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Leitfaden: NeoProg der 90er Jahre
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Leitfaden:

NeoProg der 90er Jahre



Nachdem die Neoprogbands der 80er Jahre zum Ende des Jahrzehnts mit ihrem Stil den geänderten Ansprüchen der Plattenfirmen oder aber auch der Zuhörerschaft Folge leisten mussten, waren viele Formationen zu Beginn der 90er Jahre erst einmal in der Versenkung verschwunden. Marillion als Flaggschiff der britischen "Neoprog-Macht" hatten nach dem Weggang von Fish eine neue, eigene Dynamik entwickelt, die sich in einem modifizierten Stil spiegelte. Daher findet die Band im nachfolgenden Leitfaden keine Berücksichtigung.

Rein formal waren die Voraussetzungen für ein neues Aufkeimen der Neoprog-Herrlichkeit niederschmetternd negativ. Trotzdem begann sich in den 90er Jahren so etwas wie eine "Independent-Progszene" zu formieren. Zur gleichen Zeit etablierten sich auch diverse Fanzines. Das holländische SI-Magazin nahm dabei eine Vorreiterrolle ein. Es dominierte mit dem gleichnamigen Label sowie Mailorderversand die Szene bis Mitte der Neunziger.

Nach dem sang- und klanglosen Ende des britischen Prog-Revivals im vorangegangenen Jahrzehnt hatte sich eine regelrechte Fanzine-Kultur entwickelt. Als trotziger Widerpart zu der von den großen Labels forcierten Kommerzialisierung setzte sie eine selbstbewusste Eigendynamik frei. Eine nahezu weltweit kooperierende Progszene etablierte sich, die oft den persönlichen Kontakt zwischen der sehr überschaubaren Fanbasis und den Bands ermöglichte. So konnte zumindest im kleinen Kreis der hochmelodischen Variante der progressiven Rockmusik gefrönt werden, die sich meist ganz dem schwelgerischen Zusammenspiel von Gitarre und Keyboards widmete. Emotionale Melodielinien und bombastisch-melodische Klangflächen wurden zum Markenzeichen dieses Stils.

Pendragon landeten mit ihrem unabhängig von den Plattengiganten veröffentlichten Album "The World" (1991) auf Anhieb einen zuvor nicht für möglich gehaltenen Achtungserfolg. Im Sog dieses opulenten Schönklangs formierten sich in etlichen Staaten des europäischen Festlandes Formationen ähnlichen Stils. Auch IQ meldeten sich 1993 mit dem Album "Ever" wieder zurück und hatten damit die Melodic-Rock-Einflüsse der späten 80er Jahre hinter sich gelassen. Selbst Polen schickte mit Collage, Quidam und Abraxas versierte Bands ins Rennen.

In deutschen Landen erspielten sich Chandelier ein dankbares Stammpublikum, das regelrecht nach Formationen im Kielwasser von Marillion (mit Fish) zu lechzen schien. Eigenartigerweise spielten Chandelier im Januar 1998 während der ersten Deutschlandtournee von Spock´s Beard in deren Vorprogramm, hatten dem spielfreudigen Retroprog der Amerikaner freilich wenig entgegenzusetzen. SI waren zuvor schon in Konkurs gegangen.

Das indirekt aus dem deutschen Ableger des SI-Magazines und dessen Nachfolger hervorgangene Label InsideOut begann die Szene zu dominieren. Es setzte vornehmlich auf Retroprog sowie Progmetal. Während sich viele Bands erst einmal stilistisch neu orientierten oder gar ganz von der Bildfläche verschwanden, stiegen mit den neu erstarkten britischen Neoproggern IQ, Pallas und Pendragon altbekannte Formationen wieder zu festen Größen auf.

Die Hauptliste

Aragon (Australien)


Mouse, 1995
Aragon: Mouse

Aussie-Prog. Man kann sich ja kaum vorstellen, dass in dem knorrigen Land aus Wüste, Regenwald und... äh... Wüste, symphonische, bis zu einem gewissen Grad verklärt romantische Musik kommt. Zu "deadly Australia" (neben mannigfaltigen endemischen Tierarten findet sich in Australien die größte Dichte an wirklich gefährlichen Viechern...) passen eben eher die "Country and Eastern" Songs von INXS, Midnight Oil und Konsorten.

Tatsächlich hat Australien ein gutes Dutzend Bands/Musiker, die weitestgehend im Prog-Umfeld musizieren. Aragon dürfte das Aushängeschild in Sachen NeoProg sein. Das erste Lebenszeichen der Kerngruppe um Les Dougan, Tom Behrsing und John Poloyannis gab es 1987. Das selbstfinanzierte Mini-Album Don't Bring The Rain überzeugte durch einen aggressiven Marillion-Stil und wurde 1990 in erweiterter Form von MSI als CD veröffentlicht. Danach begann das lange Warten. Mouse wurde nämlich bereits mit der Wiederveröffentlichung angekündigt.

In den entsprechenden Magazinen (SRM, SI-Magazine, später Empire) wurden immer wieder "bits and pieces" über den Stand der Entwicklungen gegeben. Es sollte etwas Großes werden. Die NeoProg-Welt schaute gen "downunder". Warum Mouse schließlich 5 Jahre auf sich warten ließ, können wir nicht so recht beantworten. Richtig ist aber, dass die Band zu SI-Music gewechselt war, zwischenzeitlich den Appetizer The Meeting (als Teil des Mouse-Konzepts) und die Demo-Sammlung Rocking Horse (and other short stories from the past) veröffentlichte und schließlich, schon in den Iden der holländischen Plattenfirma mit letzter Not Mouse auf die Welt losließ.

Soviel "marketingstrategische Verzögerungstaktik" findet auch seinen Niederschlag in unserem kleinen Leitfaden. Mouse ist ein 70-minütiges Konzept in klassischer NeoProg-Tradition. Übergänge, Akte mit Teilstücken, eine krude Story, der kongeniale Aragon-Stil zwischen überzogenem Pathos, Aggressivität und Bombast. Die Blaupause für Aragon heißt Mouse.

In der Folge wurde es wieder ruhiger um die Band, die inzwischen aber in gewohnten Zeitabständen von sich hören lässt. Das leidlich straight-rockige Mr. Angel erschien 1998, und das bis dato letzte Lebenszeichen der Combo datiert von 2004, bietet aber wieder mehr den typischen Aragon-Stil, für den man die Band heiß und innig liebt oder mit größtmöglicher Verachtung straft.

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Arena (Großbritannien)


Songs From The Lions Cage, 1995
Arena: Songs From The Lions Cage

The visitor, 1998
Arena: The visitor

Die Geschichte des Neoprog ist eng mit dem Namen Marillion verbunden, "Erfinder" von Marillion ist ein gewisser Mick Pointer, der nach Veröffentlichung des Kult-Albums Script For A Jester's Tear "von der Band gegangen wurde"...

Zwölf Jahre saß Pointer vermeintlich schmollend in seinem Kämmerlein und dann kam ihm eine Idee. "Seine" alte Band bediente seit Beginn der 90er die "klassische" NeoProg-Klientel nicht mehr, warum also nicht in die vorhandene Lücke stoßen?

Pointer kontaktierte Tausendsassa Clive Nolan und Avalon waren geboren... Avalon? - So sollten Arena ursprünglich heißen. Die Namensrechte (so weit uns bekannt gibt/gab es eine deutsche Metal-Band Avalon) waren nicht zu bekommen, vom "A" wollte man sich aber nicht lösen, und deshalb heißt die wohl prägendste NeoProg-Combo der 90er eben Arena (und so bleibt der Titel der Vorzeigeband des Genres eben doch wieder irgendwie im Hause Marillion hängen...).

Das Debüt der Combo bietet entsprechend druckvollen, gitarrenbetonteren NeoProg der Marke "als wäre Fish nie gegangen". Die "Ketzer" nennen es "Marillion-Klon". Wem anders aber sollte es zustehen ein "Marillion-Klon" zu sein, als Mr. Marillion himself? Für den Fan des Genres ist Songs From The Lions Cage ein Gedicht, bietet es doch exakt das so lange vermisste Futter für die Ohren und darüber hinaus einige rockige Akzente, die dem NeoProg neuen Schwung brachten.

Trotz diverser Besetzungswechsel konnte das Folgealbum Pride an den Stil anknüpfen, ehe die Band auf The Visitor eine weitere Facette ihrer Musik präsentierte. Das düstere Konzeptalbum besticht durch eine außerordentliche Mischung aus elegischem "Floydian-Sound", harten, treibenden Prock-Stücken und stimmungsvollen Sympho-Momenten. Bis heute gilt The Visitor als das Aushängeschild der Band.

Das Besetzungsrad drehte sich zum Folge-Album Immortal? ein weiteres Mal und seitdem erscheinen, in nun stabilem Lineup (Pointer, Nolan, Salmon, Mitchell, Sowdon), kontinuierlich Alben der Band. Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man Arena als die Vorzeige-Band des NeoProgs der 90er (und folgende) bezeichnet. Wer diese Band nicht kennt, kann keine Meinung zum Genre haben.

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Asgard (Italien)


Imago Mundi, 1993
Asgard: Imago Mundi

Asgard, die Mythologie-Progger aus Treviso, entstanden um 1987. Die Band veröffentlichte zwei Demo-Kassetten, wovon die zweite (kpl. Live) im alterwürdigen "Sophisticated Rock Magazine" (Gott hab´ es selig) frenetisch abgefeiert wurde.

Die Band unterschrieb 1991 einen Vertrag bei "WMMS", dem deutschen Label von Peter Wustmann. Innerhalb von nur zwei Jahren entstanden vier Alben, die den Norditalienern einen "Ruf wie Donnerhall" einbrachten. Die Mischung aus Retro-Ästhetik, Nordmann-Mythologie, symphonischen Grundstrukturen und geheimnisvollem Konzept-Image brachte den studierten Musikern einen Kultstatus ein, der bis heute seine Berechtigung hat.

