SUCHE
Erweiterte Suche
ALLGEMEINE BÜCHER
Dag Erik Asbjørnsen: Scented Gardens Of The Mind
Dag Erik Asbjornsen: Cosmic Dreams at play: A guide to german progressive and electronic rock
Augusto Croce: Italian Prog. The comprehensive guide to italian progressive music 1967/1979
Belmo: 20th Century Rock and Roll: Psychedelia
Joe Benson: Uncle Joe's Record Guide. Progressive Rock.
Marcelo Camerlo: The magic Land. A Guide to South American Beat, Psychedelic and Progressive Rock Vol. 1: Argentina - Uruguay 1966 - 1977.
Jonathan Coe: Erste Riten [The Rotter´s Club]
Julian Cope: Krautrocksampler. One Head´s Guide To The Große Kosmische Musik
Roland Couture: Essential Mini-Guide to Progressive Rock Past & Present
John Covach/Graeme M. Boone: Understanding Rock: Essays in Musical Analysis
Chris Cutler: File under Popular - Texte zur populären Musik
Roger Dean: Dragon's Dream
Roger Dean: Views
Henning Dedekind: Krautrock. Underground, LSD und kosmische Kuriere
Jim DeRogatis: Turn on your Mind. Four Decades of Great Psychedelic Rock
Bob Doerschuk: Rock Keyboard
Dominique Dupuis: Progressive Rock Vinyl
Janell Duxbury: Rockin' the Classics and Classicizin' the Rock
eclipsed-Redaktion: Rock. Ein eclipsed-Buch. Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs
eclipsed-Redaktion: Rock. Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs. Ein eclipsed-Buch. Teil 2
Jerry Ewing: Wonderous Stories. A journey through the landscape of progressive rock
Pete Frame: The Complete Rock Family Trees
Pete Frame: More rock family trees
Steven Freeman & Alan Freeman: The Crack In The Cosmic Egg
Maurizio Galia: Prog 50. Progressive Rock Around the World in Fifty Years
Colin Greenland/David Lucas/Roger Dean/Martyn Dean: Magnetic Storm
François Guirin/François Ruaud: The History Of British Progressive Rock Of The Eighties
Bernward Halbscheffel: Johann Sebastian Bach und die Rockmusik. Zitate, Paraphrasen, Bearbeitungen
Bernward Halbscheffel: Progressive Rock. Die Ernste Musik der Popmusik
Bernward Halbscheffel: Wie die Jungs aus Liverpool. Beatles Songs ohne Lennon/McCartney
Bernward Halbscheffel: Lexikon Progressive Rock. Musiker, Bands, Instrumente, Begriffe.
Bernward Halbscheffel: Rock barock. Rockmusik und klassisch-romantische Bildungstradition
Bernward Halbscheffel: Canterbury Scene. Jazzrock in England
Peter Michael Hamel: Durch Musik zum Selbst
Tommy Hash, Rev. Keith A. Gordon: Prog 2010. A Decade of Progressive Rock & Metal 2001-2010
Paul Hegarty/Martin Halliwell: Beyond and Before: Progressive Rock since the 1960s
Horst Herold: Symphonic Jazz - Blues - Rock. Zum Problem der Synthese von Kunst- und Unterhaltungsmusik in symphonischen Werken des 20. Jahrhunderts
Andreas Hinners: Progressive Rock. Musik zwischen Kunstanspruch und Kommerz.
Kevin Holm-Hudson (Ed.): Progressive Rock Reconsidered
Adam Ironside: Progressive Rock: Issues and Concepts
Finn Jacobsen: Berührungspunkte des Progressive Rock mit artifizieller Musik in den Sechziger und Siebziger Jahren
Vernon Joynson: The Tapestry of delights. The comprehensive guide to british music of the beat, R&B, psychedelic and progressive eras 1963 - 1976
Tibor Kneif (Hg.): Rock in den 70ern. Jazzrock, Hardrock, Folkrock und New Wave
Ralf Koch: Erstes Deutsches Progressivrock Verzeichnis
Attila Kornel: "Die ernste Musik der Popmusik?" Humor im Progressive Rock
Rich Lackowski: On the beaten path. Progressive Rock. The drummer's guide to the genre and the legends who defined it
Jean-Louis Lafiteau: L'Encyclopédie Des Musiques Progressives
Stephen Lambe: Citizens of Hope and Glory. The Story of Progressive Rock
Jürgen Legath u.a.: Sounds. Platten 66-77. 1827 Kritiken.
Jerry Lucky: 20th Century Rock'n'Roll - Progressive Rock
Jerry Lucky: The Progressive Rock Files
Jerry Lucky: The Progressive Rock Handbook
Jerry Lucky: The Psychedelic Rock Files
Martin Lücke/Klaus Näumann (Hrsg.): Reflexionen zum Progressive Rock
Edward Macan: Rocking The Classics - English Progressive Rock And The Counter Culture
Bill Martin: Listening To The Future - The Time Of Progressive Rock, 1968-1978
Bill Martin: Avant Rock. Experimental Music from the Beatles to Björk
Allan F. Moore: Rock: The Primary Text. Developing a Musicology of Rock
Archie Patterson: eurock. European Rock & the Second Culture
Tobias Petterson: The Encyclopedia of Swedish Progressive Music 1967 - 1979: From Psychedelic Experiments to Political Propaganda
Mark Powell: "Prophets & Sages: An Illustrated Guide to Underground and Progressive Rock 1967-1975
Bernard Prevost: Rock Progressif... Les Réferences D'Hier Et D'Aujourd'hui…….
Ilja Richter: Star Szene '77. 1000 Top-Stars präsentiert von Ilja Richter
Will Romano: Prog Rock FAQ. All That's Left to Know About Rock's Most Progressive Music
Will Romano: Mountains come out of the sky
Frank Samagaio: The Mellotron Book
Gareth Shute: Concept Albums
Pete Sinfield: Under the Sky. A Collection of Lyrics & Poems
Bradley Smith: The Billboard Guide To Progressive Music
Charles Snider: The Strawberry Bricks Guide to Progressive Rock
Martin Strong: The Great Psychedelic Discography
Paul Stump: The Music's All That Matters - A History Of Progressive Rock
-: Testcard. Beiträge zur Popgeschichte. Bd. 4: Retrophänomene in den 90ern
Dave Thomson: Space Daze. The History and Mystery of Electronic Ambient Space Rock
Storm Thorgerson, Peter Curzon: Taken By Storm. The Album Art of Storm Thorgerson
Jeff Wagner: Mean Deviation. Four Decades of Progressive Heavy Metal
Marc Weingarten & Tyson Cornell: Yes is the Answer. And other Prog Rock Tales
Sheila Whiteley: The Space Between the Notes: Rock and the Counter-Culture
ARCHIV
STATISTIK
24537 Rezensionen zu 16775 Alben von 6533 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Bernward Halbscheffel

Johann Sebastian Bach und die Rockmusik. Zitate, Paraphrasen, Bearbeitungen



Johann Sebastian Bach und die Rockmusik. Zitate, Paraphrasen, Bearbeitungen

Informationen

Erscheinungsjahr: 2018
ISBN: 978-3-943483-06-2
Verlag: Halbscheffel Verlag
Verlagsort: Leipzig


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther


Barockmusik gilt wegen ihrer starken Motorik und den häufigen Ostinati bei manchen als eine heimliche Urahnin des Rocks, sozusagen als Riff and Rhythm plus Puderperücke. Besonders Johann Sebastian Bach wird von Rockmusikern gerne als Inspirationsquelle angeführt, weshalb es durchaus gerechtfertigt erscheint, dem Einfluss des großen Barockmeisters auf den Rock nachzuspüren. An Imitationen, Zitaten, Arrangements und Adaptionen von Bakerloo bis Muse und von Emerson bis Karmakanic herrscht schließlich kein Mangel, wie man sich im diskografischen Anhang von Bernwards Halbscheffel neuem Buch überzeugen kann.

Wer den sogenannten Klassikrock (und den Progrock insgesamt) kennt, der weiß allerdings auch: Nicht etwa die hypermotorische Barockmusik, sondern vielmehr die Romantik, die Vertreter nationaler Schulen (wie Sibelius) und die gemäßigte Moderne à la Bartók bilden hier die Haupteinflussfaktoren. Klar – es gibt den "Brandenburger" von The Nice, das "Continuo on B.A.C.H." von Lord/Schoener, "Fugue in D Minor" bei Egg und so weiter und so fort. Doch die Masse der Bach-Anspielungen besteht im Rock eher aus Zitätchen und Imitatiönchen wie etwa in jener ultrakurzen Passage aus dem Wohltemperierten Klavier, die die Band Lake 1976 in den Schlussteil ihres Stückes "Between the Lines" eingeflochten hat. Und wer würde bei Lake ausgerechnet an Johann Sebastian Bach denken?

Halbscheffel diskutiert solche Kurzanleihen denn auch im Zusammenhang mit der Frage, inwieweit sie vom Publikum überhaupt als Zitate oder Imitationen erkannt werden – und welchen Sinn musikalische Anspielungen haben, deren Inkognito vom Hörer nie gelüftet wird. Falls sie überhaupt und unbedingt einen Sinn haben müssen, darf man hinzusetzen, denn mit Recht wendet sich der Autor zugleich auch gegen Definitionen aus der Musikwissenschaft, die das Phänomen "Zitat" mit der vollen Wucht akademischer Künstlichkeit so sehr verkomplizieren, dass es mit realen Hörsituationen nicht mehr viel zu tun hat.

