Ab diesem Zeitpunkt begann der kommerzielle Aufstieg mit Alben wie "Everyone is everbody else" (1974), "Time honoured ghosts" (1975), "Octoberon" (1976) und dem Doppelalbum "Live" (1974), mit denen der erste Charteinstieg gelang. Dem anfänglichen Erfolg in der Heimat folgten bald Tourneen durch die USA, wo der Band aber der Durchbruch nie gelingen sollte, sowie durch die damalige Bundesrepublik, die in den kommenden Jahren ihr größter Markt war. Mit dem 1977 veröffentlichten "Gone to earth" eroberten BJH die deutschen Charts und legten 1978 mit "XII" einen ebenfalls gelungenen Nachfolger nach. Doch aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die musikalische Richtung verließ Woolly Wolstenholme 1979 die Band. In Trio-Formation mit zusätzlich angeheuerten Sessionmusikern eingespielt zeigte "Eyes of the universe", das erste Album nach dem Weggang von Wolstenholme, die neue musikalische Richtung, die weniger komplex, wesentlich kommerzieller ausgerichtet war. Dies mündete in spektakulären Verkäufen in Europa, wo man mit über einer halben Million verkaufter Alben schnell Platinstatus erreichte. Der Höhepunkt war ein kostenloses Konzert am 30. August 1980 vor dem Berliner Reichstag mit 175.000 Zuschauern.
In den folgenden Jahren erreichte die Gruppe zwar immer noch beachtliche Verkaufszahlen, doch verlor die Musik immer mehr an Gehalt. Am 14. Juli 1987 spielten BJH als erste westliche Rockband ein Open Air im Ostberliner Treptower Park vor 170.000 Zuschauern, wohingegen die Gruppe in den 90ern langsam aber stetig sowohl qualitativ abbaute als auch von den Verkaufszahlen her immer mehr von der Bildfläche verschwand. Ende der 90er taten sich John Lees und Wolly Wolstenholme wieder zusammen, um gemeinsam ein Album unter dem Bandwurmnamen "Barclay James Harvest Through The Eyes Of John Lees" zu veröffentlichen und mit älterem Material wieder auf Tour zu gehen.
(Kristian Selm)
Leitfaden
Barclay James Harvest-Eintrag im Leitfaden "Progverwandter Rock und Pop der 70er"
Personell verwandte Bands (Pfadfinder)
Robert John Godfrey; Mandalaband; Woolly Wolstenholme
Alle besprochenen Veröffentlichungen von Barclay James Harvest
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