Zwar verbindet alle vier Frühneunziger Alben der "typische" Asagard-Sound, dennoch entwickelte man sich vom NeoProg-Schlachtschiff zum Esoteric-Prog, ging über zu düster-melancholischen Bombast-Songs und landete schließlich beim relativ einzigartigen NeoProgmetal von Imago Mundi. Diese Platte markierte den Höhepunkt und zunächst auch das Ende der Band, die sich in alle Winde zerstreute. Der hochgelobte Sänger Chicco Grosso z.B. setzte sein Musikstudium in den USA fort und hatte nur noch diverse Gastauftritte auf Progalben.

2000 erschien das lange angekündigte Werk "Drachenblut", mit dem die Band allerdings nicht an die Qualitäten der Frühneunziger Alben anschließen konnte. Von der Ur-Besetzung waren nur noch Chris Bianchi d'Espinosa und Alberto Ambrosi dabei, und v.a. Neusänger Ivo Gallo enttäuscht auf der Platte komplett. Das Album „Ragnarøkkr" ist ebenfalls auch schon wieder seit 2000 angekündigt. Schauen wir mal, wie es womöglich weiter geht.

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Clepsydra (Schweiz)


More grains of sand, 1994
Clepsydra: More grains of sand

Aus dem sonnenverwöhnten Tessin im Süden der Schweiz stammen Clepsydra, die aus der Band Delta Prophecy hervorgegangen sind und 1990 mit dem neu an Bord gekommenen Sänger Aluisio Maggini ihr Debütalbum "Hologram" aufnahmen. Die ersten CD-Ausgaben warteten dem Titel entsprechend gar mit einem Hologramm einer winzigen Statue auf, die von niemand Geringerem als H. R. Giger entworfen wurde.

Im melodisch-romantischen Segment der Rockmusik angesiedelt, bewegten sich die Kompositionen zwischen modernem Neoprog und anspruchsvollem Melodic Rock. Nach der Aufnahme der EP "Fly Man" (1993) folgte zu Beginn des Jahres 1994 die Fertigstellung des zweiten Albums "More Grains Of Sand", mit dem die Band ihren auf dem Erstlingswerk eingeschlagenen Weg perfektionieren sollte.

Im hochmelodischen Neoprog angekommen, offerieren die Musiker aus der italienischen Schweiz ein äußerst emotional gesponnenes Werk, das sich in seiner konzeptionellen Geschlossenheit den verschiedensten Facetten des menschlichen Gefühlslebens widmet. Die musikalische Umsetzung lebt vom unverblümten Bekenntnis zur emotionalen Tiefe. In schwelgerischen Melodiebögen setzt die Gitarre von Lele Hofmann zusammen mit wohl dosierten Keyboardeinsätzen verklärte Höhepunkte. Der inbrünstige Gesang von Aluisio Maggini glänzt mit emotionaler Wärme. Auch wenn sein italienischer Akzent unüberhörbar ist, verleiht seine Stimme dem Ganzen eine eigene Note. Seine Gesangsleistung kommt hier wahrlich von Herzen.

Mit dem Gitarristen Marco Cerulli als Ersatz für den ausgeschiedenen Lele Hofmann folgten die beiden weiteren Alben "Fears" (1997) und "Alone" (2002), auf denen sich die Tessiner unbeirrt dem melodischen und gefühlsbetonten Neoprog widmeten.

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Collage (Polen)


Moonshine, 1994
Collage: Moonshine

Mitte der 80er, als die New Wave die allgemeine Musikszene beherrschte, kam es fast einem Anachronismus gleich, in Polen eine Progressive Rock Band zu gründen. Doch mit ihrem hochmelodischen neo-progressiven Stil spielten sich Collage über die Jahre in die Herzen ihrer Fans. Selbst in Westeuropa, vor allem in Holland und Frankreich, erarbeiten sie sich, obwohl sie zu Beginn nur in polnisch sangen, einen Kultstatus.

Der erste Popularitätsschub erfolgte 1989 mit dem Album „Basnie“. Die Band selbst wurde vom Erfolg außerhalb ihres Heimatlandes völlig überrascht und entschloss sich daraufhin, ihr nächstes Album mit englischen Texten zu veröffentlichen. Nach einigen bandinternen Problemen, diversen Umbesetzungen sowie dem Album „Nine songs of John Lennon“, dass ausschließlich Coverversionen von John Lennon und den Beatles beinhaltete, nahm schließlich das holländische Progressive Rock Label "SI Music" Collage unter Vertrag.

Und so erschien im Herbst 1994, nach fünf langen Jahren des Wartens, mit „Moonshine“ endlich die zweite CD, mit ausschließlich eigenen Songs, diesmal ausnahmslos englisch gesungen. Das Album klang wesentlich professioneller und durch die englische Sprache auch nicht mehr so hart, die Kritiken waren dementsprechend überschwänglich. Kurz nach der Veröffentlichung folgte noch eine kleine Promotour mit Fish.

Anfang 1996 erschien mit „Safe“ ein weiteres Studioalbum, das zuerst unter einem anderen Bandnamen erscheinen sollte. Doch im letzten Moment entschloss man sich, es unter dem Namen Collage zu veröffentlichen, obwohl es - trotz typischem Sound und melodischem Touch - wesentlich softer, geradliniger und teilweise fast schon poppig ausgefallen war. Die Kritiken waren dementsprechend zwiespältig. Man warf der Gruppe vor, sich zu weit in kommerzielle Gefilde zu wagen. Nach einigen Liveauftritten ging die Band anschließend getrennte Wege. Einige Jahre später feierte sie mit einigen Collage-Mitgliedern unter dem Namen Satellite aber ein gelungenes Comeback.

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Galahad (Großbritannien)


Sleepers, 1995
Galahad: Sleepers

Galahad wurden nicht nach dem Ritter der Tafelrunde benannt, sondern nach einem Obst- und Gemüsehandel in Dorset, dem Herkunftsgebiet der Band. Die Anfänge der Band reichen zurück bis ins Jahr 1985, womit man die Briten eigentlich fast noch zur ersten Welle der NeoProg-Bands zählen kann. Zudem lehnten sich Galahad nicht nur an die Urväter des britischen Progs der Siebziger an, sondern auch überdeutlich an frühe NeoProg-Bands. Nicht von ungefähr bestand in den Anfangstagen ihr Liverepertoire auch aus Coverversionen von Genesis und Marillion. Übrigens war Sänger und Gründungsmitglied Stuart Nicholson nach dem Ausstieg von Fish bei Marillion sehr nah daran, dessen Nachfolger zu werden.

Nach mehreren Mini-Kassettenalben und Demos erschien 1991 das erste Galahad-Album "Nothing Is Written", das zwar noch etwas die Eigenständigkeit vermissen ließ, trotzdem aber schon die spezielle NeoProg-Spielart der Band zu erkennen gab. Nachdem 1993 das Kassettenalbum "In A Moment Of Madness" um einige Bandklassiker ergänzt unter dem Titel "In A Moment Of Complete Madness" unters Volk gebracht wurde, und Anfang 1995 auch der Akustik-Ableger Galahad Acoustic Quintet sein CD-Debüt feiern durfte, erschien im Spätsommer desselben Jahres "Sleepers".

Auch wenn das Album nicht ganz die Energie und Dynamik transportiert, mit der Galahad live Konzertsäle rocken, so bietet "Sleepers" doch die Quintessenz der klassischen Galahad-Phase. Vor allem der gleichnamige Titelsong ist eine der Hymnen der Band und erzählt mit dichter Atmosphäre und viel Dramatik die Geschichte der französischen Resistance im Zweiten Weltkrieg. Mit "Exorcising Demons" und dem teilweise instrumental-frickeligen "Live and Learn" bietet "Sleepers" zudem zwei weitere Band-Klassiker, die nach wie vor in ihrem Live-Repertoire auftauchen.

Galahad sind bis heute aktiv und finden sich zu seltenen Anlässen auch auf dem europäischen Festland ein, um die Fanbasis mit ihren energetischen und stets unterhaltsamen Auftritten zu begeistern. Nach "Sleepers" begannen die Briten allerdings ihren typischen NeoProg um moderne und elektronische Elemente anzureichern, was teilweise weniger gelang (wie auf dem direkten Nachfolger "Following Ghosts"), teilweise aber auch - wie auf "Year Zero" - durchaus zu begeistern vermochte.

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IQ (Großbritannien)


Ever, 1993
IQ: Ever

Subterranea, 1997
IQ: Subterranea

Die Geschichte von IQ beginnt Ende der 70er Jahre. Mike Holmes und Martin Orford gründen über Umwege die Instrumental-Combo „The Lens“, aus der mit Beitritt von Tim Esau, Peter Nicholls und Paul Cook „IQ“ wird. Die Band erspielt sich rasch eine Fanbasis und erreicht mit den Kult-Alben Tales From The Lush Attic und The Wake (siehe auch Leitfaden 80er Jahre Neoprog) den Status als Teil der Neoprog-„Big 5“ der 80er (die anderen vier sind Marillion, Twelfth Night, Pallas und Pendragon). Mit den beiden Major-Alben „Nomzamo“ und „Are You Sitting Comfortably?“ kommt es zu Verkaufszahlen zwischen 80.000 und 100.000 Einheiten. Zu wenig für das junge Polydor-Sublabel „Squawk-Records“, das Insolvenz anmelden muss. Damit scheint die Geschichte für IQ zu Ende zu sein...