Eigentlich sind wir hiermit schon beim Kern des Buches, das vor allem nach rockmusikalischen Strategien und Motivationen bei Dekonstruktion, Paraphrase, Zitat und Bearbeitung fragt. Bach fungiert dabei vor allem als anschauliches Beispiel, weshalb der Untertitel den Inhalt des Bandes exakter charakterisiert als der Haupttitel. Um dem ziemlich globalen Thema "Johann Sebastian Bach und die Rockmusik" voll gerecht zu werden, hätte die Darstellung weiter ausgreifen und sich außer mit musikalischen Analysen auch mit mancherlei Ereignissen und ästhetischen Haltungen beschäftigen müssen. Erwähnenswert wäre dann zum Beispiel das Projekt "Bach-Rock" zum 300. Geburtstag des Meisters im Jahr 1985 gewesen, das nicht nur mit so prominenten Namen wie Eberhard Schoener, Jethro Tull und Jan Akkermann, sondern sogar mit einem Ballett(!) aufwarten konnte. Bei Halbscheffel wird die damals im TV zu sehende Veranstaltung nicht erwähnt. Auch die im Spannungsfeld von Ambition und Imagepflege stehenden Arbeiten Jon Lords werden zwar in der Diskografie aufgeführt, aber – mit einer bescheidenen Ausnahme – nicht näher vorgestellt (obwohl dazu schon seit zig Jahren eine Studie von Horst Herold vorliegt).

Dass der Band erhebliche Überschneidungen mit anderen Werken des Autors enthält, lässt sich im Sinne der Systematik vielleicht rechtfertigen. Trotzdem wäre es klug gewesen, den Verdacht einer allzu breiten Wiederverwendung von bereits Geschriebenem durch die Hinzunahme weiterer Analysebeispiele stärker zu zerstreuen. Dazu hätte es im Übrigen auch sonst gute Gründe gegeben: Denn wenn zum Beispiel die Band Electra als weitgehend "unbekannt" eingestuft wird, dann klingt diese flüchtige Formulierung wie eine unzulässige Westperspektive. In den neuen Bundesländern hat die Gruppe jedoch – was Halbscheffel natürlich weiß, er betreibt seinen Verlag immerhin in Leipzig – einen hohen Bekanntheitsgrad und bildet zusammen mit Lift und der Stern Combo Meißen einen Teil des vielbejubelten "Sachsendreiers". Leider bleibt bei Halbscheffel das noch zu DDR-Zeiten aufgenommene Electra-Stück Bach 75 unerwähnt, selbst in der Diskografie. Dabei hätte es die Gelegenheit geboten, auf die völlig unterschiedlichen Rahmenbedingungen einzugehen, unter denen man seinerzeit in West und Ost die Bildungsmusik verrockte. Und da der Bach-Band laut Verfasser explizit eine Ergänzung seines Riesenwerks Progressive Rock. Die Ernste Musik der Popmusik sein soll, ist es umso unverständlicher, dass der DDR-Artrock darin nun erneut so stiefmütterlich behandelt wird.

Was die Formalien des Buches angeht: Es wirkt störend, wenn sich Darlegungen zur Geschichte einzelner Bands oder Künstler teilweise mehrfach wiederholen. Querverweise würden hier genügen und auch organisierter wirken. Das Register führt nicht immer die richtigen Seitenzahlen auf, im diskografischen Anhang stehen die betreffenden Einträge oft erst zwei Seiten später, als es der Index ausweist. Da der Autor die Diskografie bei ausreichendem Leserinteresse in Form einer Tabelle auf seiner Homepage weiterführen möchte, könnte sich das Index-Problem insoweit auf die Dauer allerdings auf elektronischem Wege erledigen. Eine Playlist zum Buch ist unter der Bezeichnung "BachRock" bei Spotify bereits erreichbar. Sie soll noch ausgebaut werden.

Über bildungsmusikalische Zitate, Arrangements und Adaptionen in Jazz und Rock wurde oft die Nase gerümpft, obwohl sich eigentlich nur schwer gegen ein Verfahren argumentieren lässt, welches in der Musik seit ewigen Zeiten gang und gäbe ist. Nicht grundlos verweist Halbscheffel in seinem Buch gleich zu Beginn auf Paul Hindemiths Bach-Bearbeitung "Ragtime (wohltemperiert) für Orchester" von 1921. Ihre Werturteile müssen die Leser der Studie natürlich selber fällen – nach der Lektüre aber immerhin untermauert durch 250 Seiten Material.

Zum Seitenanfang

Von: Ralf J. Günther


Moderne Bücherproduktion macht es möglich – der Halbscheffel-Band zu Johann Sebastian Bach liegt inzwischen in einer korrigierten und in der Diskografie ergänzten Fassung vor. Leser, die die erste Ausgabe erhalten hatten, haben einen Ersatzband geliefert bekommen.

In der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärt die Titelgeschichte kurz vor Ostern 2018 derweil: Kein Komponist sei wichtiger gewesen als Johann Sebastian Bach. Umso besser, dass auch der Einfluss des Thomaskantors auf die Rockmusik ihre ausführliche Darstellung bekommen hat.

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum