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Garry Freeman

Do you wanna play some magic? Emerson, Lake and Palmer in concert 1970-1979

über: Emerson, Lake & Palmer



Do you wanna play some magic? Emerson, Lake and Palmer in concert 1970-1979

Informationen

Erscheinungsjahr: 2013
ISBN: 9780956642080
Verlag: Soundcheck Books
Verlagsort: London


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Was ist eigentlich Progressive Rock? Auf diese Frage gibt es ebenso viele Antworten, wie es Menschen gibt, die Lust haben, sie zu beantworten. Aber was ist er wirklich, jenseits von all diesen Konzeptalben, diesen Bands ohne Charisma, diesem Virtuosentum und diesem rührseligen Hang zur Nostalgie?

Exzess.

Purer Exzess.

Doppelalben! Triple-Alben! 40-Minüter! Fünfstündige Konzerte! Elfköpfige Bands! Hundertvierundsechzigstelnoten!

Purer Exzess.

Was könnte also progiger sein, als über Jahre hinweg sämtliche Bootlegs, die es von ELP aus den 70ern gibt, zu sammeln, sie intensivst zu hören und alles zu notieren, was es zu jenen Konzerten zu sagen gibt? Genau das hat Garry Freeman jetzt getan. In akribischer Kleinstarbeit hat er Sitz- und Stehplatzzahlen, Ticketpreise und Setlisten recherchiert und zu jedem der 150 (von insgesamt nur 494) Konzerte eine kleine bis größere Besprechung geschrieben. In diesem Buch erfahren wir endlich, dass Keith Emerson "Knife Edge" am 31. 5. 1977 in Detroit mit den Worten "This is "Knife Edge"" ankündigte, wir erfahren, dass Greg Lake am 29. 8. 1970 auf der Isle of Wight mehrfach "Yeah" und dass er am 31. 3. 1973 in Dusseldorf "Rock'n'Roll!" rief. Yep, in Dusseldorf. - Woraus wir schließen, dass die Würzburger Freakshow der einzige wahre Erbe des klassischen Prog-Events ist. Wem da nicht warm um's Herz wird, der erinnert sich entweder nicht an jene unsterblichen Momente in Dusseldorf oder war noch nie auf einem der Prog-Events in Würzburg.

Jenseits dieser absurden Auswüchse steckt das Buch allerdings voller tatsächlich interessanter Fakten. Wir erfahren zum Beispiel, dass "Abaddon's Bolero" zunächst unter dem Namen "Bolona's Bolero" gespielt wurde. Und wir erfahren von Songs wie "Preacher Blues" und "My Dog Blue", die die Band auf ihren ersten Tourneen im Programm hatte.

Auch wenn Freeman sich vor lauter Begeisterung manchmal in der Beurteilung etwas versteigt (Publikümer klatschen nicht immer frenetisch und sie klatschen auch nicht immer nur, weil eine Performance so glänzend war): Für Leute, die sich für die Live-Historie der größten Prog-Band der 70er interessieren, hat er mit diesem Buch die beste Quelle vorgelegt, die man sich nur vorstellen kann - abseits der Aufnahmen selbst natürlich. Es ist nur die Frage, ob das wirklich jemanden interessiert...

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