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Bradley Smith

The Billboard Guide To Progressive Music



The Billboard Guide To Progressive Music

Informationen

Erscheinungsjahr: 1997
ISBN: 0-8230-7665-2
Verlag: Billboard Books, Watson-Guptill Publications
Verlagsort: New York, USA


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Smith gibt eine kurze, eher oberflächliche Einführung in Geschichte und Hintergrund des Prog. Aber das Hauptaugenmerk des Buches liegt sowieso in der recht detaillierten Besprechung von ca. 330 "Key-Recordings". Obwohl Smith einen eher weit gefaßten Prog-Begriff hat (merke: im Titel heißt es "Progressive Music", nicht "Progressive Rock") und viele 'New Age Jazz'-Platten aus dem ECM-Label bespricht und auch einen recht hohen Anteil an elektronischer Musik behandelt, läßt er doch einige Platten/Bands aus, die in so einem Überblick eigentlich nicht fehlen dürften wie z.B. "Soft Machine", "Gentle Giant", "Magma" und die komplette italienische Szene. Nichts desto trotz kann man hier einige Entdeckungen machen.

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Von: Nik Brückner


Wie Udo schon angedeutet hat, richtet sich Brad Smith nicht an den Einsteiger, sein Buch ist vielmehr für den Connoisseur gedacht - schön, denn die meisten dieser Albenempfehlungsbücher sind doch eher für den Progneuling verfasst. Und so haben Typen wie Udo auch endlich mal was Neues zu lesen bzw. zu hören.

Dennoch bietet Smith einleitend eine kurze Beschreibung des Progressive Rock sowie eine knappe Geschichte des Genres, wobei er sehr stark auf Gegensätze wie Kultur - Gegenkultur, Rebellion - Establishment, Realität - Gegenwelten abhebt, das muß man mögen.

Was die Liste der "Key Recordings" angeht, ist es tatsächlich seltsam, dass einige essenzielle Bands fehlen, Udo hat Magma und einige andere ja angesprochen. Andererseits kennt der Zielgrupp dieses Buches solche Bands natürlich und kann sich, wenn sie und ihre Platten doch erwähnt werden, an den eigenwilligen und gleichzeitig kompetenten Urteilen Smiths erfreuen bzw. reiben. Wirklich interessant wird es dann bei den weniger bekannten Namen: Michael Harrison, Tom Guralnick, Shawn Pinchback & Marion Garver, lauter Leute, deren Platten auf den BBS fehlen. Udo hat schon geschrieben: Es heißt "Progressive Music", nicht "Progressive Rock". Ein Zeichen für die Qualität des Billboard Guides ist dabei aber die Tatsache, dass viele heute sehr angesehene abgefahrene Bands hier geschmackssicher erstmals in gedruckter Form beschrieben wurden, wie etwa Happy Family, Ozric Tentacles oder Torn/Karn/Bozzio.

Nach 250 Seiten Key Recordings folgen dann einige Anhänge. Zunächst bietet er nochmal eine kanonische Auswahl von 100 Alben an - von denen ich selbst weniger als die Hälfte besitze. Muß ich mich jetzt verstecken? Nein, denn Smith ist da ebenfalls höchst eigenwillig. Als nächstes beschreibt er fünf Stilrichtungen des Prog, die er wenig sprechend (und wenig überzeugend) "Classical Formalism", "Impressionism", "Surrealism", "Dada/Absurdism" und "The Postmodern" nennt- Er übersieht dabei, dass solche terminologischen Übernahmen aus anderen Kulturbereichen nie glücklich sind und der Musik im Besonderen immer schon Probleme bereitet haben (man denke nur an den völlig gegenstandslos gewordenen Ausdruck "Klassik"). Außerdem wissen leider allzu wenige, und zu denen gehört auch Smith, dass es im Wortsinne (also von Surrealisten gemachte) surrealistische Musik tatsächlich gibt und Kate Bush, King Crimson und Pink Floyd - was auch immer Gemeinsames Smith in diesen Musiken zu erkennen vermag - gehören definitiv nicht dazu. Zudem ist Progressive Rock als Ganzes ein Phänomen der Postmoderne, auch da scheint mir einiges an Reflexion zu fehlen.

Weitere Appendices umfassen die besten Space-Alben, die Alben mit dem besten Sound, eine Auswahl weiterführender Platten und einige Einkaufstipps.

Trotz der zweifelhaften Anhänge geht meine uneingeschränkte Empfehlung an alle, die einen Grundstock an Alben bereits angesammelt haben und sich nun weiterbilden wollen. Smith ist ein guter Beschreiber und kann Euch kompetent weiterhelfen. Das Buch ist eines der besten seiner Art.

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