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Charles Snider

The Strawberry Bricks Guide to Progressive Rock



The Strawberry Bricks Guide to Progressive Rock

Informationen

Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 978-0-6151-7566-9
Verlag: Strawberry Bricks
Verlagsort:


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Meldet sich doch neulich Charles Snider von progressiverock.com bei mir: Er habe ein Buch geschrieben, ob mich das vielleicht interessieren könnte. Ja, klar - ich habs schon längst. Und eine Rezension folgt auf dem Fuß!

Sniders Buch bringt nach einer allgemeinen Einleitung zum Prog (Phänomen, Entwicklung, Stile) eine chronologisch geordnete Reihe von Plattenbesprechungen (von 1967 bis 1979) - eine Idee die ebenso einleuchtend ist wie simpel, und man wundert sich doch ein wenig, warum es so etwas bisher nicht gegeben hat - vermittelt es doch vor allem dem Spätgeborenen einen ganz anderen Einblick in die klassische Zeit des Prog!

Die Besprechungen enthalten mit sicherer Hand gefällte Urteile. Jeder, der sich im Genre gut auskennt, wird Snider in den meisten Fällen rechtgeben. Allerdings hapert es etwas bei den Begründungen. Snider ist zwar keiner, der aus überschäumender Begeisterung blinde Fanurteile abgibt, im Gegenteil, aber manche Besprechung ist einfach zu oberflächlich. Allzu oft erfährt man nur, dass die Musik so richtig donnert, rockt oder düster ist, Anderes ist gar grottenfalsch: So ist "Knots" von Gentle Giant weder "purely atonal" noch eine "a cappella weirdness". Zu "Thick as a Brick" heißt es: "This isn't a bunch of discrete sections strung together" - doch! Genau das ist "Thick as a Brick". Mir ist das zu wenig genau hingehört, besonders dann, wenn der Rest des Textes weitläufig über die Musiker erzählt oder gar über frühere oder spätere Alben referiert und man sonst nichts über die Platte erfährt. Solche Nebensächlich- oder Selbstverständlichkeiten gibt es nämlich leider zuhauf: So erfährt man hie und da, welcher Musiker vor den Aufnahmen zu diesem Album ausgestiegen ist. Oder man liest bei der Besprechung einer italienischen Scheibe erstmal ausführlich über die Tatsache, dass es in Italien auch Prog gegeben hat. Dazu kommen hier mal Daten (Bandgründungen, Umbesetzungen), die dort wiederum fehlen. All das macht einen etwas unsystematischen Eindruck und, viel wichtiger, es nimmt dem Platz weg, woran es dem 360-Seiter mangelt: einem tieferen Eindringen in das Musikalische.

Einen Eindruck von Sniders Texten kann man sich auf der Website seiner Timeline verschaffen: Dort sind auch viele Texte des Buches bereits veröffentlicht. Allerdings gibt es im Buch wie auf der Website Rezensionen, die sich im jeweils anderen Medium nicht finden.

Bei all den Mängeln, die Sniders theoretischen Background betreffen, ist sein Urteil wie gesagt sehr sicher, trauen kann man ihm und seinen Empfehlungen. Insofern rate ich keinesfalls vom Kauf dieses Buches ab, im Gegenteil. Zu empfehlen ist es vor allem Einsteigern, die eher nach Kaufempfehlungen als nach Analysen suchen. Andererseits gibt es da ja auch noch diese kostenlose Website in dem komischen Blau, wie hieß die noch...

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Von: Nik Brückner


Vor ziemlich genau ungefähr zehn Jahren ist Charles Sniders "The Strawberry Bricks Guide to Progressive Rock" erschienen, eine Art chronologisch geordnete Reihe von Rezensionen essenzieller Werke unseres Genres, die zwischen 1967 und 1979 erschienen sind - eine ebenso simple wie einleuchtende Idee, und man wunderte sich doch sehr, warum es so etwas bis dato nicht gegeben hatte. Snider, ein Kind ebendieser Zeit, vermittelte seinen Lesern auf diese Weise ein recht authentisches Gefühl dafür, wie es gewesen sein muss, die formativen Jahre unseres Genres mitzuerleben.

Nun, zehn Jahre später, hat er sein Werk erweitert. Verdoppelt, um genau zu sein. Ein Ü-600-Seiter liegt nun vor. Das allein ist aller Ehren wert, denkt man nur an die Recherchearbeit, die Schreibarbeit, die Korrekturarbeit etc. Verdoppelt? Ja klar! Schließlich endete der Prog nicht 1979, es gibt ihn, rechnen wir mal seit 1967 (was man nicht muss), mittlerweile seit fünfzig Jahren.

Verfünffachen hätte er sein Buch müssen...

Erste Überraschung: Snider hat das Zeitfenster zwar tatsächlich erweitert, aber nur bis 1982 (Asias Debütalbum). Dazu weiter unten mehr. Wie kommt also der Zuwachs zustande? Nun, Snider ist in die Breite gegangen: Listete er vor zehn Jahren noch 27 Alben aus dem Jahr 1972, sind es nun, in der zweiten Auflage, 46 (hinzugekommen sind interessanterweise vor allem Alben deutscher Bands). Ähnliches gilt auch für die anderen Jahre, neu hinzugekommen ist, wie gesagt, lediglich die Zeit von 1980 bis 1982.

Neu sind auch die so genannten Portraits, kondensierte Interviews mit Genregrößen, die die Frühzeit des Progressive Rock reflektieren. Darunter finden sich so illustre Namen wie Martin Barre, Derek Shulman, John Wetton und Steve Hillage, aber auch Christian Grumbkow, Ciro Perrino oder Lüül Ulbrich äußern sich. Eine schöne, wertvolle Ergänzung, die die Zeit noch einmal aus der Sicht der Musiker reflektiert.

Die (von Snider ausführlich begründete) Auswahl der Alben geht vollkommen in Ordnung, sicherlich wird jede(r), der/die sich im Prog der 70er einigermaßen auskennt, mit Snider weitgehend übereinstimmen. Was die Besprechungen selbst angeht, so haben sich diese in ihrem Duktus nicht verändert: Sie enthalten mit sicherer Hand gefällte Urteile, auch dabei wird man Snider in den meisten Fällen rechtgeben. Auch die Daten, auf die Snider sich stützt, sind weitgehend sicher recherchiert. Erholsam ist zudem, dass Snider nicht zu denen gehört, die aus überschäumender Begeisterung blinde Fanurteile abgeben. Leider bleibt aber auch in der Neuauflage manche Besprechung einfach zu oberflächlich. Das geht so weit, dass man zwar sehr viel und sehr viel Richtiges über die jeweilige Bandgeschichte erfährt, oft aber kaum etwas (und manchmal gar nichts) darüber, welche Musik auf einem Album zu hören ist. Zeigt sich hier wieder einmal das alte Problem des Rockjournalismus: Schreib' bloß nichts über Musik, sonst laufen Dir die Leser weg...?

Einiges davon hängt mit Sniders Definition von Progressive Rock zusammen. Zwar erwähnt er technische Virtuosität, ausgedehnte Kompositionen, eine Mischung verschiedener stilistischer Einflüsse, und die daraus resultierende Herausforderung für den Hörer, aber er bringt das Ganze dann nicht auf den Punkt. Angesichts der doch sehr verschiedenen Ausprägungen unseres Genres gibt er auf, und nennt einen Definitionsversuch "pointless". Das muss er allerdings nicht sein. Hat man sich mal vom Konzept der Progressivität verabschiedet, und betrachtet den Prog als Stil, wirft dann als nächstes die ganzen nur scheinbar so prägnanten Oberflächenphänomene wie Longtracks, virtuoses Spiel und rockfremde Instrumente über Bord, kann man nämlich sehr wohl zu einem brauchbaren gemeinsamen Nenner für die vielen verschiedenen Spielarten des Progressive Rock kommen. Dann ist der Prog eine postmoderne Richtung populärer Musik, die mit dem musikalischen Mittel der (vor allem strukturellen, harmonischen, melodischen, rhythmischen und stilistischen) Komplexität versucht, (aus Gründen wie z. B. der Suche nach einem Anschluss an andere Musikrichtungen, einer (kritischen) Selbstreflexion oder Humor und Ironie) selbstreferenzielle Verweise und/oder intertextuelle Bezüge zu anderen Musikrichtungen, Komponisten/Bands, Alben oder einzelnen Stücken herzustellen und diese dem Hörer bewusst zu machen, durch die Verwendung (vor allem) kompositorischer Mittel Überraschungseffekte zu erzielen und dadurch eine Interpretation des Gehörten in die Zeit nach dem Hören zu verlegen (anders als z. B. im wiederholungsbasierten Pop), wodurch beim Publikum der Eindruck einer für Pop- und Rockmusik ungewöhnlichen Kühnheit und Fortschrittlichkeit bzw. Überlegenheit, eines erhöhten Anspruchs an die Aufmerksamkeit und einer ungewöhnlichen Intellektualität entstehen kann, entsteht oder entstehen soll. Na?

