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Carsten Bohns Bandstand

Mother Goose Shoes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (oder 1979, die Hülle nennt zwei Daten)
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion
Label: Erlkönig/Bignote
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Carsten Bohn drums, piano, vocals
Richard Schumacher guitar
Joram Bejarano bass
Manfred Rürup keyboards
Thommy Goldtschmidt percussion

Tracklist

Disc 1
1. Cycle of the 5th 5:41
2. Seven Eleven 4:28
3. Amptown City Dues 4:16
4. Do me no Paradise 4:21
5. Tabula Rasa 4:52
6. Excuse my Weakness 3:26
7. Disco Cisco 4:11
8. Mary Truebadur 7:00
9. Mother Goose Shoes 4:16
10. Soap Opera 4:58
Gesamtlaufzeit47:29


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 2)


Angeblich haben im Falle männlicher Besitzer zumeist "verflossene Freundinnen" die Vinylversionen der insgesamt drei LPs von Carsten Bohns Bandstand mitgehen lassen, ohne sie je zurückzuerstatten (siehe www.bignote.de). Nicht zuletzt deshalb sah sich das Label veranlaßt, die drei Platten als remasterte CDs erneut zu veröffentlichen. Geld will man aber trotz dieser noblen Geste dafür haben.

Nach dem schwächeren Debüt "Humor Rumor" stellt "Mother Goose Shoes" den zweiten Anlauf der Mannen um Carsten Bohn dar. Die Platte beginnt mit einem rhythmisch abwechslungsreichen Instrumental und weist sich dadurch - und durch die eröffnenden Sitarklänge - in jedem Fall schon einmal als "progressiv" aus. Wer zu der Abstraktionsleistung fähig ist, über gewisse Klangkonventionen (z.B. beim Drumming und bei den Keyboards) eines mehr als zwanzig Jahre alten Albums hinwegzuhören, wird feststellen, daß manche Instrumentalpassage bei Neoproggern à la IQ durchaus nicht Lichtjahre von einem Stück wie "Cycle of the 5th" entfernt ist. ("Cycle of the 5th" bedeutet deutsch übrigens Quintenzirkel, zur speziellen Bedeutung des Begriffs in der Rockmusik siehe den entsprechenden Eintrag in unserem Glossar.) Allerdings fällt bei letzterem eine jazzige Verspieltheit stärker ins Gewicht. Das gilt auch für "Seven Eleven", das den Hörer mit dem typischen Vocalsound der Bandstand-Aufnahmen vertraut macht. Häufig werden Gesangsspuren übereinander gelegt, zudem auch gerne Backgroundsängerinnen eingesetzt. Hier dient das dazu, einen rhythmisch locker vorangetriebenen Song zum Klingen zu bringen.

Das folgende, rockige "Amptown City Dues" wirkt - gemessen am Gesamteindruck der Platte - etwas ruppig, um so sanfter demgegenüber "Do me no Paradise", dessen Arrangement einen massiven Bar-Jazz-Touch hat. Weiter geht es instrumental mit "Tabula Rasa", immer unter Beweis stellend, daß die siebziger Jahre neben so vielem anderen auch das Jahrzehnt des Jazzrocks waren. "Excuse my Weakness" ist der stärkste Auftritt der in diesem Song sehr lässig daherkommenden Gesangsstimme Carsten Bohns. (Die Lässigkeit hat ihren Grund zweifellos nicht zuletzt im geringen Tonumfang der Melodie, die dennoch äußerst effektvoll ist.) Der nächste Track, "Disco Cisco", verrät bereits im Titel, worum es geht, ums Tanzen nämlich, und die Discorhythmik ist in gelungener Manier mit den in diesem Song besonders opulent bestückten Gesangsspuren verkoppelt (unter Kopfhörern erschließt sich das am besten, wobei auch dem unaufmerksamsten Hörer klar werden dürfte, daß in diesem Stück Ironie obwaltet). "Mary Truebadour" ist mit sieben Minuten der längste Track des Albums, und der beinharte Progfan, für den das das Minimum ist, um überhaupt die Ohrmuschel zu heben, wird bitter enttäuscht sein. Das eher hübsche als proggige Stück ist eindeutig viel zu lang geraten. (Hübsch ist es aber trotzdem.) "Mother Goose Shoes" als Titeltrack setzt wiederum auf Rhythmik und das abschließende "Soap opera" schließt als erneutes Instrumental den Kreis der zehn Songs.

Dies ist keine "schwierige", jedoch sehr hörenswerte Platte. Wer angesichts der oben zitierten Freundinnenthese die Befürchtung hegt, das Album könnte progtypisches, musikalisches Muskelprotzgehabe allzu sehr vermissen lassen, dem kann eigentlich nicht geholfen werden. Immerhin sei gesagt, daß der Rezensent männlich ist und die Platte liebt. Seine Lebensgefährtin hingegen findet sie zum Gähnen.

Anspieltipp(s): Excuse my Weakness
Vergleichbar mit: Kraan gekreuzt mit Steely Dan; Vocals teilweise: Frank Zappa
Veröffentlicht am: 14.4.2002
Letzte Änderung: 30.7.2003
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Mother Goose Shoes ist eines meiner Lieblings-Jazzrock-Alben. Wie Ralf schon angemerkt hat, ist dies keine "schwierige" Platte. Nein, sie ist luftig-leicht, sonnig, freundlich und macht rundum Spass. Die momentane sommerliche April-Sonne passt perfekt zu diesem Album. Jedes Stück gefällt auf seine Art, Ausfälle gibt es praktisch nicht.

Der Hörer wird auf eine kurzweilige Reise durch die Welt melodiösen, eingängigen Fusion-Jazzrocks mitgenommen. Freunde der Brandnew Oldies werden in Mother Goose Shoes erneut einen Steinbruch finden, in dem Bohn für seine Hörspielmusik geschürft hat. Ich finde das Album aber deutlich jazzrockiger als hörspielmässig und habe es diesmal, im Gegensatz zu Humor Rumor auch bewertet.

Das Spektrum der Kompositionen wird vom temporeichen und beinahe hektischen "Cycle of the 5th", in welchem sich Piano und E-Gitarre, vom geschäftigen Schlagzeug angetrieben, von Linie zu Linie jagen, eröffnet. Das relaxte "Seven Eleven" zeigt Bohn singend, sehr dezent, von hohen Backgroundsängerinnen unterstützt. "Amptown City Dues" ist ein straighter Bluesrocker; neben dem etwas langatmigen und blutleeren "Mary Truebadur" das einzige Stück, das mir persönlich nicht so zuspricht.

Über die Jazz-Club-Nummer (hier muss man sich allerdings nicht einen verrauchten Keller mit Holzbar und Ledersesseln vorstellen, sondern eher etwas postmodernes mit viel Glas, Blick aufs Meer und Sunset) "Do me no Paradise" gelangen wir zu "Tabula rasa", einem locker-flockigen Instrumental mit sanft verschlepptem Groove und dem bekannten Zwiespiel von E-Gitarre und Piano-/Keyboard-Tupfern, dazu ein warmes Bass-Solo in höheren Tonlagen.

In "Excuse me weakness" klingt Bohn beinahe wie Bob Dylan in "Like a rolling stone", wie er so die Silben am Ende der Zeile verschmiert.

"Disco Cisco" ist die Abgehnummer der Platte. Grummelnder walking-bass, Percussion satt; ein Titel der in die Beine geht.

Der Titeltrack ist witzig mit seinen quäkigen Keyboards, die "Seifenoper" erinnert mich von allen Kompositionen am meisten an die Brandnew-Oldies. Ein tolles Instrumental, in welchem ich einen Schnippsel des Refrain von "Ebony and Ivory" wiederzufinden glaube.

Die Platte läuft seit Tagen in meinem Player und macht irgendwie süchtig. Entspannend und spannend zugleich.

Anspieltipp(s): Cycle of the 5th, Disco Cisco, Soap Opera
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.4.2010
Letzte Änderung: 27.4.2010
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Carsten Bohns Bandstand

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Humor Rumor 9.00 2
1980 C.B. Radio 10.00 2
2004 Brandnew Oldies - 2
2005 Brandnew Oldies Vol.2 - 1
2007 Hörspielmusik Live !!! Brandnew Oldies !!! - 1
2009 Brandnew Oldies Vol.3 - 1

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