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GLOSSAR: K
Kaiser, Rolf-Ulrich
Kammerrock
KC
Konzeptalbum
Krautrock
Kunstkopf-Stereophonie
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23875 Rezensionen zu 16314 Alben von 6337 Bands.
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Glossar:

K



Kaiser, Rolf-Ulrich:


Rolf-Ulrich Kaiser war eine der einflussreichsten, aber auch umstrittensten Figuren der deutschen Progszene. Als Mitorganisator der Essener Songtage 1968 und Gründer der Labels "Ohr" und "Pilz" erwarb er sich unbestreitbare Verdienste um die Entwicklung des frühen deutschen Prog. Bands und Künstler wie Klaus Schulze, Tangerine Dream, Ash Ra Tempel oder Guru Guru veröffentlichten ihre ersten Platten auf Kaisers Labels.

Allerdings geriet Kaiser in den 70ern zunehmend unter den Einfluss des amerikanischen "Drogenpapstes" Timothy Leary, versuchte den bei ihm unter Vertrag stehenden Bands ein Image als "Kosmische Kuriere" zu verpassen, wohinter sich die Propagierung des Konsums von LSD verbarg.

Ca. 1975 beendete Rolf-Ulrich Kaiser alle geschäftlichen Aktivitäten, über seinen weiteren Verbleib gibt es allerlei Spekulationen.

Einen ausführlicheren Artikel über Rolf-Ulrich Kaiser findet man hier. (jr)

Krautrock

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Kammerrock:


Die Stilbezeichnung "Kammerrock" (oder auch "chamber rock") definiert weniger ein abgeschlossenes Genre des Prog, sondern dient vielmehr als metaphorische Umschreibung für das Klangbild bestimmter Bands.

Wesentliches Merkmal ist die ungewöhnliche Instrumentierung, die letztlich auch die Grundlage für das eigenwillige Klangbild der Gruppen dieses Stils ist. Kammerrock-Bands ziehen eine grössere Zahl eher rockuntypischer, meist akustischer Instrumente in ihre Musik mit ein (z.B. Violine, Cello, Bratsche, Oboe, Fagott, div. Flöten, Saxophon, Harmonium, Cembalo), so dass eine an klassischer Ensemblemusik oder moderner Klassik orientierte Bandzusammensetzung entsteht.

Dazu kommen dann die Rockinstrumente Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards. Häufig ist die E-Gitarre im Gesamtsound eher unterrepräsentiert, während die exotischeren Instrumente die Soloparts übernehmen. Oftmals wird auch reine Instrumentalmusik ohne Gesang (und wenn, dann eher als lautmalerisches Stilmerkmal) geboten.

Nicht selten sind Kammerrock-Bands denn auch den etwas "schrägeren" Bereichen des Prog wie RIO / Avant oder Zeuhl zugehörig. Bekannte Vertreter sind zum Beispiel die Belgier "Univers Zero" oder auch die Franzosen "Art Zoyd". (tk); (rjg); (ab)

AvantProg; Flöte; Harmonium; RIO; Zeuhl

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KC:


Es gab mal eine Gruppe namens "K.C. and the Sunshine Band". Progger aber verstehen unter KC "King Crimson", zweifellos eine der fünf wichtigsten Bands des Genres. (rjg)

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Konzeptalbum:


Man sollte annehmen, daß hinter jeder Plattenveröffentlichung ein Konzept steht. Oft ist es allerdings nur ein kommerzielles. Im Prog versteht man unter Konzeptalben Einspielungen, die nicht unverbundene Einzelstücke aneinanderreihen, sondern den gesamten Ablauf einem thematisch-musikalischen Plan unterwerfen. Oft wird eine Geschichte erzählt. Der Zusammenhang mit der klassisch-romantischen Programm-Musik ist offenkundig und wird besonders deutlich in ELP´s "Pictures at an Exhibition". Dort wird die musikalische "Promenade" durch eine Ausstellung des Malers Viktor Hartmann, die 1874 Modest Mussorgskij komponierte, rockmusikalisch umgearbeitet. Zu einem Konzeptalbum gehört in der Regel ein entsprechend gestaltetes Cover, wozu es ohne die einstmals viel Fläche bietenden LP-Hüllen vielleicht nie gekommen wäre. Die Zahl der Konzeptalben ist unüberschaubar. Ein berühmtes älteres, das gleichzeitig das Genre parodiert, ist "Thick as a Brick" von Jethro Tull, ein bekanntes neueres "Subterranea" von IQ.

Eine Art Konzeptalben-Overkill bieten die finnischen Colossus-Projects.

Wer mehr wissen will, sollte auch unseren Leitfaden zu dem Thema lesen. (rjg)

Colossus; Artwork

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Konzeptalbum

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Krautrock:


Deutsche sind "Krauts", also ist deutsche Rockmusik "Krautrock". Gemeint ist mit dem Begriff v.a. die Musik der frühen 70er Jahre. Obwohl ursprünglich durchaus abwertend gemeint ist aus dem Schimpfwort längst das Markenzeichen für ein Sammelgebiet geworden. Unter dem Titel "The Crack in the Cosmic Egg" liegt beispielsweise eine Enzyklopädie des Krautrocks in gedruckter Form vor. Als musikalischer Stilbegriff taugt der Ausdruck allerdings weniger, denn die darunter gefassten Bands und Künstler vertreten ein allzu weites Spektrum. Dies wird schon deutlich, wenn man bedenkt, daß ein Projekt wie "Kraftwerk" heute zu den Urvätern des Techno gerechnet wird, andere Krautrocker hingegen - z.B. "Kraan" oder die späteren "Guru Guru" - sehr dem Jazzrock zuneigten. Als Sonderrichtung teutonischen Musikschaffens - vertreten etwa durch Klaus Schulze und "Tangerine Dream" - unterscheidet man daher die bedeutsam wabernde sog. "kosmische Musik" gerne vom real rockenden Krautrock. Beiden Richtungen wird im allgemeinen ein Hang zum Sperrigen, Experimentellen oder gar "Avantgardistischen" (sowie zu einem schlechten Englisch) attestiert. Eine eher leichtfüßige deutsche Band wie Lake, die einen britischen Sänger und einen sehr "internationalen" Sound hatte, würde man daher kaum zum Krautrock rechnen. Ebensowenig denkt man dabei an die Rockmusik in der DDR, die eine unter eigenen Bedingungen existierende Szene bildete. Eine Band von hohem Rang, die oft dem Krautrock zugerechnet wird, ist "Can". Andere Namen lauten "Amon Düül", "Grobschnitt", "Novalis", "Wallenstein", um nur einige wenige zu nennen. Übrigens: Der englische Musiker Julian Cope veröffentlichte 1995 eine leidenschaftliche Liebeserklärung an das Genre. Besprechung hier. (rjg)

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Krautrock

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Kunstkopf-Stereophonie:


Bei der Kunstkopf-Stereophonie handelt es sich um ein 1973 entwickeltes Aufnahmeverfahren, bei dem zwei Mikrophone genau an der Position der Trommelfelle in einem anatomisch korrekt nachgebildeten Modell eines menschlichen Kopfes platziert werden. Kunstkopf-Aufnahmen, die man mit einem geschlossenen Kopfhörer hört, ergeben ein Klangbild, bei dem die dreidimensionale Positionierung der Geräusche verblüffend realistisch ist.

Mehr Infos zum Kunstkopf gibt es hier: www.drm-berlin.de/themen-2-kunstkopf-61.html (ug)

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Beiträge von: Jochen Rindfrey (jr), Thomas Kohlruß (tk), Ralf J. Günther (rjg), Achim Breiling (ab), Udo Gerhards (ug)

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