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Maurizio Galia

Prog 50. Progressive Rock Around the World in Fifty Years



Prog 50. Progressive Rock Around the World in Fifty Years

Informationen

Erscheinungsjahr: 2017
ISBN: 978-88-89571-16-3
Verlag: Edizioni Applausi
Verlagsort:


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Wenn sich auf dem Loreleyfelsen mal nicht bloß Neoprogbands und Steve Hackett die Klinke in die Hand geben, bin ich auch auf der NOTP. Zwischen den Konzerten (und während den Konzerten von Neoprogbands) wühle ich dann die Kisten der Plattenhändler durch. Dieses Jahr gab's einen gut bestückten italienischen Stand, und der hatte Maurizio Galias "Prog 50. Progressive Rock Around the World in Fifty Years" dabei, druckfrisch.

Fünfzig Jahre ist der Prog jetzt schon alt! Ou Män. Aber ist Geiste sind wir junggeblieben, oder? Schließlich ist man nur so alt wie die Frau, die man fühlt. Fünfzig Jahre Prog! Da hat sich so einiges angesammelt. In diesem Moment stehen auf den Babyblauen Seiten Rezensionen zu 16468 Alben von 6403 Bands! Eine stolze Zahl. Und das ist nicht im Entfernstesten alles, was es gibt. Ich wette, dass ebenfalls in genau diesem Moment mindestens einer meiner Kollegen irgendein obskures japanisches Album aus den 80ern ausgräbt, über das Ihr demnächst hier lesen werdet. Wie heißt es auf unserer Startseite? "Vollständigkeit werden wir selbstverständlich nie erreichen".

Das gilt auch für Maurizio Galia und seine Kollegen. Und die haben immerhin fast 500 Seiten mit schätzungsweise 1200 Bands gefüllt, von bekannten wie Yes und ELP bis hin zu obskuren wie Nekropsi und Artsruni. Diese wurden in drei Kategorien eingeteilt: Die wichtigsten Bands erhalten jeweils eine Seite Raum, von den weniger wichtigen kommen jeweils drei auf eine Seite, die restlichen müssen sich diesen Platz zu viert teilen. Zu jeder Band gibt es eine Musikerliste - die allerdings leider nicht chronologisch nach Besetzungen sortiert ist - und eine Diskographie - die, insbesondere bei sehr langlebigen Bands, nicht immer vollständig ist. Das macht aber nichts, würde man das akribisch machen wollen, könnte man bei Bands wie Yes oder Renaissance allein damit eine Seite füllen - und solche Infos stehen ja ohnehin im Internet. Viel wichtiger sind die musikalische Einordnung und die Bandgeschichten: Jede Band wird kurz, aber prägnant vorgestellt, der Stil wird beschrieben, die wichtigsten Alben genannt. Die Stärke des Buchs liegt darin, das das sehr treffend und kompetent geschieht. Und darin, dass man (auch hier wieder) einer Unzahl von Bands begegnet, von denen man noch nie etwas gehört hat. Finger hoch: Wieviele kennen Grovjobb?

Ein kurzes Kapitel am Ende stellt auf die gleiche Weise noch Bands am Rande des Progressive Rock vor, darunter i Pooh, Queen oder Alan Parsons Project.

Eine handfeste Prog-Enzyklopädie haben Maurizio Galia und seine Mitarbeiter da vorgelegt. Ein tolles Teil, das in keiner Progbibliothek fehlen darf. Ich schätze, dass dieses Buch zumindest mir sehr dabei helfen wird, irgendein obskures japanisches Album aus den 80ern auszugraben...

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