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Jim DeRogatis

Turn on your Mind. Four Decades of Great Psychedelic Rock



Turn on your Mind. Four Decades of Great Psychedelic Rock

Informationen

Erscheinungsjahr: 2003
ISBN: 9 780634 055485
Verlag: Hal Leonard Corporation
Verlagsort: Milwaukee


Rezensionen


Von: Christian Rode


Turn on your Mind! Die Stärke dieses über 600 Seiten starken, englischsprachigen Bandes liegt in der Tat in der Horizonterweiterung des Lesers, der unter Psychedelic Rock vielleicht eine kurze Phase der Rockmusik (1966-67) oder auch einen etwas längeren historischen Zeitraum versteht, der jedenfalls historisch, d.h. vergangen ist.

Four Decades of Great Psychedelic Rock. Der Untertitel ist Programm. Eigentlich könnten es auch fünf Dekaden sein, aber wenn man 1965/66 als Startpunkt der Entwicklung psychedelischer Rockmusik nimmt und den Erscheinungspunkt des Buches (2003) als Zeitpunkt des Resümees, dann kommt man in der Tat auf knapp 40 Jahre. So beschreibt DeRogatis anders als viele andere Autoren den Psychedelic Rock als nicht enden wollenden, sich immer weiter ausdifferenzierenden Strom der Musik seit Mitte der 60er Jahre. Seine Vorgehensweise ist nicht immer besonders systematisch oder gar wissenschaftlich. Ihm fehlt etwa eine Theorie der psychedelischen Rockmusik. Seine Auswahl ist durch sein persönliches Hörgefühl geprägt, aber es gibt doch immer wieder Aha-Effekte.

Nach einem Einstieg rund um LSD, dem ursprünglichen Transmissionsriemen früher Psychedelic, geht es zunächst um die Bands, denen Mitte der 60er Jahre als erste diese Droge verabreicht wurde, die umgehend eine erstaunliche Wirkung auf deren Musik entfaltete: Beach Boys, Beatles und Rolling Stones. Auch wenn dies ein wenig Stirnrunzeln verursachen dürfte, so ist dies doch historisch und musikalisch korrekt, denn die Alben dieser Bands in den Jahren 1966 und 1967 waren publikumswirksame Wegbereiter der Psychedelic, transformierten Beat und Ryhthm'n'Blues in ungeahnte Dimensionen. Weitere Stilrichtungen wie Folk (Byrds, Lovin Spoonful, Buffalo Springfield) folgten alsbald. Zunächst in Amerika, vorzugsweise an der amerikanischen Westküste (Grateful Dead, Jefferson Airplane, Moby Grape), dann aber auch z.T. in innovativer Kopie der amerikanischen Szene in England (ausführlich Pink Floyd, aber auch u.a. Soft Machine, Tomorrow) und später einfach überall. Wobei das "überall" etwas untergeht, da doch eine starke Zentrierung auf den anglo-amerikanischen Bereich vorherrscht. Auch die rege deutsche Psychedelic-Szene (Vibravoid, Liquid Visions, Zeitloop, Zone Six etc.) wird nicht beachtet. Besondere Kapitel oder Abschnitte widmen sich aber besonderen Spielarten der Entwicklungsgeschichte der Psychedelic, die z.T. dann eigene Genres mit Subgenres bildeten wie Progressive Rock (!), aber auch Krautrock oder soulbeeinflusste Psychedelic in den 70-er Jahren.

Im Progabschnitt, der den Prog begrifflich fein, aber in der Darstellung gleichwohl sehr oberflächlich ausdifferenziert, gilt besonderes Augenmerk der Gabriel-Phase von Genesis. Damit wird dem Leser zumindest eine der bedeutendsten, wenn auch nicht unbedingt psychedelischsten Progbands vorgestellt. Im Krautrockkapitel - immerhin knapp 40 Seiten! - werden die wichtigsten Bands besprochen wie Can, Amon Düül II, Tangerine Dream, Neu! und Kraftwerk. Bei allen Darstellungen gilt, dass es nie allzu sehr in die Tiefe geht, was in einem solchen Überblickband allerdings auch einfach nicht möglich ist. Immer wieder gibt es auch nette, aber völlig subjektive Best-of-Listen. So gibt es etwa ein Dutzend ausgewählter und kurz besprochener Prog-Alben, die als große Psychedelic-Alben z.T. verklärt werden: In the Court of the Crimson King, verschiedene Alben der frühen Yes, Aqualung, Brain Salad Surgery, Mekanik Destruktiw Kommandoh, Gentle Giants Giant for a Day (!) und Misplaced Childhood. Da fragt sich der Leser, zumal der progbewanderte, natürlich schon, warum gerade diese Alben... Bei aller bewusstseinserweiternden Leistung des Autors mangelt es da manchmal doch etwas an Plausibilität der Auswahl. Eine absolute Auswahl wird es aber gleichwohl kaum geben können. So darf man jede genannte Band, jede gemachte Auswahl auch wohl eher als Anregung, denn als absolute Setzung betrachten.

