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eclipsed-Redaktion

Rock. Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs. Ein eclipsed-Buch. Teil 2



Rock. Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs.  Ein eclipsed-Buch. Teil 2

Informationen

Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 978-3-944957-01-2
Verlag: Sysyphus
Verlagsort: Aschaffenburg


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Ein Eclipsed-Buch!

Schon wieder ein Eclipsed-Buch!

Gerade mal eineinhalb Jahre ist es her, da legte die „Eclipsed“-Redaktion ein wuchtiges Volumen vor, mit dem selbstbewussten Titel "Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs" – ein mutiges Versprechen, das die Autoren auch noch restfrei einlösen konnten. Nun folgt Teil 2, mit 20 weiteren Bands, und Besprechungen aller Alben, aller Songs, auf 288 Seiten. Diesmal mit dabei: AC/DC, The Alan Parsons Project, The Beatles, Black Sabbath, Eric Clapton, Dream Theater, Bob Dylan, Eloy, ELP, Peter Gabriel, Grateful Dead, Iron Maiden, Mike Oldfield, Patti Smith, Rainbow, Bruce Springsteen, Supertramp, Toto, Van der Graaf Generator und The Who. Wenn die so weitermachen – und die Bitte, das zu tun, sei dieser Besprechung ausdrücklich vorangestellt, können die Jungs in den nächsten Jahren tatsächlich all die großen Rock-Acts abdecken. Da ist es schön zu hören, dass ein dritter Teil bereits in Planung ist!

Die Bezeichnung "Teil 2" steht zunächst einmal für Kontinuität. Wieder übernehmen die Autoren ihre Idee des Einkaufszettels aus dem monatlich erscheinenden Eclipsed auch für das Buch: Die Alben der Künstler werden in die sechs Kategorien „Kaufrausch“, „Pflichtkauf“, „Qualitätskauf“, „Verlegenheitskauf“, Fehlkauf“ und „Außer Konkurrenz“ eingeordnet und prägnant besprochen.

Die Auswahl ist diesmal etwas weniger proglastig als beim ersten Buch, Dream Theater, Eloy, ELP, der frühe Mike Oldfield und Van der Graaf Generator gehören hier zu engeren Kreis, The Alan Parsons Project und Peter Gabriel zum erweiterten, dafür sind anderweitig ein paar echte Schwergewichte berücksichtigt, deren Fehlen doch größere Lücken ins Lineup des ersten Bandes gerissen hatte. Ich werde mich hier wieder auf die progrelevanten Acts konzentrieren.

Zu jeder Band gibt es wieder eine knappe Einleitung, in der die Bandgeschichte angenehm knapp zusammengefasst wird. In Zeiten des Internets muss das von den Eclipsed-Redakteuren schließlich nicht auch nochmal wiedergekäut werden. Dazu kommen die nun schon gewohnten Hard Facts: Gründungsjahr, Bandmitglieder, Katalog, Nebenprojekte.

Über zwei Seiten (bei Dylan und Clapton dicht gedrängt) folgt dann die Timeline, die die auf einem Zeitstrahl angeordneten Studioalben der Band tabellarisch rankt. Und wieder zielt dieses Ranking darauf ab, Diskussionen zu provozieren: "Tubular Bells III" soll genauso gut sein wie "TB II"?!? "Crises" so gut wie "Tubular Bells"? Marcus! Müssen wir uns Sorgen um Euch machen? Und wie kann "TB 2003" schlechter sein als "TB"? ELPs "Black Moon" soll besser sein als "Love Beach"? Da hat wohl mal wieder jemand die zweite Seite nicht gehört (wer könnt's ihnen in Kenntnis von Seite 1 verdenken…)! und "When Dream and Day unite" und "Images and Words" sollen besser sein als ausnahmslos jedes andere Album von Dream Theater? Wilde Diskussionen sind vorprogrammiert – und die verdiente Aufmerksamkeit für dieses Buch damit auch.

Auf den folgenden Seiten werden nun in gewohnter Manier alle Alben dieser Tabelle eingehender besprochen. In der Kaufrausch-Kategorie teilen sich dabei je zwei Alben eine Seite, in den anderen Kategorien sind es vier. Zu einer ausführlicheren Bewertung treten Hard Facts hinzu: Veröffentlichungstermin, Lineup, Produzent, Studio, Laufzeit, dazu Remaster-Tipps (bei der unübersichtlichen Flut an Reissues für Einsteiger äußerst hilfreich) und die Rubrik „Gut zu wissen“, die Wissenswertes, aber auch Skurriles und Witziges versammelt. Pressestimmen und Äußerungen der Musiker sind auch wieder dabei, teils mit einem guten Sinn für Humor ausgewählt. Und natürlich sind die Songs auch wieder einzeln gerankt.

Über die Seiten verstreut finden sich weitere Listen: Die Top 30 Songs (die ich nicht unbedingt bräuchte), spannender die Top 5 Bonustracks, die Top 5 für Freaks (das sind Insidertipps wie Remixes, veröffentlichte Demos oder skurrile Liveaufnahmen) und die Top-5-Alben für Einsteiger. Hinzu treten „Ausserdem“-Kästen, in denen z. B. Box-Sets besprochen werden, des weiteren Besetzungstimelines, Single-Charts mit den erfolgreichsten Auskopplungen und als schlichte Liste eine komplette Diskographie mit Studio-Alben, Live-Alben, Compilations, Videos/DVDs, Box Sets und so weiter. Sehr gut finde ich wieder die jeweils acht Alben umfassende, und damit recht erschwingliche Liste artverwandter Alben, für Leute, die sich in den jeweiligen Stil weiterbilden wollen.

Der dazugehörige Stil-Stammbaum, der musikalische Wurzeln, Einflüsse der Zeitgenossen und die Wirkung auf Nachfolger übersichtsartig darstellt, ist leider erneut in seiner Knappheit kaum zu gebrauchen, zudem bisweilen verwirrend, wenn die gleiche Band in mehreren Kategorien auftaucht. Für den Anfänger dürfte das kaum hilfreich (oder auch nur verständlich) sein. Besser wäre es, die Liste deutlich zu kürzen, und dafür die jeweiligen Einflüsse in einen Text zu beschreiben, oder den Stil-Stammbaum gleich durch einen Bandstammbaum zu ersetzen. Viele Leute hören sich ja über Musikerverwandtschaften vorwärts.

Hin und wieder entdeckt man beim genauen Lesen kleine Fehler. So ist "Her Majesty" (The Beatles/"Abbey Road") nicht gerankt, ein Karpaltunnelsyndrom falsch zugeordnet, und die Band "Qango" falsch geschrieben. Und wo wir's schon von ELP haben, ein Hinweis auf das kaum bekannte Robert-Berry-Album "Pilgrimage to a Point", das gleich eine ganze Reihe von Beinahe-E(L)P-Stücken enthält, wäre ebenso wichtig gewesen wie ein ausführlicheres Eingehen auf Carl Palmers "Concerto for Percussion".

Damit aber genug der Kritik. Jenseits solcher kleiner Fehler ist "Rock Teil 2" nämlich wieder ein ganz großartiges, immens kompetentes und frisch geschriebenes Stück Rockliteratur. Und es gibt sogar Neues: Mehr Infos zu Filmen zum Beispiel. Das ist bei den Beatles oder Bob Dylan auch kaum zu vermeiden. Und Bücher der Musiker selbst werden genannt. Das wiederum ist bei Dylan oder Smith nicht zu vermeiden, allerdings machen die Eclipsed-Redakteure auch auf weitere Schriften aufmerksam, etwa die Lehrbücher der Dream-Theater-Musiker oder Carl Palmers "Applied Rhythms". Letzteres findet sich in der kommentierten Bibliographie ganz hinten im Buch. Allerdings dürften dort ruhig ein paar Kommentare mehr stehen, Martin Strongs von Fehlern nur so wimmelnde Bücher zum Beispiel darf man keinesfalls unkommentiert lassen.

So! Jetzt ist das Buch kaum erschienen, freue ich mich schon auf Band drei! Es ist zu hoffen, dass die Macher ihr überzeugendes Konzept mit seinem kompetenten Vollständigkeitsansatz, der anregenden Aufmachung und dem ebenso schwungvollen wie bisweilen provokanten Stil auch beim nächsten Mal beibehalten. Man wird sehen, wer es dann in die 20er-Liste schafft…

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