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Archie Patterson

eurock. European Rock & the Second Culture



eurock. European Rock & the Second Culture

Informationen

Erscheinungsjahr: 2002
ISBN: 0-9723098-0-2
Verlag: Eurock Publications
Verlagsort: Portland, Oregon


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Archie Patterson ist der Macher einer Zeitschrift namens "Eurock", die ab 1973 die wunderliche europäische Rockszene in der von dieser weitgehend unbefleckten Neuen Welt bekanntmachte. Ein paar japanische und sonstige außereuropäische Bands sind auch dabei. Die Zeitschrift werden hierzulande nur Wenige kennen, aber vielleicht hat der Eine oder die Andere die Box "Supernatural Fairy Tales" zuhause, die wurde von Patterson zusammengestellt.

Patterson ist einer, der seit den späten Sechzigern die gesamte Entwicklung mit Aufstieg und Niedergang, Avantgarde-Underground und Pop-Prog sowie Wiederauferstehung und Ausdifferenzierung miterlebt und begleitet hat. Schon allein damit kann der Mann als kompetenter Kenner "unserer" Musik gelten - und das merkt man seinem Buch an.

"eurock", ein 700seitiger Wälzer, enthält sämtliche größere Artikel des Magazins, viele davon aus Pattersons eigener Feder - und mit den Mainstreambands wie Yes, Genesis oder ELP hält er sich gar nicht erst auf. Der Band beginnt mit Amon Düül und endet mit Savage Rose, dazwischen finden sich bekannte Namen wie Tangerine Dream, Nektar, Can, Kraftwerk, Neu!, Faust, Magma, Osanna, Ange, Heldon, SBB, Le Orme, Omega, Art Zoyd, Univers Zero, Eskaton, Henry Cow, aber auch unbekanntere wie Sensations Fix, Wapassou, Uli Trepte, Jukka Tolonen, Niemen, Shub Niggurath, Stormy Six, Ariel Kalma, Far out, Bi Kyo Ran, Dominique Lawalree, Uakti und und und.

All diese Künstler werden mit Bandhistories oder Plattenreviews bedacht, in vielen Fällen sogar mit beidem. Dazu kommen viele Interviews mit relevanten Musikern der Szene, draunter Christian und Stella Vander, Richard Pinhas, Elio D'Anna, Holger Czukay, Klaus Schulze und Edgar Froese. Das Schönste an diesen Interviews sind die Fragen - was waren das für Zeiten, als man Musiker fragte "what is the difference between originality and communication", "how would you define culture" oder (die Frage der Fragen) "Can pop music be non-political" - und eine Antwort bekam!

Hin und wieder sind Länderübersichten eingefügt, hier wird dann gleich eine ganze Reihe von Bands in Kurzreviews vorgestellt. Viele dieser Bands gelten bis heute als die relevanten Vertreter ihrer jeweiligen nationalen Szene, was die Kompetenz Pattersons immer wieder aufs Neue unterstreicht.

Ein besonderes Highlight sind die Manifeste einiger (RIO-)Bands (z. B. Art Zoyd, Eskaton), die hier versammelt sind. Alle kommen natürlich mit gebührender Ernsthaftigkeit und Strenge daher und angesichts einer Zeit, in der selbst Etiketten wie "antikommerziell" als Verkaufsargument genutzt werden, erwischt man sich fast dabei, dem kulturellen Kontext nachzutrauern, in dem solche Manifeste ernst genommen wurden.

Dem Ganzen merkt man natürlich an, wann es entstanden ist. Die politischen Einstellungen, die Welt- und Musiksicht sind von Anfang an klar: antikommerziell, antiautoritär, subversiv, aber so teilte sich die Szene (Patterson) damals eben mit. Wenn das Magazin in die Achtziger geht, wird diese äußerst beteiligte Weltsicht mitgenommen, was in einer zunehmenden Reibung mit der Musikwirklichkeit resultiert: Da werden weiter Leute wie Froese oder Schulze besprochen oder gar interviewt, so als wolle man die Aufbruchsstimmung der frühen Siebziger in den Beton zeitgenössischer Kulturbetrachtung gießen. Das Ganze endet denn auch 1990 (mit einigen Nachträgen bis 2002), was der Relevanz des Magazins in seinen goldenen Jahren jedoch keinen Abbruch tut. In keinem Moment wendet es sich dem Kommerz zu, wie es viele der Bands, die unser Genre mal definiert hatten, taten. Darin liegt seine Authentizität - aber auch seine Verstaubtheit.

Ach so, die Qualität. Die Interviews sind herausragend, keine Spur von den Allerweltsinterviews a la "Wann geht Ihr auf Tour", "Wann kommt die neue Platte", sondern tiefschürfende Diskurse zur Frage der Stellung des Popmusikers im allgegenwärtigen Kulturkampf. Die Bandgeschichten sind so informiert, wie man zu dieser Zeit jenseits des Ozeans sein konnte, die Plattenbesprechungen bleiben jedoch deutlich an der Oberfläche. Meist wird nur die Instrumentierung genannt bevor man sich in gemeinplätzliche Metaphern a la "dichtes Klanggewebe" oder "sanfte Melodiebögen" flüchtet, wirklich aussagekräftig ist das nicht.

Dennoch ist "Eurock" eine durch seine Arbeitsamkeit, seine Authentizität und seine Kompetenz ein wichtiges und beeindruckendes Dokument des politischen und obskuren Underground-Prog der 70er und 80er Jahre und damit sowohl als Schmöker als auch als Nachschlagewerk für den Fan der abgefahreneren Töne unverzichtbar.

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