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24091 Rezensionen zu 16463 Alben von 6400 Bands.
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Tangerine Dream

Phaedra

(Siehe auch: Leitfaden "Elektronische Musik")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 11.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Edgar Froese Mellotron, Bass, Synthesizer, Orgel
Christoph Franke Synthesizer, Orgel
Peter Baumann Orgel, E-Piano, Synthesizer, Flöte

Tracklist

Disc 1
1. Phaedra 16:45
2. Mysterious Semblance at the Strand of Nightmares 10:35
3. Movements of a Visionary 7:55
4. Sequent 'C' 2:17
Gesamtlaufzeit37:32


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Auf "Phaedra" haben Tangerine Dream die kosmische Musik der vorhergehenden Alben weitgehend hinter sich gelassen. Die rhythmus- und strukturfreien Klanggebilde, die Alben wie "Zeit" beherrschten, sind meist in den Hintergrund gedrängt, stattdessen dominieren majestätische Mellotroneinsätze. Das Titelstück zeigt auch schon über weite Strecken die typischen Sequencer Muster, die in vielen Tangerine Dream Stücken so etwas wie eine rhythmische Grundlage bilden. Im letzten Drittel von "Phaedra" wird es dann doch noch einmal ein bisschen "Kosmisch", aber schon bald setzt wieder das Mellotron mit mächtigen Klangwogen ein und bringt das Stück zu einem erhabenen Ende.

"Mysterious Semblance..." ist von ähnlicher Atmosphäre. Es ist praktisch ein einziges langes Mellotronsolo, von elektronischen Freiformklängen begleitet. Mit strukturlosen Geräuschen beginnt auch "Movements of a Visionary", dann bildet sich eins der typischen Sequenzer Muster heraus, und schließlich setzt eine Orgel ein, die sich immer wieder in den Vordergrund drängt, um kurz darauf wieder hinter allerlei Synthesizerklängen zu verschwinden.

Das abschließende kurze "Sequence C" ist von Peter Baumann solo an der Flöte (mit einigen elektronischen Verfremdungen) eingespielt. Ein Stück von ätherischer, schwebender Schönheit.

Insgesamt ist "Phaedra" eine Sternstunde elektronischer Musik und das erste der "großen" Alben von Tangerine Dream.

Anspieltipp(s): Phaedra, Movements of a Visionary
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.5.2002
Letzte Änderung: 26.6.2004
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 4)


Das 1973er Album "Atem" fand zwar in Deutschland nicht so großen Anklang, in Großbritannien jedoch kürte es der bekannte DJ John Peel zum "Import des Jahres". Da sie sich mit ihrem deutschen "Ohr"-Label gerade vor Gericht zankten, lag es nahe, das Angebot von Virgin Records anzunehmen. In diese Zeit fällt auch der Erwerb ihres ersten Moog Synthesizers und zwar aus dem Fundus der Rolling Stones, die damit wenig anfangen konnten. Da aber kein Mensch dieses Teil bedienen konnte, hat sich Chris Franke erst einmal durch die Bedienungsleitung geackert.

Musikalisch geht die Reise weg von den experimentellen Klängen der ersten Alben hin zu den Sequenzer-dominierten Stücken der Mitt-70er. "Phaedra" steht genau dazwischen. Da sind vor allem im Titelstück die hypnotischen Sequenzermuster, die eine klare Struktur vorgeben, später jedoch von Freiformklängen abgelöst werden. Dazwischen gibt es immer wieder elektronische Spielereien, die naturalistischen Geräuschen, wie z.B. Möwenschreien oder Brandung, nachempfunden sein könnten. Damals machte der Begriff vom "akustischen LSD" die Runde. Das könnte passen. Nicht, daß man bekifft sein müßte, um die Musik zu ertragen, aber die sich wiederholenden Sequenzermuster versetzen einen in Trance, wodurch man anschließend umso besser zu den Freiformklängen assoziieren kann.

Anspieltipp(s): Phaedra
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.11.2005
Letzte Änderung: 11.11.2005
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 4)


Phaedra oder Phaidra war die Frau des Theseus und Schwester der Ariadne. In der griechischem Mythologie ist sie die Hauptperson einer tragischen Geschichte, in der sie sich - von Aphrodite verzaubert - in ihren Stiefsohn Hippolytos verliebt. Dieser weist aber ihre Liebe zurück, worauf Phaedra ihn Theseus gegenüber beschuldig ihr nachgestellt zu haben. Theseus verflucht Hippolytos, woraufhin dieser flieht und, da seine Pferde von einem von Poseidon gesandten Meeresungeheuer scheu gemacht werden, mit seinem Wagen zu Tode stürtzt. Phaedra begeht daraufhin Selbstmord.

Mit etwas Phantasie kann man diese Geschichte auch im Titelstück von Tangerine Dreams fünftem Album wiedererkennen. Wenn man mir allerdings versichert hätte, dass darin eine Reise zum Mars klanglich dargestellt wird, oder eine Tauchfahrt in den Marianengraben, hätte ich das den Berlinern auch abgekauft.

Mit "Phaedra" waren Tangerne Dream erwachsen geworden. Die krautige Experimentierfreude ihrer ersten vier Alben ist hier einem mintunter sehr mächtig dahin gleitenden Klangfluss gewichen, in dem bisweilen auch Stromschnellen und Wasserfälle vorkommen. Zu den repetitiven Sequencermustern im Titelstück und in "Movement of a Visionary" kann man prima abschweben (oder hinwegdämmern). Die Nummern sind mit zischenden, wabernden und knatternden Synthesizersounds unterlegt, ab und an erklingt eine hallende Flöte, Mellotronflächen sorgen für erhabene Klangfülle und ganz selten kommt sogar eine gewichtige Orgel zum Einsatz. Auch die Mellotronstreichernummer "Mysterious Semblance at the Strand of Nightmares", in der des Proggers Lieblingsinstrument wie die Sparausgabe eines Streichorchesters, von zischenden und rauschenden Synthesizerklängen begleitet, elegisch dahinlamentiert, wird den Hörer nicht aus seinen Klangträumereien reissen. Durchaus hypnotisch ist die Wirkung dieser Musik - wenn man sich darauf einlässt - oder eben todlangweilig. Am interessantesten ist wohl der zweite, freiformatige Teil des Titelstücks (die Agonie der Phaedra?), welches an die krautige Vergangenheit von Tangerine Dream gemahnt.

Das klangliche Ergebnis ist mir eine Spur zu träge und monoton. Hätte Franke ab und zu sein Schlagzeug hervorgekramt und die monotonen Sequencerlinien rhythmisch erweitert, würde mir "Phaedra" wohl um einiges besser gefallen. So ist diese Sternstunde (38 Minuten) der elektronischen Musik alles in allem - auch wenn sie gelegentlich durchaus interessante Klänge bietet - etwas zu schlaffördernd!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.2.2006
Letzte Änderung: 30.12.2013
Wertung: 9/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 4 von 4)


Auf dem öfters als bahnbrechend angesehenen Tangerine Dream-Album "Phaedra" wird der von experimentellen Klangkathedralen geprägte Sound der vorangegangenen Jahre von strukturierten Tonfolgen ergänzt, die sich in einer atmosphärisch-spacigen Manier dem Hörer präsentieren. "Phaedra" als episch ausgelegter Titeltrack führt in monotoner Elektronik zu Beginn direkt in die weite Welt des Weltalls und versteht es, in kosmisch ausgelegten Soundflächen eine monotone Trance zu erzeugen. Im weiteren Verlauf verbindet sich die kühle Unnahbarkeit der Elektronik mit organisch anmutenden Mellotroneinlagen, was mit rhythmischeren Klangelementen einhergeht. Der Weg in unerforschte Galaxien wird somit effektvoll aufgelockert. Im Zuge dieser geschickt ausgerichteten Klangbasis schließt sich dem tranceartigen Höhepunkt nach rund 10 Minuten ein eher esoterisch-weihevoll orientierter Schlussteil an.

"Mysterious Semblance At The Strand Of Nightmare" setzt diese Linie in schwirrender Mystik fort, ehe "Movements Of A Visionary" wieder behutsam in die Richtung einer hypnotischen Rhythmik einschwenkt.

Als Brückenstück zwischen der eperimentellen Frühphase der Berliner und den folgenden Elecronic-Space-Trips bietet "Phaedra" eine ausgewogene Kost, die zwar im weiteren Verlauf noch leicht übertroffen wurde, aber dennoch zweifellos einen markanten Punkt in der Historie der elektronischen Musikszene darstellt.

Anspieltipp(s): Movements Of A Visionary
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.4.2009
Letzte Änderung: 26.4.2009
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tangerine Dream

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Electronic Meditation 11.00 2
1971 Alpha Centauri 11.50 2
1972 Zeit 8.20 6
1973 Atem 11.00 2
1975 Ricochet 13.00 3
1975 Rubycon 12.00 3
1976 Stratosfear 11.67 3
1977 Encore 11.50 2
1977 Sorcerer 10.50 2
1978 Cyclone 8.50 2
1979 Force Majeure 8.50 2
1980 Tangram 9.75 4
1980 Pergamon 10.00 1
1981 Thief 7.00 1
1981 Exit 8.50 2
1982 Logos Live 10.33 3
1982 White Eagle 7.50 2
1983 Wavelength 11.00 1
1983 Hyperborea 9.00 2
1984 Firestarter 7.00 1
1984 Poland (The Warsaw Concert) 10.00 2
1984 The Park Is Mine 4.00 1
1984 Flashpoint 5.00 1
1985 Heartbreakers 2.00 1
1985 Legend 12.00 1
1985 Dream Sequence - 2
1985 Le Parc 7.00 2
1986 Green Desert 9.00 3
1986 Underwater Sunlight 8.50 2
1987 The Collection - 1
1987 Deadly Care 3.00 1
1987 Tyger 8.50 2
1987 Near Dark 8.00 1
1987 Shy People 5.00 1
1988 Live Miles 6.50 4
1988 Optical Race 8.00 2
1989 Miracle Mile 9.00 1
1989 Dead Solid Perfect 7.00 1
1989 Lily on the beach 6.00 1
1989 Destination Berlin 1.00 1
1989 Catch me if you can 4.00 1
1990 Melrose 3.00 2
1991 Canyon Dreams 6.00 2
1992 Rockoon 4.00 2
1993 220 Volt Live 7.00 1
1994 Turn of the tides 5.00 1
1994 Zoning 7.00 1
1994 Tangents 1973-1983 - 1
1995 Book of Dreams - 1
1995 Tyranny of beauty 5.00 2
1995 Dream mixes one - 1
1996 Goblins Club 10.50 2
1996 The Dream Roots Collection - 1
1997 Valentine Wheels 7.00 1
1997 Ambient Monkeys - 1
1997 Oasis 8.00 2
1997 Tournado 7.00 1
1998 Quinoa 7.00 1
1998 TimeSquare-Dream Mixes 2 7.00 1
1998 Atlantic Walls (1988-98) - 1
1998 Atlantic Bridges (1988-98) - 1
1998 The Hollywood Years Vol.2 3.00 2
1998 The Hollywood Years Vol.1 6.50 2
1998 Dream Encores 4.50 2
1998 Transsiberia 7.00 1
1999 Sohoman 6.00 1
1999 What a Blast 7.50 2
1999 Mars Polaris - Deep Space Highway To Red Rocks Pavilion 10.00 1
2000 I-Box (1970-1990) - 1
2000 The Seven Letters From Tibet 7.00 2
2000 Antique Dreams 8.00 1
2000 Soundmill Navigator - 1
2000 Great Wall Of China 7.50 2
2001 Dream Mixes Three 10.00 1
2002 Inferno 8.00 1
2003 Mota Atma 10.00 1
2003 Rockface. Live at Berkeley 10.00 1
2003 The Bootleg Box Set Vol.1 12.00 2
2004 East - Live 8.00 1
2004 Purgatorio 7.00 1
2004 Live - Arizona '92 6.00 1
2004 The Bootleg Box Set Vol.2 11.00 2
2005 Kyoto 8.00 1
2005 Rocking Mars 10.00 1
2005 Jeanne D'Arc 8.00 1
2005 Phaedra 2005 8.00 1
2005 Live Brighton - March 25th 1986 10.00 1
2006 Paradiso 11.00 1
2006 Nebulous dawn 12.00 1
2006 35th Phaedra Anniversary Concert - Live in London (DVD) 9.00 1
2007 Madcap's Flaming Duty 7.00 2
2007 Bells of Accra (EP) 10.00 1
2007 One night in space (EP) 8.00 1
2007 Summer In Nagasaki (Part Two from the Five Atomic Seasons) 10.00 1
2007 Springtime in Nagasaki (Part One from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2008 Tangram 2008 11.00 1
2008 Autumn In Hiroshima (Part Three from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2008 The Anthology Decades - The Space Years Volume One 8.00 1
2009 Winter in Hiroshima (Part Four from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2010 The Endless Season 12.00 1
2010 Under Cover. Chapter One - 1
2011 Mona Da Vinci 10.00 1
2011 Edgar Allan Poe's The Island of the Fay. A Nonverbal Musical Translation 11.00 1
2012 Booster V - 1
2013 One Night in Africa - 1
2015 Reims Cathedral December 1974 & Mozartsaal, Mannheim October 1976 11.00 1
2015 Quantum Key 11.00 1
2016 Palais de Congres, Paris March 1978 & Palast der Republik, East Berlin January 1980 10.00 1
2017 Quantum Gate 10.00 2

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