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Stephen Lambe

Citizens of Hope and Glory. The Story of Progressive Rock



Citizens of Hope and Glory. The Story of Progressive Rock

Informationen

Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978-1-84868-190-3
Verlag: Amberley Publishing
Verlagsort: Stroud


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Stephen Lambe ist in vielfältiger Weise in der Progszene engagiert: Er ist Mitglied der rührigen Classic Rock Society und Mitorganisator des Summers End Progfestivals in Lydney. Nebenbei managt er noch die Website der Band Magenta.

Nun hat es also auch Lambe in den Fingern gejuckt und er hat mit "Citizens of Hope and Glory" seine persönliche "Story of Progressive Rock" vorgelegt. Persönlich sei sie, schreibt er, und warnt gleich vor einigen subjektiven Wertungen. Die sind allerdings dann doch nicht so individuell, dass sie irgendjemanden vor den Kopf stoßen würden. Schade eigentlich! Denn ein bisschen weniger mehrheitsfähig könnte das Buch schon sein.

Stattdessen übt sich Lambe aber in vornehm-britischer Zurückhaltung: In einen mehr oder weniger chronologisch aufgebauten Text werden immer wieder halb- bis einseitige Plattenrezensionen eingeschoben, im Ganzen also eine nur wenig zu Überraschungen geeignete Gliederung. Und die Besprechungen warten nicht mit vielen individuellen Querdenkereien auf, Ecken und Kanten sucht man im Buch vergeblich. Das liegt zum einen daran, das eine Prog-Geschichte heutzutage - es sind schon so einige geschrieben worden - wenig neues bieten kann, zum anderen daran, dass Lambe nur Alben bespricht, die ihm gefallen und er zudem, um seine Leser nicht allzusehr zu beanspruchen, ziemlich an der Oberfläche der Musik bleibt. Kein Wunder, muss er doch vier Jahrzehnte, viereinhalb mittlerweile, auf 224 Seiten unterbringen.

Ein weiteres Problem ist seine Konzentration auf den Prog-Mainstream. Lambe beschränkt sich auf die großen Bands der 70er, auf die englischen Neoprogbands der 80er und auf die amerikanischen und skandinavischen Vertreter des Retroprog der 90er und 00er. Dass dabei der Progmetal, der RIO und die ganzen Spielarten des NuProg vernachlässigt werden, ist Absicht und in Ordnung, dass sie aber, bis auf Dream Theater, nicht einmal am Rande vorkommen, ist ein großes Manko des Buches. Was gibt es denn schon, was man über Yes, ELP, Marillion und Spock's Beard noch nicht weiß?

Was "Citizens of Hope and Glory" dann aber leistet, leistet es in höchst solider und verlässlicher Weise: Es ist eine kenntnisreiche Geschichte des Genres, die ohne weiteres auch als Leitfaden für Einsteiger geeignet ist. Und so soll das Buch hier auch genau diesen ans Herz gelegt werden: Von einigen kleinen (falsch abgetippte Songtitel) und großen Fehlern (Verwechslung des ersten mit dem zweiten Weltkrieg) mal abgesehen, bietet "Citizens of Hope and Glory" eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Dass man Vergleichbares aber noch deutlich besser machen kann, bewies kürzlich Will Romano mit "Mountains come out of the sky".

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