Interessant wird es aber eigentlich erst ab den 80er Jahren. Manches hat man ja schon immer irgendwie geahnt, anderes aber kommt überraschend bzw. man wird mit Interpreten konfrontiert, die man vielleicht noch nicht bewusst wahrgenommen hat. Turn on your Mind. Eine wichtige Stellung in den 80ern nehmen fraglos XTC ein, aber auch My bloody Valentine oder die Cocteau Twins werden genannt. Dann aber beschreibt DeRogatis ein Garage-Revival mit Bands, die ich zumindest noch nie gehört habe (The Lime Spiders, The Yellow Sunshine Explosion, The Miracle Workers usw.). Dankbar nimmt der Leser die Anregungen auf. Dann geht es um das Umfeld von Prince, dem u.a. auch poppige, psychedelic inspirierte Bands wie die Bangles entsprungen sind. Eine Übersicht widmet sich auch Interpreten, die zumindest einen bedeutenden psychedelischen Song (in den 60er und 70er Jahren) hatten, auch wenn sie sich nicht als psychedelisch verstanden wie z.B. die Who, Kinks, Black Sabbath (!) oder Donna Summer (!!). Da eröffnen sich dem Leser in der Tat neue Horizonte. Aber ganz abwegig erscheinen die Assoziationen doch nicht.

Die Entwicklungen der 90er verbreitern - ähnlich wie im Prog - dann auch wieder den psychedelischen Pfad. Da gibt es etwa Trip Hop (Tricky, Portishead, Morcheeba), aber auch Hip Hop (De la Soul, P.M. Dawn, ich würde aktuell noch Quasimoto hinzufügen) und Techno im weiteren Sinne (Aphex Twin, Future Sound of London, Moby). Mit Bands wie den Flaming Lips, Mercury Rev, Super Furry Animals oder Blur geht es dann wieder in vertrautere Gefilde. Und wenn Radiohead, Sigur Ros, Tortoise oder Porcupine Tree genannt werden, ist man schon wieder beim New Artrock zuhause, der als solcher jedoch nicht firmiert. Es fehlen dann aber auch für New Artrocker bedeutsame Bands wie Godspeed You! Black Emperor. Vielleicht eine Frage der Perspektive. Kurz vor Schluss gibt es dann noch einen Einblick in den Stonerrock (Kyuss, Monster Magnet, Queens of the Stoneage) und dann hat man unbedingt den Eindruck, dass Psychedelic Rock wirklich weitreichenden Einfluss gezeitigt hat.

Jerry Lucky bemerkt zu den weitreichenden psychedelischen Einflüssen in der Rockmusik: "Psychedelic music has been so assimilated as to be hardly distinguishable from the various modern rock styles." (The Psychedelic Rock Files, S. 275) Das ist allerdings ein Problem, denn ein gemeinsames Genre Psychedelic Rock ergibt sich aus den zusammengetragenen Entwicklungen letztlich nicht. So muss jeder selbst entscheiden, wie weit er DeRogatis auf seiner psychedelischen Spurensuche, die gelegentlich skurrile Züge annimmt, folgen kann und will. Stolpersteine finden sich genug, aber auch jede Menge bedenkenswerte Querverbindungen und Hinweise. Ich jedenfalls hatte oftmals das Gefühl ein wenig besser zu verstehen, warum mir die genannte Musik aus den unterschiedlichsten Genres gefällt. Das kann ja kein Zufall sein...

Als Bonbon gibt es nach Seite 550 noch Besprechungen bedeutender Alben der letzen 10 Jahre (Bardo Pond, Porcupine Tree, Radiohead, Sigur Ros, Tool, Wilco...), eine Liste von 189 ultimativen Psychedelic Rock?Alben von The Beatles Revolver über Wire 154 und Yo la Tengo Electr-O-Pura hin zu Common Electric Circus, 30 Seiten Nennungen weiterer psychedelisch interessanter Alben, und schließlich eine Bibliographie und einen umfangreichen Index. "Turn on your Mind" ist eine überarbeitete Ausgabe von "Kaleidoscope Eyes", das 1996 erstmals erschienen ist.

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