Snider macht es sich einfacher: Er definiert Progressive Rock als die Rockmusik, die von Männern (!) gemacht wurde, die 1947 (+/- drei Jahre) geboren wurden. Dagmar Krause, Neal Morse, Ben Levin und Leslie Hunt dürften da anderer Meinung sein. Aber so erklärt sich eben das Zeitfenster, das Snider wählt: 1967 bis 1982. Ach, und am Ende käme man wohl auch mit einer anderen Definition zur gleichen Auswahl.

Mit seiner Definition von Prog muss er dann auch nicht erklären, warum es heute noch Progressive Rock gibt. Und das ist das zweite Problem, das ich mit diesem Buch habe: So sehr ich den klassischen Prog der 70er liebe (ich bin der größte Yes- und ELP-Fan, der rumläuft) - es ist jetzt langsam mal gut mit der Aufarbeitung dieser Phase. Mal ehrlich, alles was ich über diese Zeit nicht weiß, sind Dinge, die ich eh nicht mehr wissen will. Es wird Zeit, dass wir uns einiger Tatsachen bewusst werden: Zum einen der, dass der Progressive Rock nicht um 1980 gekreuzigt wurde, um 1992 wieder aufzuerstehen, und zum anderen der, dass es heute mehr Progressive Rock gibt, als zu jeder anderen Zeit in der Menschheitsgeschichte - die 1970er eingeschlossen. Der Strawberry Bricks Guide to Progressive Rock ist ein tolles Buch über die 70er - aber wichtiger wäre eins über den Progressive Rock seit den 70ern.

Dass wir in den 80ern dachten, es gebe jenseits von Marillion und deren Rockzipfelbands keinen Prog, liegt lediglich daran, dass wir mit den Mitteln, die uns damals zur Verfügung standen (Rockmagazine und Mailorderkataloge), an den Prog dieser Zeit nicht herankamen. Der fand nämlich in belgischen Avantgarde-Zirkeln und in Japan statt. Dort fand er aber statt, das lässt sich heute, mit Hilfe des Internets kinderleicht nachvollziehen, und es wird Zeit, das endlich mal zu tun. Und deshalb hoffe ich, dass Charles Snider, nachdem er den Strawberry Brick Guide zu den formativen Jahren des Genres nun perfektioniert hat, sich als nächstes der jüngeren Gegenwart zuwendet - immerhin ist Rockmusik doch vor allem deshalb spannend, weil sie immer ein Kind ihrer jeweiligen Gegenwart ist - und, allen Retrophänomenen zum Trotz - nur sehr selten ein beachtenswerter Verwalter von Nostalgie.

Die Gründe, die Snider für das Verschwinden der Progressive Rock aus dem Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit (denn das war es, und kein Untergang des Genres selbst) angibt, sind im Übrigen ganz richtig: Eine neue Generation von Musikern machte eine neue Musik für eine neue Generation von Hörern, die Musikindustrie hatte sich radikal verändert, die Prog-Bands wurden älter und veröffentlichten nicht mehr im gleichen Takt wie einst. Bedenkt man noch die Entwicklung des Ölpreises Ende der 70er (Vinyl!), die Tatsache, dass das Genre selbst um 1975 herum ins Straucheln kam, als die großen Progbands (Floyd, Genesis, Yes, ELP) gerade indisponiert waren, und die Rolle neuer Bands wie Supertramp, Roxy Music, Queen, Saga, Styx, Kansas und Rush, die damals den Prog nahmen, und anstatt sperriger Epen druckvolle Fünfminüter fürs Radio daraus machten, und die damit dem Prog das Wasser abgruben, dann wird das Bild rund. Mit Sniders Buch kann man diese Entwicklung sehr gut nachvollziehen (auch wenn er die Schlussfolgerungen selbst nicht immer so gut auf den Punkt bringt, wie das möglich wäre).

Fazit: Snider nennt District 97, das ist gut, richtig und wichtig. Sie sollten in seinem nächsten Buch ausführlich gefeaturet werden. Solang es noch nicht soweit ist, bleibt auch die zweite Auflage des Strawberry Bricks Guide to Progressive Rock ein tolles Referenzwerk zum Progressive Rock der 1970er Jahre, das durch seine chronologische Anordnung vor allem Einsteigern dienen kann, die eher nach Kaufempfehlungen als nach Analysen suchen. Aber auch alte Hasen dürften sich freuen, das eine oder andere Detail zu entdecken, das ihnen noch unbekannt war. Dies gilt vor allem für die vielen neu hinzugekommenen Alben aus der zweiten und dritten Reihe, über die man nicht ohne weiteres viel in Erfahrung bringen kann. Zudem ist Sniders Urteil wie gesagt sehr sicher, man kann ihm und seinen Empfehlungen stets trauen. Und meinen auch: Empfehlung!

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