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Genesis

The Lamb Lies Down On Broadway


Von: Fabio Zuffanti (Finisterre, Höstsonaten, La Maschera Di Cera)

Zum englischen Original-Text

Ich bin nicht sicher, ob dies mein liebstes Prog-Album ist, aber auf jeden Fall ist es ein Album, welches ich gerade in diesen Zeiten immer wieder hören und bei dem ich immer wieder Neues entdecken kann.

Vieles wurde im Laufe der Zeit über dieses Werk gesagt; manche betrachten es als die bedeutendste Leistung von Gabriel & Co., andere sagen, es sei anmaßend, langweilig, zu kompliziert (gerade wie Yes' "Tales From Topographic Oceans"). Meiner Meinung nach ist es ein großartiges Werk, ein Stück weit anders als die vorherigen Genesis-Werke, wenn man es für sich betrachtet, eher ein Vorbote von Gabriels kommender Solo-Karriere. Aber es ist ein einzigartiges Werk, und wenn man es heutzutage anhört, klingt es immer noch modern und es nimmt kommende musikalische Entwicklungen und Trends vorweg. Dabei denke ich im wesentlichen an New Wave, manche Entwicklungen und Experimente in der elektronischen Musik, die heutige Produktionen charakterisieren.

Trotzdem ist dieses Album vollgepackt mit exzellentem sinfonischen Rock, der so geschickt mit anderen Einflüssen verbunden ist, dass dieses Album letztlich die gelungenste Verbindung der besten Musik der letzten 30 Jahre darstellt.

Das Konzept des Doppel-Albums basiert auf dem Charakter 'Rael', einem jungen puertoricanischen Aufrührer, der sich in einer alptraumhaften Welt wiederfindet, in der die wildesten geistigen Trugbilder und unbewussten Ängste bis hin zu komplettem Wahnsinn wahr werden. Seine Persönlichkeit wird zerstört, bis er nur mehr den Schatten einer menschlichen Existenz darstellt. Diese fingierte Welt wird von den Musikern wundervoll heraufbeschworen. Der Erzähler forscht, geht verloren und leitet uns doch durch Türen, Korridore, Labyrinthe, frauengesichtige Schlangen, Männer in Kisten, abscheuliche Kastraten und andere bizarre Kreaturen, während uns der Klang des Mellotrons zum nächsten Halt dieses halluzinierenden Trips bringt.

Im wesentlichen startete Gabriel seine Solokarriere, die voll von abenteuerlicher und toller Musik ist, auf Basis dieses Albums, während Genesis mit "A Trick Of The Tail" und "Wind And Wuthering" eher wieder zu ihren alten musikalischen Mustern zurückkehrten, um schließlich vollkommen in der Pop-Musik zu enden. "The Lamb..." wird rückblickend als wundervolles, jedoch untypisches Meisterwerk gelten. Möglicherweise haben wir das Wesentliche des Albums immer noch nicht verstanden. Und das macht es noch viel faszinierender!

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