SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Johann Sebastian Bach und die Rockmusik. Zitate, Paraphrasen, Bearbeitungen (25.4.2018)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
26.4.2018
Melanie Mau & Martin Schnella - The Oblivion Tales
25.4.2018
Cross & Jackson - Another Day
Mezz Gacano & Self-Standing Ovation Boskàuz Ensemble - Kinderheim
Piniol - Bran Coucou
Retroheads - Introspective
24.4.2018
Häx Cel - Häxcellent
23.4.2018
Piniol - Bran Coucou
22.4.2018
Holosud - Fijnewas Afpompen
Isildurs Bane - Off the Radar
WEEND'Ô - Time of Awakening
21.4.2018
Guru Guru - Rotate!
Sonar - Vortex
Sama Dams - Say It
Holger Czukay - Movies
20.4.2018
HeKz - Invicta
TesseracT - Sonder
19.4.2018
The Grandmothers of Invention - Live in Bremen
ARCHIV
STATISTIK
24551 Rezensionen zu 16784 Alben von 6538 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Bernward Halbscheffel

Wie die Jungs aus Liverpool. Beatles Songs ohne Lennon/McCartney



Wie die Jungs aus Liverpool. Beatles Songs ohne Lennon/McCartney

Informationen

Erscheinungsjahr: 2015
ISBN: 978-3-943483-05-5
Verlag: Halbscheffel Verlag
Verlagsort: Leipzig


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther


Der vorliegende Band von Bernward Halbscheffel befasst sich mit Beatlesmusik ohne Beatles. So wie man gerne von zappaesker Musik spricht, um Klänge unter dem Einfluss – aber ohne die zwingende Beteiligung – von Frank Zappa zu charakterisieren, gibt es in Rock und Pop auch jede Menge beatlesque Veröffentlichungen. Dass sie nicht alle den Progrock betreffen, versteht sich. Doch führt Halbscheffels Spurensuche zu einer ganzen Reihe von Bands und Solokünstlern, die auf den Babyblauen Seiten eine Rolle spielen – von ELO über 10cc bis hin zu Big Big Train, Peter Gabriel, Residents, Unitopia und vielen anderen.

Man sollte allerdings nicht mit falschen Erwartungen zu dem Buch greifen: Es handelt sich nicht um ein Kompendium, in dem Coverversionen, Parodien, Stil- und Klangzitate systematisch aufgelistet werden. Vielmehr stellt der Autor die Frage, warum sich bestimmte musikalische Charakteristika als "beatlesartig" kategorisieren lassen und warum sie von vielen Hörern so wahrgenommen werden – auch in völlig unterschiedlichen Zusammenhängen. Halbscheffel beschreibt sogar eine Art von "Baukasten" für Beatlesanklänge, obwohl er andererseits betont, dass Zuschreibungen immer auch im Ohr des Hörers liegen.

Es gibt eine Reihe interessanter Einzelerörterungen in dem Band – etwa zu der Frage, was sich in der Musik urheberrechtlich schützen lässt und was nicht. Die Übernahme einer vergleichsweise banalen Melodie kann ohne weiteres zum Plagiatsverdacht führen, die Nachahmung von Klangfarben, auf deren Erzeugung oft viel mehr Mühe verwendet wurde, hingegen in der Regel nicht. Dieses Ungleichgewicht bedingt auch beträchtliche Schwierigkeiten für die Anwendung des traditionellen musikwissenschaftlichen Instrumentariums auf die Pop- und Rockmusik: Geschirrtücher, wie sie Ringo Starr zur Dämpfung seiner Trommeln benutzte, kommen in Notenauszügen nicht vor – trotzdem haben sie etwas zur Entwicklung der Rockmusik beigetragen.

Womit wir beim zentralen Punkt sind: Halbscheffels Buch ist eigentlich ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Rockmusik, beginnend mit dem Zündfunken, der durch das Zusammentreffen des Produzenten George Martin mit den Beatles entsprang. Das dem Beat (bzw. dem Rock) dadurch hinzugewonnene "Kulturelement", die allmähliche Ausdifferenzierung von Arrangements und Produktionstechniken sowie die Öffnung für unterschiedlichste künstlerische Einflüsse war auch für die Evolution des Progressive Rock von grundlegender Bedeutung. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man den Band als Proghörer lesen – nicht etwa in der Hoffnung auf ein paar Bemerkungen zu irgendeiner Band oder einer Platte, die einem persönlich besonders am Herzen liegen.

Kleiner Querverweis: Stackridge – Extravaganza

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum