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Leitfaden: Konzeptalben
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24545 Rezensionen zu 16781 Alben von 6536 Bands.
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Pere Ubu

"Long Live Père Ubu!"

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Independent / Alternative; Moderne Electronica; RIO / Avant; sonstiges
Label: Cooking Vinyl
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

David Thomas Gesang, Synthesizer, Orgel, Bass
Keith Moliné Gitarre, Gesang
Robert Wheeler EML Synthesizer, Theremin, Gesang
Michele Temple Bass, Gesang
Steve Mehlman Schlagzeug, Gesang

Gastmusiker

Sarah Jane Morris Gesang
Gagarin (Graham Dowdall) Elektronik

Tracklist

Disc 1
1. Ubu Overture 2:38
2. Song Of The Grocery Police 1:43
3. Banquet Of The Butchers 2:50
4. March Of Greed 3:29
5. Less Said The Better 2:27
6. Big Sombrero (Love Theme) 3:41
7. Bring Me The Head 3:35
8. Road To Reason 3:49
9. Slowly I Turn 4:18
10. Watching The Pigeons 3:16
11. The Story So Far 7:45
12. Snowy Livonia 1:17
13. Elsinore & Beyond 1:32
Gesamtlaufzeit42:20


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Der Bandname Pere Ubu geht zurück auf eine Figur, die in einer Reihe von Theaterstücken des französischen Schriftstellers Alfred Jarry auftritt. Seine Premiere hatte Père Ubu 1896 in "Ubu Roi" (dt. "König Ubu"), einem Stück, das u.a. wegen seiner vulgären Sprache einen Skandal entfachte. Dagegen wurde es von Surrealisten und Dadaisten gefeiert und gilt heute als einer der Vorläufer des absurden Theaters. Zum Inhalt sei auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel verwiesen.

Auf Grundlage dieses Stücks verfasste David Thomas sein Bühnenwerk Bring Me the Head of Ubu Roi, das im April 2008 in der Londoner Queen Elizabeth Hall uraufgeführt wurde. Wie schon bei Mirror Man ist auch dieses Werk als Kombination gesprochener Passagen und Songs realisiert. So ganz scharf ist beides aber nicht getrennt, die gesprochenen Passagen sind teilweise auch mit (dezenter) Musik unterlegt, und die Songs enthalten teilweise wiederum gesprochene Passagen. Thomas selbst spielt die Rolle des Père Ubu, dessen Frau Mère Ubu wird von der Sängerin Sarah Jane Morris (dem ein oder anderen vielleicht aus Peter Hammills The Fall of the House of Usher bekannt) dargestellt. Die übrigen Bandmitglieder übernehmen zwischen den Songs immer wieder kleinere Rollen als Schauspieler und Tänzer. Ergänzt wird die Aufführung noch um Videoprojektionen.

Die für die Aufführung verwendeten Songs bilden den Inhalt des Albums "Long Live Père Ubu!". Musikalisch ist es ein typisches Ubu-Album, eine Mixtur aus dreckigem Garagenrock und avantgardistischen Klängen. Die Gitarre kracht ordentlich, EML und Theremin fiepen um die Wette, die Rhythmussektion rumpelt, kracht und poltert. In einigen Passagen kommt dazu noch eine deutliche Electronica-Komponente, hervorgebracht von einer Person, die hier nur Gagarin genannt wird; dahinter verbirgt sich der Londoner Musiker Graham Dowdall. Im Zentrum stehen aber natürlich die Stimmen von David Thomas und Sarah Jane Morris, die teilweise auch als Sprecher agieren. Insbesondere David Thomas zieht hier wieder alle Register seiner kaputten Stimme, knurrend, murmelnd, sogar rülpsend - Less Said the Better ist praktisch ein Electronica-untermaltes Rülps-Solo. Sarah Jane Morris setzt ihre Stimme nicht ganz so exaltiert, aber dennoch kraftvoll ein.

Gelegentlich halten sich die Musiker sehr zurück, um den Stimmen mehr Raum zu lassen; The Story So Far beispielsweise ist im wesentlichen ein gesprochener Dialog zwischen Père und Mère Ubu, der fast nur von atonal fiepender Elektronik begleitet wird. Da ist die Bezeichnung "Song" natürlich etwas gewagt.

Ob diese Umsetzung der literarischen Vorlage gerecht wird, soll hier nicht erörtert werden (zumal ich selbige gar nicht kenne). Ubu-Fans und überhaupt Liebhaber experimenteller Musik sind hier jedenfalls an der richtigen Stelle. Das komplette Stück wird als Podcast hier bereitgestellt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.9.2009
Letzte Änderung: 19.9.2009
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pere Ubu

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1978 The Modern Dance 12.00 2
1978 Dub Housing 10.00 1
1979 New Picnic Time 11.00 1
1980 The Art of Walking 12.00 1
1982 Song Of The Bailing Man 12.00 1
1988 The Tenement Year 10.00 1
1989 Cloudland 7.00 1
1991 Worlds in Collision 7.00 1
1993 Story Of My Life 8.00 1
1995 Ray Gun Suitcase 10.00 1
1998 Pennsylvania 11.00 1
1999 Apocalypse Now 7.00 1
2002 St. Arkansas 10.00 1
2006 Why I Hate Women 10.00 1
2009 Datapanik in the Year Zero 12.00 1
2013 Lady From Shanghai 12.00 1
2014 Carnival of Souls 12.00 1
2015 The Pere Ubu Moon Unit 11.00 1
2017 20 Years in a Montana Missile Silo 11.00 1

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