Anfang der 90er Jahre machen „rumours“ über das Comeback der Band die Runde... Peter Nicholls (zwischenzeitlich durch Paul Menel abgelöst) kommt zur Band zurück, Tim Esau (der mit Paul Menel lieber poppigere Sachen machen möchte) wird durch den Ex-Ark John Jowitt ersetzt. Nach der 91er Resteverwertung „J’ai Polette D’arnu“ folgt das Comeback-Album „Ever“ – und das Warten hat sich gelohnt. „Ever“ bietet - angefangen beim Cover-Artwork, über die Genesis-Einflüsse, die typisch-humoristische Note der Band, bis hin zum seltsam-nasalen Gesang Nicholls - alle Trademarks, die ein klassisches IQ Album ausmachen. Ohne weiteres darf man diese Platte als Klassiker des Genres werten.

Und die Band setzt einen drauf! Zunächst mit dem aufwendigen Dreh zu „Forever Live“, einem einmaligen Konzert in Kleve, welches als Dankeschön an die Fans auf Video und CD veröffentlicht wird (später dann als DVD). Dann (und nach Meinung der meisten Fans) das Band-Meisterwerk "Subterranea", das nicht selten als das „Lamb Lies Down On Broadway“ des NeoProg tituliert wird.

Auch im dritten Jahrzehnt ihrer Existenz (und bald schon das vierte – meine Güte!) sind IQ voll aktiv, spielen fleißig Live und veröffentlichen allerhand Platten. Auch der Ausstieg von Ur-Drummer Paul Cook (der sich im Guten verabschiedet hat), ändert nichts an dem Willen der Jungs, uns auch zukünftig mit „IQ-Prog“ zu beehren.

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Jadis (Großbritannien)


More than meets the eye, 1992
Jadis: More than meets the eye

Jadis wurden Mitte der 80er Jahre von Gitarrist und Sänger Gary Chandler gegründet. Sie traten in der NeoProg-Szene 1987 als Vorband von IQ während der Nomzamo-Tour erstmals nachhaltiger in Erscheinung. Nachdem 1989 eine (Demo-)LP - produziert übrigens von Marillions Steve Rothery - ein frühes Studio-Lebenszeichen gesetzt hatte, erschien 1992 das erste "reguläre" Album "More Than Meets The Eye".

Die Mitgliedschaft der beiden IQ-Musiker Martin Orford und John Jowitt an Keyboards und Bass machten Jadis zu einer halben NeoProg-Superguppe. Das weckte von vornherein die Aufmerksamkeit der progressiven Öffentlichkeit, so dass man sich des Interesses am Debüt gewiss sein konnte. "More Than Meets The Eye" steckte dabei schon alle Eckpfosten ab, die dem charakteristischen Jadis-Sound bis heute eigen sind: Das rockige und zugleich elegische Gitarrenspiel, der angenehme Gesang von Mastermind Gary Chandler, Orfords symphonische Keyboards und das von Jowitt und Drummer Steve Christeyein solide gelegte rhythmische Fundament sorgten für frischen Wind und für einiges Aufsehen. Chandler selbst hat den Stil der Band übrigens stets als "symphonischen Hardrock" bezeichnet.

Entsprechend der Furore, die das Album in der Szene machte, konnten Jadis auch einige Umfragen für sich entscheiden. So wurde "More Than Meets The Eye" in einem Poll des SI-Magazins (vgl. Einleitung) zum Album des Jahres gewählt. Im Jahre 2005 wurde "More Than Meets The Eye" im frischen Soundgewand als Doppel-CD zusammen mit dem 1989er Demo und weiteren Raritäten in einer empfehlenswerten Neuauflage wiederveröffentlicht.

Jadis sind nach wie vor aktiv und haben trotz gelegentlicher (und stets nur kurzfristiger) freundschaftlicher Trennungen von Orford und Jowitt mehrere Alben im ihrem typischen Stil herausgebracht. Diese Stiltreue sorgte und sorgt zwar dafür, dass Fans der Formation stets mit dem Gewohnten und Gewollten bedient werden, rief andererseits aber auch Verdruss bei den Gegnern allzu großen Stillstandes hervor. Weiterhin haben die Briten sich im Verlauf ihrer langen Geschichte einen veritablen Ruf als gute und spielfreudige Live-Kapelle erspielt, den man zumindest auf ihrem 1997er Album "As Daylight Fades" durchaus nachvollziehen kann.

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Landmarq (Großbritannien)


Solitary Witness, 1992
Landmarq: Solitary Witness

Offiziell beginnt die Geschichte um Landmarq 1990. Doch eigentlich ist die Truppe die Nachfolge-Combo der 80er Jahre NeoProg-Kultband Quasar, aus der sich Landmarq in weiten Teilen rekrutierte. Uwe D'Rose, Steve Leigh und Bob Daisley stoßen bei Quasar aufeinander, später nimmt man Dave Wagstaffe hinzu, der auch mal bei Quasar war, und heutzutage singt Tracy Hitchings, ehemals... Quasar... Quasar's Boss war ein gewisser Keith Turner, an seine Stelle trat jedoch Steve Gee (sonst hätten sie ja gleich als Quasar weitermachen können). Auch bemerkenswert, dass Steve Leigh vor Quasar bei einer Band namens Chemical Alice gespielt hat. Jester halten die Luft an, das war nämlich Mark Kellys Ur-Combo. So viel zu den Verstrickungen des britischen Neoprog...

Am erzählenswertesten ist sicherlich das große Durcheinander auf der Position des Sängers. Begann die Band ursprünglich mit Bob Daisley, stieg dieser vor Veröffentlichung der ersten Note wieder aus, wurde ersetzt durch den Schauspieler und Musical-Actor Rob Lewis-Jones, der auf dem ersten SI-Sampler der Erstveröffentlichung von Suite St. Helen's (Edit) seine Stimme leiht. Zwischendurch ergattern Landmarq einen Deal beim damals führenden SI-Label, stehen aber plötzlich ohne Rob Lewis-Jones da, der seine "echte" Karriere lieber vorantreiben möchte. Die Ex-Quasar erinnern sich an die Ex-Quasar Tracy Hitchings und bitten sie das Debut einzusingen. SI-Music legt aber ein "Veto" ein, da sie just zum gleichen Zeitpunkt das Solo-Debut der Hitchings veröffentlichen und (so kolportiert man) der guten Hoffnung sind, sie als "kleine Kate Bush" groß rausbringen zu können... Ein Glücksfall für die Musikgeschichte, denn plötzlich bringt Sound-Engineer Karl Groom (der von Threshold und Shadowland und so) einen neuen Namen ins Spiel: Damian Wilson. Und endlich: zunächst ist also ein (Stamm-)Sänger gefunden (und was für einer!)

Zwischen- (eigentlich Haupt-) Bemerkung

Solitary Witness ist bis heute das Vorzeige-Album der "klassischen" Neoprogger von Landmarq. Eher melodisch-schlicht, dennoch knackig-rockig und atmosphärisch wird es durch das einfühlsame Keyboardspiel des Steve Leigh getragen. Alles entscheidend sind aber die durchweg gelungenen Kompositionen und der grandiose Gesang von Damian Wilson, der auch heute noch als gern gesehener Gastsänger bei solch illustren Namen wie Rick Wakeman und Ayreon, aber auch Musical-Veranstaltungen dabei ist.

Zwischen- (eigentlich Haupt-) Bemerkung - Ende

Damian Wilson steigt nach dem Follow-Up Infinity Parade wieder aus, um bei der "Major-Band" LaSalle anzuheuern (die niemals ein Album veröffentlicht hat). Ein gewisser Ian "Moon" Gould kommt wie aus dem Nichts und singt bei einigen Konzerten. Genauso schnell wie er kommt, geht er auch wieder. Musikalische Differenzen... Nun standen aber schon die Recording-Sessions für das dritte Album The Vision Pit an. Der Not gehorchend rekrutiert die Band wieder einmal Damian Wilson, der als "Gast-Sänger" fungiert. Im Background singt übrigens eine gewisse Tracy Hitchings. Ich könnte eigentlich ewig so weiter machen, belasse es aber dabei, dass irgendwann auch mal Damians Bruder Peter Wilson (wenn ich micht recht entsinne) singen sollte, aber schlussendlich und bis heute (Stand 2006) ist es Tracy Hitchings geworden und geblieben.

P.S.: Das angezeigte Cover ist von der Original-SI-Music Version, heutzutage gibt es die Platte mit einem anderen Artwork (siehe Rezi-Seite).

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Now (Belgien)


Spheres, 1991
Now: Spheres

Now ist eine belgische Band aus dem Großraum Verviers. Von Ex-Prelude-Gitarrist Vincent Fis im Jahre 1984 gegründet, startet die Band in der Zusammensetzung Vincent Fis (Gitarren, Gesang), Hervé Borbé (Tasteninstrumente), Veronique Duyckaerts (Bass) und Christophe Pirenne (Schlagzeug).

Im August 1987 wird das erste Album mit dem Titel „Complaint of the wind“ im deutschen Biengen aufgenommen. Coproduziert wird das Album von Machiavel-Sänger Mario Guccio, der finale Mix findet in der Schweiz statt. Die Vinylfassung erscheint bei Aurophon, die spätere CD-Veröffentlichung bei INAK. Mittlerweile war Christophe Pirenne durch den klassisch ausgebildeten Andre Hercot ersetzt worden. Der dreigeteilte Titelsong bringt es auf knapp 10 Minuten und deutet schon die Tendenz zu komplexen Titeln an.

Im Februar 1990 erscheint eine in Eigenregie produzierte Mini-CD, die neben dem Rabin-Yes-ähnlichen „Children of a dying world“ das 12-minütige Opus „Whirl“ enthält, das sich zu einem Höhepunkt jedes Now-Liveauftritts entwickelt und die Fähigkeit zu ausgefeilten, komplexen Songstrukturen belegt. Mit dieser Mini-CD stellt man sich bei diversen Plattenfirmen vor und wird schließlich beim französischen Musea-Label fündig.

