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W. B. van Dijk

Progressive traits in the music of Dream Theater

über: Dream Theater



Informationen

Erscheinungsjahr: 2013 (Bachelor-Thesis)
ISBN:
Verlag:
Verlagsort:


Rezensionen


Von: Nik Brückner


W. B. van Dijk. Noch so einer, dem es nicht genügt, seine Lieblingsband nur zu bewundern, sondern sie verstehen will, vielleicht um zu verstehen, warum ihm gefällt, was ihm gefällt. Aber er hat auch einen handfesten Grund, nämlich seinen Bachelor an der Uni Utrecht. "Progressive traits in the music of Dream Theater" ist eine Bachelor-Arbeit.

Man kann Wissenschaftlern vorwerfen, dass sie es ganz genau wissen wollen. Aber eigentlich kann man Wissenschaftlern das nicht vorwerfen. Denn wem hätte Wissen jemals geschadet?!? Und dass Wissen über Musik den Genuss von Musik schmälert, ist zwar ein weit verbreitetes Klischee, bewiesen hat es von denen, die es im Munde führen allerdings noch keiner.

Kein Wunder. Dazu müssten sie ja wissenschaftlich arbeiten.

Schmälert unser Wissen darüber, dass Dream Theater in den Takten 84-86 von "The Dance of Eternity" 13,2 Noten pro Sekunde (!) spielen, unseren Genuss des Stückes? Ha! Doch wohl im Gegenteil, möchte ich meinen!

Van Dijk untersucht also "The Dance of Eternity" von "Scenes fom a Memory" (1999). Sein Ziel ist dabei, Prog-Charakteristika in der Musik DTs am Beispiel dieses Stückes aufzuzeigen. Und das gelingt ihm natürlich, ganz hervorragend sogar, denn in dem Stück wimmelt es nur so von Prog-Elementen (manchmal frage ich mich, ob es für einen Musikwissenschaftler nicht die größere Herausforderung wäre, Prog-Elemente in Songs von Touchstone, Karnataka, Big Big Train, der Von Hertzen Brothers oder sonst einer jener Bands nachzuweisen, die gern als die neuen Helden gehypet werden...).

Aber zurück zu van Dijks Bachelorarbeit. Van Dijk problematisiert zunächst den Prog-Begriff, und gibt einen kurzen, sehr kurzen, Überblick über die Geschichte des Genres. Es folgt eine Liste von Prog-Charakteristika. Die sind ja oft recht problematisch, weil unbrauchbare Kriterien benutzt werden (Songlängen, Instrumentierung, Sound) oder gar gänzlich musikfremde (Albumcovers, Bühnenshows, Songtexte). Diesen Fehler macht van Dijk nicht, seine Kriterien sind ausnahmslos äußerst brauchbar. Er geht ein auf: Virtuosität, Komposition, die elektrisch-akustisch-Dichotomie, das Album als eigentliches Werk (im Gegensatz zur Single), komplexe Metren und den Einfluss von Kunstmusik. In der Folge untersucht er "The Dance of Eternity" im Hinblick auf diese Aspekte und kommt zu im Ganzen wenig überraschenden, im Detail dafür umso interessanteren Ergebnissen, die er in Form einer vierseitigen Tabelle festhält, der man unter anderem entnehmen kann, dass es in dem Stück 15/16-Takte gibt, eine Abfolge von synkopierten dissonanten Figuren in den Takten 152 - 163 an Strawinskys "Le sacre du printemps" erinnert und eben auch dass Dream Theater in den Takten 84-86 von "The Dance of Eternity" 13,2 Noten pro Sekunde spielen.

Wer verstehen kann, warum es interessant ist, solche Dinge zu wissen, kann sie hier nachlesen. Die 22-seitige Arbeit ist als pdf online, einfach oben den Autornamen anklicken.

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