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Love Sculpture

aus: Großbritannien


Bemerkungen


Als Mitte bis Ende der 60er Jahre die britischen Plattenlabels verzweifelt auf der Suche nach "the next big thing" waren, kamen auch Love Sculpture in das Visier der A&R-Manager.

Die Geschichte beginnt Mitte der 60er Jahre in Wales. Das Trio The Image, bestehend aus Gitarrist Dave Edmunds, Bassist John Williams und Schlagzeuger Tommy Riley, nimmt einige Demos auf. Dadurch wurde das Interesse der EMI geweckt. Auf deren Columbia Label wurde 1967 die erste Single "Morning Dew" veröffentlicht. Der Bandname wurde in The Human Beans geändert, weil man sich davon mehr Aufmerksamkeit in der immer größer werdenden Psychedelic-Szene versprach. Allerdings sollte auch der Markt des "Second Wave of British Blues" bedient werden, also musste Edmunds, der alles andere als ein Bluesgitarrist war, erst über 40 Bluesstandards üben, um ein Gefühl für die gewünschte Musik zu entwickeln. Heraus kam schließlich eine seltsame Mischung aus Blues und Früh-Psychedelic.

Anfang 1968 erschien eine weitere Single - "River to Another Day" - jetzt schon unter dem abermals geänderten Namen Love Sculpture. Beide Singles waren allerdings kein großer Erfolg und so verließ Drummer Riley die Band. Sein Ersatz wurde Bob "Congo" Jones, das "klassische" Love Sculpture-LineUp war geboren.

Das Management hatte trotzdem des kommerziellen Misserfolgs vertrauen in Love Sculpture und ermöglichte die Aufnahme des ersten Albums "Blues Helping". Allerdings durfte Edmunds keine seiner Eigenkompositionen unterbringen. Um vom britischen Bluesboom von Bands wie Fleetwood Mac, Savoy Brown und Chicken Shack zu profitieren, wurden ausnahmslos Klassiker und Standards ausgewählt, die die Band covern sollte. Lediglich das Arrangement durfte verändert werden. Trotzdem ist "Blues Helping" ein herausragendes Blues-Album geworden, welches eben gerade von den ungewöhnlichen Arrangements bekannter Titel und dem formidablen Gitarrenspiel Dave Edmunds lebt.

Nach dem Erfolg von "Blues Helping" hatte die Band mehr Freiheiten und schuf mit dem Nachfolger "Forms and Feelings" einen Klassiker des Psychedelic-Rocks. Insbesondere das Instrumental "Sabre Dance", eine Klassik-Interpretation, ist bis heute mit dem Namen Love Sculpture und Dave Edmunds verbunden.

In der Folge wurde Drummer Jones kurzzeitig von Terry Williams, der später bei den Walisern Man spielte, ersetzt. Mit Man verband die Musiker ohnehin eine Freundschaft, so trat man regelmäßig bei deren "Christmas Events" auf. Nach halbherzigen Versuchen ein weiteres Album aufzunehmen lösten sich Love Sculpture allerdings auf. Dave Edmunds startete mit dem Single-Hit "I hear you knocking" eine erfolgreiche Solokarriere, in der sich allerdings ausschließlich dem klassischen Rock'n'Roll in der Tradition von Chuck Berry widmete. Er wurde einer der erfolgreichsten Künstler auf dem Swan Song-Label von Led Zeppelin. Parallel zu seiner Solokarriere spielte er live immer wieder mit der Pub-Rock-Band Rockpile (u.a. mit Nick Lowe am Bass). Edmunds ist immer noch live aktiv, allerdings gibt es seit Mitte der 90er Jahre kein neues Material mehr von ihm.

Was aus den anderen Love Sculpture-Musikern wurde ist nicht überliefert.

(Thomas Kohlruß)

Alle besprochenen Veröffentlichungen von Love Sculpture

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Blues Helping - 1
1969 Forms and Feelings 12.00 1

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