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Steven Freeman & Alan Freeman

The Crack In The Cosmic Egg



The Crack In The Cosmic Egg

Informationen

Erscheinungsjahr: 1996 (zweite Auflage Mai 1997)
ISBN: 0-9529506-0-X
Verlag: Audion Publications
Verlagsort: Leicester


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Es ist immer wieder erstaunlich, welchen geringen Rang Krautrock im Vergleich zum Ausland in Deutschland selbst einnimmt, welchen geringen Bekanntheitsgrad er hierzulande "geniesst". Praktisch alle ausführlicheren Publikationen zum Thema stammen von Fans aus anderen Ländern, so auch das vorliegende Werk der beiden Freeman Brüder, die das britische Audion-Magazin herausgeben.

"The Crack in the Cosmic Egg" versucht, anders als das arg selektiv und persönlich gehaltene Krautrocksampler von Julian Cope, eine umfassende Enzyklopädie zu "Krautrock, Kosmische Musik & anderer progressiver, experimenteller und elektronischer Musik aus Deutschland" zu sein und ist insofern eher mit Dag Erik Asbjørnsens "Cosmic Dreams At Play" zu vergleichen, wobei jener den Schnitt der aufgenommenen Alben zeitlich früher setzt, gegen 1976, während bei den Freemans musikalisch relevante Alben auch aus den 80ern und 90ern stammen können.

Auch die Freemans tappen - ähnlich wie Julian Cope - ein wenig in die Fan-Falle und überschätzen den Einfluss und kreativen Reichtum ihres Objektes wenn es etwa heisst: "Almost every groundbreaking new form of music started in Germany". Naja. Solche Aussagen findet man immer wieder, und diese muss man halt einzuordnen wissen. Und auch "The Crack In The Cosmic Egg" ist nicht frei von sachlichen Fehlern (die von Ralf J.G. in seiner Besprechung des "Krautrocksamplers" schon angesprochene Legende der holländischen Abstammung Rolf-Ulrich Kaisers wird hier wiederholt. Ob jetzt beide bei der gleichen Quelle abgeschrieben haben, oder die Freemans bei Cope?) Dennoch haben die Freemans sorgfältiger recherchiert als Cope und Asbjørnsen, haben Interviews mit etlichen deutschen Musikern geführt und fast alle der vorgestellten Alben wohl auch selbst gehört :-)

Hauptbestandteil des Albums ist eine alphabetische Auflistung von für den oben erwähnten Anspruch relevanten Bands mit kurzen Biographien, Discographien, Musik-Beschreibungen und Besetzungslisten. Dieser Teil nimmt fast 200 der insgesamt 288 DIN A4-Seiten ein. Das ist informativ, umfassend und zum Schmökern und Stöbern gut geeignet. Die wahre Stärke des Buches sind aber die vielen ergänzenden Inhalte: nach einer kurzen allgemein gehaltenen Einführung werden verschiedene regionale Krautrock-Szenen mit textlicher Beschreibung und Stammbaum-Graphiken näher vorgestellt. Sehr hilfreich ist dabei die abgedruckte Deutschland-Karte, die nicht nur dem Ausländern, sondern auch in Geographie weniger bewanderten Einheimischen die Lage der verschiedenen Zentren verdeutlicht...

Sehr brauchbar ist auch der ausführliche Index, unter anderem mit einem Querverweis-Index, der zu jedem genannten Musiker alle Bands aufzeigt, bei denen derjenige Mitglied oder zumindest bei einer Aufnahme beteiligt war. Weitere Abschnitte widmen sich den verschiedenen Krautrock-Labels, bekannten Nicht-Musiker-Szene-Persönlichkeiten (Soundmischer und Produzenten), abseitigen, aber dennoch erwähnenswerten Alben usw. Ein weiteres Kapitel listet legendäre Alben auf, die niemand kennt... Dieser Part ist inzwischen, nach dem mehr als 7 Jahre seit der Erstveröffentlichung des Bandes vergangen sind, etwas obsolet, da einige der erwähnten Obskuritäten wie "Flaming Bess" und "Trikolon" inzwischen sogar den Weg auf CD gefunden haben.

Trotz der oben erwähnten Schwächen liegt hier ein sehr aufwändiges, liebevoll zusammengetragenes Werk vor, das obendrein einen Haufen Informationen enthält, die zumindest zum eigenen Nachforschen und zur Schnäppchenjagd bei eBay anregen. Leider ist "The Crack In The Cosmic Egg" zur Zeit (Februar 2004) vergriffen und wird wohl auch in Buchform nicht wieder aufgelegt werden. Allerdings ist eine baldige Neuauflage in CD-ROM-Form geplant, ein Format, das sich bei den vielen Querverbindungen innerhalb der Szene anbietet.

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