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Indukti

Idmen

(Tipp des Monats 8/2009)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (24.07.2009)
Besonderheiten/Stil: instrumental; HardRock; Independent / Alternative; sonstiges
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 12.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Ewa Jablonska Violin
Piotr Kocimski Guitar, Saz
Maciej Jaskiewicz Guitars
Wawrzyniec Dramowicz Drums
Andrzej Kaczynski Bass

Gastmusiker

Nils Frykdahl Vocals on #2
Maciej Taff Vocals on #4
Michael Luginbuehl Vocals on #7
Marta Maslanka Dulcimer
Robert Majewski trumpet

Tracklist

Disc 1
1. sansara 8.12
2. tusan homichi tuvota   (Vocal) 9.03
3. Sunken Bell 2.29
4. ...and who's the God now?   (Vocal) 10.25
5. indukted 6.51
6. aemaet 8.25
7. nemesis voices   (Vocal) 6.19
8. ninth wave 11.32
Gesamtlaufzeit63:16


Rezensionen


Von: Michael Büttgen @ (Rezension 1 von 4)


Nachdem uns bei dem ein oder anderen Live-Auftritt der Polen schon einige neue Songs mächtig beeindrucken konnten, ist es allerdings immer noch schwer zu glauben, dass INDUKTI tatsächlich einen gefährlichen Konkurrenten für ihr grandioses Debüt S.U.S.A.R. aus dem Hut gezaubert haben.

Mit Ausnahme der Gastvocals bei 3en der 8 Songs, läuft alles im Instrumental-Bereich ab. Allerdings nicht langweilig seelenlos wie bei den meisten Instrumentalproggern, sondern sehr songorientiert, spannend und extrem fesselnd. Geboten wird wuchtiges Metal-Riffing, pfeilschnelles Stakkato-Riffing, Meshuggah'sche Rhythmik, unfassbar präzises, aber niemals verkopftes Drumming und wunderschöne, folkige bis schräg avantgardistische Melodien, die von Ewa Jablonska auf der Violine quasi als Ersatz für den Gesang veredelt werden.

Einer der für S.U.S.A.R. wichtigen Faktoren fällt dieses Mal allerdings komplett raus, nämlich Mariusz Duda, der u.a. dafür gesorgt hat, dass man INDUKTI annodazumal mit "klingt wie Riverside" beschreiben konnte. Ein nicht zu unterschätzendes Verkaufsargument!

Beim vorliegenden Album bin ich jedoch versucht, den Riverside-Fan ein wenig darauf vorzubereiten, dass INDUKTI für meine Ohren noch ein wenig mehr aufs Gaspedal treten als bei S.U.S.A.R.. Heißt: Die neuen Songs sind zwar eingängiger und melodiöser, aber auch rauer und härter. Schuld daran sind unter anderem die Gastsänger.

Für Duda dürfen nämlich stattdessen Nils Frykdahl (Sleepytime Gorilla Museum) mit seiner gewaltigen Stimme, Michael Luginbuehl von Prisma und Maciej Taff einigen Songs ihren Stempel aufdrücken. Dabei gehört "Tusan homichi tuvota" zu einem ganz klaren Highlight, direkt nach dem, mit einem absolut grandiosen Spannungsbogen aus Jazz, Ambient, Psychedelic und Metal versehenden Ninth Wave".

Auch das zweite Album von INDUKTI ist durch und durch gelungen, überrascht mit vielen neuen Ideen und kann seinem Vorgänger durchaus das Wasser reichen. Die Vergleiche mit Dimmu Borgir, Neurosis und Voivod auf dem Waschzettel sind Quark mit Soße. Mit den Vergleichen zu Meshuggah (aufgrund der Härte) und Oceansize (aufgrund der sphärischen, ruhigen Momente) kann ich aber ganz gut leben und ihr wohl auch, wenn ihr dieses Sahnescheibchen gekauft habt.

Anspieltipp(s): Ninth Wave, Tusan homichi tuvota, Aemaet
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.7.2009
Letzte Änderung: 22.3.2013
Wertung: 12/15
14 Punkte für "Ninth Wave"

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Vier Jahre haben sich Indukti Zeit gelassen, einen Nachfolger für ihr überzeugendes Debütalbum "S.U.S.A.R." vorzulegen. Gut investierte Zeit, denn die Polen liefern das reinigende Soundgewitter des Progsommers 2009 ab und positionieren sich als einer der Kandidaten zum Album des Jahres.

Indukti sind härter, düsterer, aber zugleich verspielter, abwechslungsreicher und in gewisser Weise melodiöser (auch wenn man die Melodien nicht so gleich mitbekommt) geworden. Dunkle, düstere, raue, harte Klangkristalle, die sich majestätisch vor dem Hörer aufbauen, ihn mit einer Wand aus Gitarrenriffs und virtuosem Drumming dahinfegen und ihm die Schönheit der vollkommenen Schwärze aufzeigen. Das hier ist die musikalische Entsprechung zum legendären Zitat aus "2001 – Odyssee im Weltraum"... "Oh mein Gott, es ist voller Sterne".

Musikalischen Formwandlern gleich passen sich Indukti dem stimmungsvollen Atmo-Progmetal ihrer Songs an. Hatte Gastsänger Mariusz Duda auf dem Debüt noch für eine Art "Riverside light"-Feeling gesorgt, so werden die drei munteren Sänger diesmal eher wie Keyboards für das Kreieren besonderer Stimmungen eingesetzt. Sleepytime Gorilla Museums Nils Frykdahl sorgt mit experimentellem Gesang für Avant-Rock, Maciej Taff, der sein Talent sonst leider bei polnischen Hardcore-Metal-Bands verschwendet, sorgt für aggressive Ausbrüche und Prisma-Shouter Michael Luginbuehl für dramatische Gänsehautmomente.

Geschickt weben Indukti in ihre Riffgewitter, die sich vor allem zur Mitte des Albums hin immer mehr steigern, orientalisch anmutende Melodien ein, setzen mit Hackbrett und Jazz-Trompete exotische Akzente und haben natürlich die virtuose Ewa Jablonska, die mit ihrer Violine immer wieder wie ein Ufo durch die Songs zischt und flirrt. Dabei muss sich Miss Jablonska diesmal mächtig strecken, um sich in den gewaltigen Klanggebirgen Gehör zu verschaffen.

"Idmen" ist ein rundum faszinierendes Album geworden, in dem einen gleich der Opener "sansara" wie eine Flutwelle überrollt, mitreißt und dann schließlich mit einer überraschenden lyrischen Coda in den Sonnenuntergang wiegt. Ruhephasen gibt es nur wenige. Wenn das Album mit dem geradezu genialen angejazzten "ninth wave" endet, dann hat der Hörer ein befriedigendes, wildes Bad der Gefühle und Stimmungen genossen.

Die Weiterentwicklung, die Indukti nehmen, ist geradezu verblüffend und es erscheint kaum möglich diesen schillernden Meilenstein aus Hardrock, Metal, Atmosphäre und kraftvoller Spiellust zu toppen

Anspieltipp(s): sansara, indukted
Vergleichbar mit: geh' wech ;-)
Veröffentlicht am: 31.7.2009
Letzte Änderung: 22.3.2013
Wertung: 14/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Schöne Platte, keine Frage. Vor allem dann, wenn nicht gesungen wird. Denn gerade die Herren Frykdahl und Taff frönen für meinen Geschmack etwas zu sehr dem üblichen Klischee-Metal-Gegrunze. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass der Zweitling der Polen etwas einfacher gestrickt ist als das Debüt, was man offensichtlich durch Hochdrehen des Härtereglers zu kompensieren versuchte. Was leider zur Folge hat, dass die Violine öfters mal untergeht. Auch die Tendenz zur Gleichförmigkeit, die schon beim Debüt vorhanden war, tritt hier wieder zu Tage, sogar noch etwas stärker, was vermutlich auch der längeren Laufzeit der CD geschuldet ist.

Schöne Platte, keine Frage. Aber das Debüt hat mir doch einen Tick besser gefallen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.8.2009
Letzte Änderung: 23.8.2009
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 4 von 4)


Idmen. Was ist oder sind Idmen? Ich weiß es nicht. Irgendetwas Archaisches muss es sein. Das Cover zieren neben einer hodensackähnlichen Gestalt Bilder einer Höhlenmalerei, von denen das am hellsten beleuchtete so aussieht wie ein Strichmännchen, dessen Kopf vor dem Bildschirm auf die Tastatur gefallen ist... Erinnerungen an die Zukunft?

Die Texte beziehen sich auf Mythen und Frühgeschichtliches. Tusan Homichi Tuvota erzählt eine Legende der Hopi-Indianer, bei der eine Feldmaus namens Tusan Homichi den Kampf gegen einen räuberischen Falken aufnimmt. Das Ende bleibt offen. In ...and who's the God now! beschreibt Maciej Taff auf mystische Art eine Schöpfungsgeschichte. Der dritte Text erzählt von Vertrauen, Enttäuschung und Kampf, aber in einer so kryptischen Weise, dass auch dieser Text allerlei Interpretationen offen lässt. Alle Texte umweht etwas Düsteres, aber auch ein Schimmer von Hoffnung.

Das Debut S.U.S.A.R. lebte musikalisch von einer Mischung aus Melancholie und donnernder Wucht, wobei das Wuchtige schon prägend war. Da war neben Larks' Tongues in Aspic Pt. 2-mäßigen Riffs diese wehmütige Geige und der trübsinnige Gesang von Riversides Mariusz Duda, sodass insgesamt der Vergleich zu King Crimson anno 1973/74 nicht fern lag.

Ich habe Indukti auch live gesehen, rein instrumental. Die Wucht war da, aber es fehlte nicht allein der Gesang, sondern auch das Widersprüchliche. Es kam schon etwas der Eindruck von Gleichförmigkeit auf. Dies ist aber etwas, was man Idmen in keiner Weise vorwerfen kann. Ich würde sogar sagen, dass Idmen im Klangbild noch differenzierter ist als das Debut. Jeder Song hat seinen ganz eigenen Stil, dennoch ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild.

Das Instrumental Sansara (oder Samsara, i.e. im Hinduismus der Zyklus von Werden und Vergehen) legt gleich in der Manier Eins-in-die-Fresse-mein-Herzblatt los. Das schließt nahtlos an die heavy-crimson Riffs des Debuts an. Dabei bleibt es nicht, sondern der facettenreiche Song lässt auch der Geige Platz zum Atmen. Insgesamt bietet Sansara ein heftiges Wechselspiel unterschiedlicher Stimmungen, nicht nur der harten Gangart!

Mit Tusan Homichi Tuvota kommt etwas Folkig-Akustisches, Weltmusikalisches auf brachiale, keinesfalls verspielte Art hinzu. Der Gesang von Nils Frykdahl ist rau und kehlig. Melodie ist nicht so angesagt; es ist mehr ein erzählender, z.T. herausgerotzter Tonfall, voller Dramatik. Auch hier ist die Geige immer wieder gegenwärtig. Das ruhige Sunken Bell mit Trompete und Percussion wirkt wie ein Übergangsstück, eine Atempause zum folgenden Mittelteil und Kernstück des Albums.

and who's the God now! beginnt mit einem langen hypnotischen Intro aus schamanenhaften Trommeln und gezischten Vocals das schließlich in eine Mixtur aus Doom und Folkigem mündet. Der Song nimmt einen wüsten, ekstatischen Ausgang, der schon die Nerven des Hörers strapazieren kann. Man glaubt am Ende, irgendwelchen Stammesritualen beizuwohnen. Hiernach wäre eigentlich wieder etwas Erholung angesagt. Aber Indukti betreiben mit dem Riffgewitter Indukted das gerade Gegenteil! Mit diesem furiosen Doppelpack zementiert sich der Eindruck, dass Idmen die Härte von S.U.S.A.R. noch einmal verschärft.

Aemaet scheint zunächst den Pfad der Polterei weiter zu verfolgen, erweist sich dann aber doch als ähnlich vielseitig und differenziert wie der Opener Sansara, ja streckenweise geradezu als filigran. Der Eindruck von zu viel Lautstärke relativiert sich, wenn man sich die Komplexität der einzelnen Songs vor Augen führt. Idmen ist ein Monster von einem Album, aber es ist keinesfalls simpel gestrickt.

Dies bestätigen auf wunderbare Weise auch die beiden abschließenden Songs. Nemesis Voices, das dritte Gesangsstück, stellt eine kaum zu fassenden Gesangs-Ton-Wirbel dar, der den Hörer in die Tiefe reißt und wieder hinauf. Mit Ninth Wave endet die Reise am Meer. Nach all der Achterbahnfahrt, die man erlebt hat, versöhnt hier eine geradezu warme jazzige Trompete. Aber natürlich bleibt es nicht dabei, sondern Jazziges geht bald eine Synthese mit heftig Gerocktem ein. Wenn am Ende die Möwen wieder in Ruhe über dem Meer kreisen, lehnt der Hörer sich endlich entspannt zurück.

Idmen ist ein verstörendes Erlebnis und eine echte Herausforderung an den Hörer. Es ist ein großartiges Konzeptalbum, das sich zwischen Urwüchsigkeit und Artifizialität tief in die Erinnerung brennt.

Anspieltipp(s): Tusan Homichi Tuvota, Aemaet
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.9.2009
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 14/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 S.U.S.A.R. 10.50 4

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