SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.11.2017
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Tohpati Ethnomission - Mata Hati
Dialeto - Bartók in Rock
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Necronomicon - Verwundete Stadt
Millenium - 44 Minutes
16.11.2017
Smalltape - The Ocean
Dworniak Bone Lapsa - Fingers Pointing At The Moon
Kotebel - Cosmology
Focus - The Focus Family Album
Peter Hammill - From the Trees
ARCHIV
STATISTIK
24090 Rezensionen zu 16463 Alben von 6400 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Big Big Train

The Underfall Yard

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
(Tipp des Monats 1/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (15.12.2009)
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 12/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

David Longdon Lead Vocals, Flute, Mandolin, Dulcimer, Organ, Glockenspiel, Tambourine, Keyboards
Andy Poole Bass, Keyboards, Producer, Vocals
Greg Spawton Guitars, Keyboards, bass, Vocals

Gastmusiker

Nick D'Virgilio Drums, Vocals
Dave Gregory Guitars, Sitar, Ebow, Mellotron
John Foyle Cello
Rich Evans Cornet
John Truscott Tuba
Nick Stones French Horn
Dave Desmond Trombone
Jem Godfrey Synth Solo "The Underfall Yard"
Francis Dunnery Guitars "The Underfall Yard"

Tracklist

Disc 1
1. Evening Star   (Instrumental) 4.53
2. Master James Of St. George 6.19
3. Victorian Brickwork 12.33
4. Last Train 6.28
5. Winchester Diver 7.31
6. The Underfall Yard 22.59
Gesamtlaufzeit60:43


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 4)


Mit "The Underfall Yard" vertonen Big Big Train ein Loblied auf die englische Ingenieurskunst des viktorianischen Zeitalters, angefangen von Brunels Eisenbahnprojekt (Last train), über die Geschichte des Bristoler Hafens (The underfall yard) bis hin zu dem Taucher, der die Winchester Cathedral quasi im Alleingang vor dem Einsturz bewahrt hat (Winchester diver). Leider sind die Texte etwas schwammig, so dass man in das Gesungene alles mögliche hineininterpretieren könnte.

Mit David Longdon (der auch mal als Phil Collins-Ersatz bei Genesis im Gespräch war, dann aber gegenüber Ray Wilson den kürzeren zog) haben sie einen begnadeten Sänger gefunden, der noch dazu die tollen mehrstimmigen Satzgesänge arrangiert hat. Darüberhinaus ist er als Multiinstrumentalist tätig und gibt einen veritablen Peter Gabriel an der Flöte ab. Aber auch all die Gastmusiker sind top, angefangen von dem über alle Zweifel erhabenen Nick d'Virgilio, über den grandiose Gitarrensoli beisteuernden Dave Gregory, und auch die Herren Godfrey und Dunnery, die im abschließenden Titeltrack aufspielen, sind nicht zu verachten. Allerdings werde ich irgendwie das Gefühl nicht los, dass sich Big Big Train für all die schwierigen, musikalischen Parts Gäste geholt haben, die die eigenen spielerischen Unzulänglichkeiten (?) übertünchen. Keine Ahnung, ob dem wirklich so ist, ist nur ein Eindruck, da alle Soli von den Gästen gespielt werden. Solange das Ergebnis aber derart genial ausfällt, ist mir das reichlich egal!

Das tollste ist aber, wie das Mini-Orchester integriert wurde. Das Cello ist in Prog-Produktion, gerade auch im Retro-Prog, ein immer wieder gern gesehener Gast. Anders sieht es hingegen mit der Blechblasfraktion aus. Aber derart äußerst gediegen, wie hier die Bläsersätze arrangiert wurden, könnte man glatt noch ein Fan von sowas werden. Erinnert mich, gerade in der momentanen Vorweihnachtszeit, an diverse Bläserkreise, die die Fußgängerzonen und Kirchenkonzerte unsicher machen. Also bitte nicht abschrecken lassen, das ist wirklich sehr hörenswert!

Big Big Train sind zur Zeit im Retro-Prog das Maß der Dinge. Mit "The Underfall Yard" setzten sie einen letzten Glanzpunkt im Prog-Jahr 2009!

