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Bill Martin

Avant Rock. Experimental Music from the Beatles to Björk



Avant Rock. Experimental Music from the Beatles to Björk

Informationen

Erscheinungsjahr: 2002 (Mit einem Vorwort von Robert Fripp)
ISBN: 0-8126-9500-3
Verlag: Open Court
Verlagsort: Chicago and La Salle, Illinois


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther


"Avant Rock" ist der dritte Band, den Bill Martin zum Thema Rockmusik vorlegt. Während die beiden vorhergehenden Bücher sich dem Prog im allgemeinen und einer Gruppe (Yes) im besonderen gewidmet haben, versucht der Autor nun, den progressiven, avantgardistischen Tendenzen des Rocks insgesamt auf die Schliche zu kommen. Prog ist hier also nur noch Teil einer weiter gespannten Fragestellung, und es kommen weit mehr Künstler zur Sprache, die scheinbar besser (oder bloß bequemer?) ins Bild fortschrittlichen Kunstschaffens passen (wie etwa Bill Lasswell).

Der erste Coup, mit dem Martin aufwarten kann, besteht in dem Vorwort, das Robert Fripp zu dem Buch beigesteuert hat. Es ist ein - zumindest nach Frippschen Maßstäben - recht warmherziges Vorwort. Für überraschend halte ich es v.a. deshalb, weil Martin ein bekennender Liebhaber des klassischen Progs (im Stile von Yes) ist, einer Musik, von der Fripp sich in Worten und Tönen ja häufig genug abzugrenzen versucht hat, eine Abgrenzung, die in Martins Veröffentlichungen allerdings nie akzeptiert worden ist. Ich bezweifle, dass Fripp darüber sehr erfreut war. Aber Martin verbindet die extrem theoretisierende Herangehensweise eines Philosophieprofessors mit der glühenden Leidenschaft eines Fans, und das ist es, was Fripp, wie sein Vorwort deutlich macht, letztlich angezogen hat.

Allerdings: Für die meisten Leser dürfte der Philosophieprofessor Bill Martin ein unangenehmes Übergewicht über den Fan haben. Die Argumentationsweise des Autors ist über weite Strecken akademisch und sogar ausgesprochen "professoral". Ohne Kant, Hegel, Marx, Adorno, Derrida etc. geht es selten ab, und die meisten Rockhörer dürften an diesen Darlegungen wenig Interesse haben. Dass das Buch schwer zu lesen ist, liegt aber nicht an diesen Bezügen. Man muss nicht wirklich ein Philosophiestudium absolviert haben, um den Autor zu verstehen. Viel stärker fällt die sprunghafte Darstellungsweise ins Gewicht, die den roten Faden allzu häufig vermissen lässt. Martin liebt Unterbrechungen, Abschweifungen und vorausgreifende Hinweise auf das, was er erst Seiten oder gar Kapitel später zu behandeln gedenkt. So kommt es, dass man von Abschnitt zu Abschnitt immer wieder sehr interessante Ausführungen findet, das Bild sich aber nicht recht zu einem Ganzen zusammenschließen will.

Als Rezensent muss man aus der Not eine Tugend machen, und einfach ein paar Punkte zusammenfassen, die man vielleicht als besonders beachtenswert herausstellen kann.

Was versteht Martin unter "Avant-Rock"? Damit ist nicht "Avant" als näher umschriebenes "Genre" gemeint, so wie man den Begriff häufig verwendet (auch auf diesen Seiten, siehe unseren Glossareintrag AvantProg.) Dem Verfasser geht es vielmehr darum, all jenen Tendenzen nachzuspüren, an denen sich zeigen lässt, dass Rock in Teilen mehr ist als nur ein Beitrag zur Vergnügungsindustrie, mehr als ein Medium der Unterhaltung und Ablenkung, mehr auch als eine musealisierte Jugendkultur, die schließlich im AOR erstarrt ist. Bestimmte Richtungen des Rock - so die These des Autors - haben sich in einem avantgardeverwandten Sinne als entwicklungsfähig erwiesen. Um dies zu untermauern, werden zahlreiche Verbindungen zu Musikern und Komponisten aus dem Bereich des Jazz und der E-Avantgarde gezogen, insbesondere zu John Cage, John Coltrane und Cecil Taylor. Manche Rezensenten haben den Bogen, den Martin dabei innerhalb des Rocks spannt (von den Beatles über Jimi Hendrix, Eno, Punk, Sonic Youth, Stereolab, Ruins, Radiohead bis hin zu Björk, um nur einige zu nennen), in Details kritisiert. Dies scheint mir allerdings nicht wirklich weiterführend, denn jede Auswahl, die getroffen wird, ist zwangsläufig unvollständig oder anfechtbar. Jeder Autor wäre zum Schweigen verurteilt, müsste er garantieren, in solchen Fällen keine fragwürdigen Entscheidungen zu treffen. Zudem reicht Martins Problembewusstsein weit genug, um die Frage, ob der Begriff "Avant Rock" nicht ohnehin einen Widerspruch in sich darstellt, wenigstens zu thematisieren. Allzu großzügig geht er m. E. allerdings mit dem schon im Titel vorkommenden Wort "experimentell" um.

In einer Hinsicht ist Martins Auswahl von besonderem Interesse: Er unternimmt den Versuch, auch den klassischen Prog in die Entwicklungsgeschichte des Rocks als einer im obigen Sinne verstandenen Avant-Musik einzufügen. Das entsprechende Kapitel lautet "The Passage through Progressive". Es ist völlig klar, dass hier der Fan Bill Martin ein gewichtiges Wort mitspricht, und ich scheue mich nicht zu unterstellen, dass das eigentliche Motiv des Buchs darin besteht, der vom Verfasser favorisierten Musik einen angemessenen Platz innerhalb dessen zu verschaffen, was von der Kulturkritik (und der Kulturjournaille) als ernst zu nehmend akzeptiert wird. Möglicherweise ist dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Ich halte ihn aber für völlig berechtigt, ja sogar für notwendig, da sich immer wieder zeigt, dass die völlige Unfähigkeit insbesondere weiter Teile des Journalismus, musikalische Phänomene auch nur korrekt zu benennen, die Diskussion um solche Themen letztlich zu öden Gesinnungsstreitereien macht. Und das ist ganz bestimmt kein Ausweis für eine Kultur- oder Musikkritik, die sich von der Pubertät wirklich verabschiedet hat.

Eine andere Frage ist es, inwieweit Martin ein guter Anwalt seines Anliegens ist. Man kann das Zustandekommen des Frippschen Vorwortes als Bestätigung für ihn werten. Aber man muss auch zugeben, dass Bücher wie die von Macan oder Holm-Hudson vielfach ertragreicher sind. Dennoch sehe ich mich in Übereinstimmmung mit einem anonymen Amazon-Reviewer, der über "Avant Rock" geschrieben hat: Es ist großartig, jemanden zu sehen, der für neuen Rock von Tortoise und Jim O'Rourke eintritt und dabei keine Angst hat, eine Verbindung zum "Prog" herzustellen, und zwar nicht nur zum Prog, der als "cool" gilt wie King Crimson, sondern auch zu "uncoolem" Zeug wie Yes oder ELP. (Original englisch). Tatsächlich ist diese aus den Nöten und der Leidenschaft eines Fans vielleicht unfreiwillig entstandene Vorurteilslosigkeit, kombiniert mit der Fähigkeit zur Abstraktion, jene Stärke Martins, die einen über die vielen sonstigen Mängel seiner Bücher hinwegtrösten kann. Und die den Leser - wie schon Robert Fripp - zwingt, ihn ernst zu nehmen.

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