Ende 1990 verlässt Andre Hercot die Band. Seinen Platz übernimmt der auf der Mini-CD bereits als Background-Sänger fungierende Jean Pierre Nelles.

Ein neuer Abschnitt beginnt für NOW durch den Vertrag mit dem auf Art Rock spezialisierten Label Musea. Im April 1991 wird „Spheres“ veröffentlicht. Dieses Album enthält u.a. ihr opus magnum, das 33-minütige „Converging universes“. Aufgrund der Komplexität, Vielschichtigkeit und der spieltechnischen Fähigkeiten der Band wird gerne der Vergleich zu den legendären Yes herangezogen, aber auch der Name Saga fällt als mögliche Vergleichsquelle.

Auf dem Anfang 1992 aufgenommenen Nachfolgealbum „Deep“ setzen sie konsequent ihren Weg fort. Kernstück ist das zweigeteilte „Wheels of time“. Eine kleine Überraschung ist die 14-minütige Coverversion des Led Zeppelin-Klassikers „Kashmir“, das von Schlagzeuger Nelles gesungen wird. Auch live weiß er dies, hinter der Schießbude sitzend, überzeugend rüberzubringen.

Als nächstes ist ein Konzeptalbum geplant, außerdem hat man sich nach langer Diskussion entschieden, als Quintett weiter zu machen. Die lange Suche nach einem passenden Sänger endete schließlich erfolgreich. Der neue Mann am Mikro wird schnell integriert, bei Liveauftritten weiß er ebenso zu überzeugen wie das neue Material, das bereits vor Publikum angetestet wird. Doch leider löst sich die Band schließlich auf, was sehr schade ist, denn so hat der Now-Fan leider nicht mehr die Chance, die Belgier in Bestbesetzung mit exzellentem neuen Material zu erleben, das übrigens stellenweise auch leichte Tendenzen Richtung Dream Theater aufweist.

Hervé Borbé ist seit geraumer Zeit als festes Mitglied bei der wieder aktiven Legende Machiavel dabei, während Vincent Fis als Gitarrist bei diversen AC/DC-Coverbands agiert. Beide konnten ihre Talente bei Now wesentlich besser zur Geltung bringen.

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Pallas (Großbritannien)


Beat the drum, 1999
Pallas: Beat the drum

Pallas aus Aberdeen waren in den Neunzigern so etwas wie der Bigfoot des NeoProg. Obwohl seit der Auflösung des Majordeals mit der EMI über mehr als zehn Jahre hinweg kein offizielles Album mehr erschien, schafften die Schotten es, mit Demo-Kassetten und spärlichen Liveauftritten ihren legendären Status in NeoProg-Kreisen nicht nur zu bewahren, sondern sogar zu steigern. Viele Lebenszeichen aus diesen langen Jahren finden sich übrigens auf der für Pallas-Addicts empfehlenswerten Sammlung "Mythopoeia".

Ende der Neunziger mehrten sich dann die Gerüchte über ein Album-Comeback der Band, was durch den 1998er Re-Release der Debütplatte weiter angeheizt wurde. 1999 war es soweit: Mit "Beat the Drum" erschien nach dreizehnjähriger Durststrecke das Comebackalbum. Die Besetzung war bis auf den Schlagzeugerposten unverändert. Stilistisch schloss die Musik mehr an den direkten Vorgänger "The Wedge" als an das opus magnum "The Sentinel" an.

"Beat the Drum" enthält daher nicht lyrisch-"versponnenen" NeoProg klassischer Prägung, sondern Musik in der Schnittmenge von bombastischer Prog-Tradition und straightem Hard Rock. Trotzdem oder gerade deswegen wusste das Album die alten Fans erneut zu begeistern. Es nahm auch manch anderen Prog-Fan für Pallas ein, so dass die Schotten ihren angestammten Platz als eine der Speerspitzen des NeoProgs untermauern konnten. Das unterstrich die Band seitdem mit je zwei Live- und Studioveröffentlichungen im klassischen Pallas-Stil sowie durch regelmäßige Liveauftritte auch in Deutschland.

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Pendragon (Großbritannien)


The world, 1991
Pendragon: The world

Pendragon gehörten hinter dem Aushängeschild Marillion der zweiten Garde der britischen Neoprogbewegung der 80er Jahre an und mussten nach dem kommerziell ausgerichteten Album "Kowtow" (1988), das von der EMI abgelehnt wurde, erst einmal über ihre weiteren Werdegang nachdenken. Das Album wurde schließlich nach dieser negativen Erfahrung auf dem eigenen Label Toff Records veröffentlicht. In überraschend konstanter Bandbesetzung brachten die Briten im Jahr 1991 das Album "The World" heraus und legten hiermit einen unerwarteten Grundstein der sich in den 90er Jahre abzeichnenden Neuordnung der Neoprogszene vor.