Anspieltipp(s): The Underfall Yard (kann man sich kostenlos von der Homepage in sehr guter Qualität herunterladen und beinhaltet alle Elemente, die dieses Album auszeichnen)
Vergleichbar mit: Genesis, Yes
Veröffentlicht am: 20.12.2009
Letzte Änderung: 4.7.2011
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 4)


Das Projekt Big Big Train geht mit The Underfall Yard nach dem beeindruckenden Vorgängeralbum wieder einen Schritt zurück. The Underfall Yard lebt nicht mehr von diesem eigentümlichen Kontrast aus Retro und Moderne wie er in erstaunlicher Frische auf The Difference Machine zu hören war. Dafür gibt es wieder ein diesmal durchgängig schön altertümelndes Konzept mit der britisch-viktorianischen Eisenbahngeschichte im Mittelpunkt.

Dieser konzeptionelle Ansatz bestimmt auch den Sound des Albums, der wieder mehr an das heimelige Album Gathering Speed anknüpft, aber qualitativ deutlich über dessen Mittelmaß hinaus geht! Die neu hinzugekommenen Blasinstrumente, die aber keineswegs ständig das Klangbild dominieren, sondern sehr gezielt eingesetzt werden, wirken zwar eher konservativ als progressiv, schaffen aber doch eine sehr stimmige Atmosphäre. Es werden bei mir allerdings keine Erinnerungen an King Crimson wach, sondern vielmehr an das Rewiring Genesis-Projekt des auch hier wieder zu hörenden Nick D'Virgilio. Und so sind es eben ganz klar Genesis (und auch Yes), die bei diesem Album musikalisch Pate gestanden haben.

Und das ist ein kleiner, aber mir zumindest leider etwas bitter aufstoßender Wermutstropfen, dass die großen Vorbilder (quasi die Big-Zwo des Neo-Retro-Prog) v.a. ab Victorian Brickwork den eigenen Ansatz von Big Big Train etwas überschatten. Daran Schuld ist z.T. auch der neue, immer noch als Genesis-Ersatz gut denkbare Sänger David Longdon. Dass er auch anders kann, zeigt er bei Master James of St. George. Aber Genesis-Fans, die ihre Lieblinge gerne gut wiedererkennbar bei anderen Bands wiederfinden, sollten damit keinerlei Probleme haben. Und auch wenn sich immer wieder ein gewisses Klon-Feeling einstellt, lassen sich Big Big Train nicht darauf reduzieren.

The Underfall Yard ist ein Album, das sich träumerisch in die Gehörgänge schmiegt und ganz viel historische Atmosphäre verbreitet. Und gerade das vom Ansatz her vollkommen überzeugende Zusammenwirken von Konzept und Musik lässt das Album aus der Vielzahl der Neuveröffentlichungen im Retrobereich herausragen. Bei der Umsetzung wäre nur noch mehr eigenes Profil wünschenswert gewesen.

Anspieltipp(s): Master James of St. George, Victorian Brickwork
Vergleichbar mit: Genesis, Yes, Rewiring Genesis
Veröffentlicht am: 31.12.2009
Letzte Änderung: 15.1.2010
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 4)


Da wir ja hier Alben rezensieren und nicht unbedingt deren Interpreten, kann ich "The Underfall Yard" nahezu uneingeschränkt loben.

Big Big Train bauen auf "The Underfall Yard" eine absolut stimmige und auch in sich konsistente Atmosphäre auf. Herrlich altmodische Klänge werden in langen, ausgearbeiteten Songs geradezu zelebriert. Das wäre fast schon zuviel des Guten, wenn die Engländer nicht verstünden gelegentlich aus dem getragenen Mid-Tempo auszubrechen und auch mal zu rocken oder einfach einen kleinen Sympho-Overkill einzustreuen. Neuzugang David Longdon ergänzt das Duo Poole / Spawton ganz hervorragend und verfügt über eine tolle Stimme mit so einem sympathischen Peter Gabriel-Timbre. Hier droht auch die einzige wirkliche Gefahr für dieses Album, denn gelegentlich wird die Nähe zu Genesis allzu deutlich und da könnte man schon das Klon-Wort in den Mund nehmen. Aber letztlich bekommen Big Big Train immer rechtzeitig die Kurve und überschreiten niemals die Grenze zwischen Inspiration und Kopie.