Statt sich wie in den vorangegangenen 80er Jahren dem "Diktat" der großen Plattenfirmen unterzuordnen, hatte sich eine kleine und überschaubare Insider-Progszene organisiert. Pendragon konnten hier mit "The World" eine unbestrittene Vorreiterrolle einnehmen. Das Album entwickelte sich zu einem Bestseller des Insider-Progs, an dem damals fast niemand vorbeikam. Nick Barrett und seine Mannen setzten hier ganz auf die melodische Variante des Neoprogs und vermochten in schwelgerisch-melodischen Arrangements eine gefühlsbetonte Atmosphäre zu entwickeln. Die Zwänge durch den von den großen Plattenfirmen ausgeübten Druck waren längst über Bord geworfen worden. Somit klingt "The World" gleichsam wie ein entschieden romantischer Befreiungsschlag. Dieser Stil wurde auf den nachfolgenden Alben „The Window Of Life“ (1993) und „The Masquerade Overture“ (1996) und „Not Of This World“ (2001) unbeirrt fortgesetzt.

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Quidam (Polen)


Quidam, 1996
Quidam: Quidam

Die Band wurde im Februar 1991 unter dem Namen Deep River gegründet, den man Ende 1995 in Quidam änderte. Anfänglich spielte die Gruppe eine Mischung aus Hard Rock und Blues. Doch nach einigen Umbesetzungen änderte sich der Stil sowohl kompositorisch als auch klanglich grundlegend. Langsam ging es immer mehr in Richtung komplexerer, anspruchsvollerer Rockmusik.

Das jahrelange Zusammenspiel wurde mit der Veröffentlichung des ersten, namenlosen Album gekrönt. Die Kritiken waren überschwänglich und die Band sammelte sowohl im In- und Ausland nur positive reaktionen. Vor allem die Balance zwischen euphorischen, schwelgerischen Instrumentalparts und der ausdrucksstarken, bisweilen engelsgleichen Stimme von Sängerin Emilia Derkowska verliehen dem Album seinen Reiz. Der 1998 veröffentlichte zweisprachige Nachfolger „Sny aniolow“ fiel um einiges glatter, weniger "progressiv" und letztlich auch weniger mitreißend aus.

Vor allem auf der Bühne konnten Quidam mit ihrer Spielfreude und positiven Ausstrahlung überzeugen. Besonders in Holland und auf diversen Festivals im In- und Ausland erspielten sie sich eine treue Fangemeinde. Beim Baja Prog Festival wurde das Livealbum „Live in Mexico“ mitgeschnitten. Auf der Bühne sorgten neben eigenem Material auch Titel von Camel sowie vor allem eine mitreißende Interpretation des Deep Purple-Klassikers „Child in time“ für Begeisterung.

Bereits mit dem dritten Album „The time beneath the sky“ wurde eine Umorientierung in wesentlich rockigere und stärker atmosphärische Gefilde vorgenommen. Nach dem Ausstieg von Sängerin Emilia Derkowska erfolgte dann ein kompletter Richtungswechsel, und das 2005 erschienene „Surrevival“ ist deutlich von moderneren Einflüssen und vor allem von der Musik von Porcupine Tree beeinflusst.

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Tipps abseits der Hauptliste

Abraxas (Polen)


Centurie, 1998


Im Rahmen der polnischen Neoprog-Welle Anfang bis Mitte der 90er schwappte mit Abraxas eine weitere hoffnungsvolle Band noch oben. Bereits 1987 gegründet, bezog man sich zu Beginn vor allem auf Genesis und die frühen Marillion. Nach einigen Umbesetzungen und diversen Demos schlugen sich diese Hauptinspirationsquellen im musikalisch noch etwas plakativ und weniger eigenständig klingenden Debüt nieder. Auch optisch griff man sehr tief in den Schminktopf.

Doch bereits mit ihrem zweiten Album "Centurie" gelang es der Band, sich wesentlich überzeugender in Szene zu setzen. Wie andere polnische Gruppen setzten Abraxas auf die eigene Muttersprache. Der Versuch beim dritten Album "99" auch eine englischen Version zu veröffentlichen, ging leider mit einem gewissen Verlust der Originalität einher.

Bis zur Auflösung der Band anfangs des neuen Millenniums erspielten sich Abraxas vor allem in Holland eine treue Fangemeinde, weswegen als posthumes Vermächtnis zuletzt noch ein Livealbum veröffentlicht wurde.

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Il Trono Dei Ricordi (Italien)


Il Trono Dei Ricordi, 1994


Il Trono Dei Ricordi spielten auf ihrem einzigen Album eine gelungene Verbindung aus Retroelementen und neoprogressiven Sounds. Die Musik ist - v.a. was Keyboards und Klangstruktur angeht - im Ansatz sehr sinfonisch und melodiös, also stark neo-progressiv verwurzelt. Die Arrangements bieten aber auch anspruchsvollere und dynamischere Liedteile und gehen dann weiter zurück in der Zeitleiste. Ihre Wurzeln verleugnet die Gruppe nicht: Die Bilder im Booklet machen den Bezug auf die 70er deutlich. Kostüme à la Genesis und dichter Bühnennebel zeigen die Vorliebe für jene Jahre.

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