Allerdings wären Big Big Train auf diesem Album wohl deutlich weniger furios, wenn sie sich nicht auf ihre Gastmusiker verlassen könnten. Allen voran Spock's Beard-Drummer Nick D'Virgilio, der mit seinem eleganten, druckvollen und groovigem Drumming Maßstäbe setzt. Aber auch die bekannten Herren, die dem abschließenden Longtrack ihren Stempel aufdrücken, oder die Mitmusiker an Streichern und Bläsern, die in verschiedensten Tracks für Stimmung sorgen, sind wichtig für das Gelingen des Albums.

Um die Kollegen nochmals zu bekräftigen: "The Underfall Yard" ist für Retro-Prog-Fans ein Pflichtkauf. Darüberhinaus ist es eines der schönsten Alben des Jahres 2009 und in meiner persönlichen Top 10-Liste locker auf Platz 2.

Anspieltipp(s): eigentlich geht alles
Vergleichbar mit: Stimmungsvoller Retroprog in der Tradition von Genesis & Co.
Veröffentlicht am: 25.1.2010
Letzte Änderung: 7.11.2013
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Also wenn eine Band es schafft, mit zwei Alben in Folge den Tipp des Monats auf den Babyblauen Seiten zu stellen, dann muss da doch eigentlich was dran sein an diesen Alben. Ist es auch. "The Underfall Yard" ist nicht weniger als eines der Top-Alben des Jahres 2009.

Diesen Status erreicht es durch eine perfekte Melange aus einem sehr eigenen, oft leicht träumerischen Stil und aus der Inspiration großer Vorbilder. So werden die Kompositionen immer wieder mit Genesis- und Yes-Zitaten angefüttert, die jedoch nie so weit bemüht werden und zu keinem Zeitpunkt zu schablonenhaft wirken, als dass sie einen unguten Nachgeschmack hinterlassen würden. Longdon, Poole und Spawton kriegen immer rechtzeitig die Kurve um ihren übergroßen Zug in neue Gefilde zu steuern. Das Ganze wird professionell und souverän von hervorragenden Musikern mit viel Spielfreude dargebracht.

Ja; Longdon hat was von Peter Gabriel. Aber auch was von Michael Stipe (R.E.M.). Was zusammen was recht Eigenes ergibt.

Ja; die Flöte gibt's auch bei Genesis. Aber in ihrer dezenten und raren Verwendung wertet sie die Stücke hier schön auf ohne unangenehm an Genesis zu erinnern.

Ja; die zwirblige Gitarre in "Victorian Brickwork" klingt nach Howe wie er im Buche steht. Und malt trotzdem eindrückliche Linien in das Gesamtkunstwerk, die geschmackvoll und passend sind.

Hervorheben muss man, wie bereits geschehen, die geschmackvollen Bläsersätze: meist erhaben und mit warmem Timbre. Exemplarisch das Finale von "Victorian Brickwork", in welchem diese ruhig über einer sakralen Kirchenorgel agieren und eine festliche Atmosphäre erzeugen, wie sie ähnlich bei der Verleihung eines Lebenswerk-Oscars herrscht. Magisch.

Auch das elegante und jederzeit perfekt getimte und wohldosierte Spiel von NDV (Nick D'Virgilio) schlägt mächtig auf der Habenseite zu Buche.

Geringe Abstriche gibt's eigentlich nur für die fast durchgehend (Ausnahme "Last Train" und Teile des Titelstücks) doch etwas gleiche Grundstimmung im Midtempo-Bereich. Was das Album handkehrum wieder sehr geschlossen wirken lässt.

Eine klare Empfehlung meinerseits.

Anspieltipp(s): Victorian Brickwork
Vergleichbar mit: Genesis, Yes
Veröffentlicht am: 16.1.2012
Letzte Änderung: 7.11.2013
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Big Big Train

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Goodbye to the Age of Steam 8.00 4
1997 English boy wonders 7.50 2
2002 Bard 9.00 2
2004 Gathering Speed 9.00 1
2007 The Difference Machine 12.50 2
2010 Far Skies Deep Time (EP) 11.67 3
2012 English Electric Part One 9.17 6
2013 English Electric: Full Power 13.00 1
2013 English Electric Part Two 8.75 4
2015 Wassail EP 8.50 2
2016 Stone & Steel 11.00 1
2016 Folklore 10.00 3
2016 A Stone's Throw From The Line 12.00 1
2017 Grimspound 10.00 4
2017 The Second Brightest Star 9.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum