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Tritonus
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Tritonus

Between the Universes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (CD Ausgabe enthält zusätzlich das Debutalbum "Tritonus" (1975))
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Second Battle
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Peter K. Seiler Keyboards
Ronald Brand Bass, Gitarre, Gesang
Bernhard Schuh Schlagzeug

Gastmusiker

Geoff Harrison Gesang (1)

Tracklist

Disc 1
1. Between the Universes 9:58
2. Mars Detection 8:08
3. Suburban Day Suite

1. The Day Awakes 7:55
2. The Day Works 5:53
3. The Day Rests 3:58

Gesamtlaufzeit35:52


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Die Gruppe Tritonus stammt aus Mannheim und existierte nur wenige Jahre. In dieser Zeit erschienen zwei LPs, "Tritonus" (1975) und "Between the Universes" (1976). Tritonus spielten in der durch ELP populär gewordenen Dreierbesetzung mit Peter Seiler (keys), Ronald Brand (bg,g,voc) und Bernhard Schuh (dr). Auch musikalisch orientierte man sich an ELP, wobei ich die häufig vertretene Meinung, Tritonus seien ein bloßer ELP-Abklatsch gewesen, nicht teilen kann.

Die vorliegende Platte beginnt mit dem Titelstück, das inhaltlich gleichein beliebtes Textklischee aufweist, nämlich die Erschaffung des Universums. Musikalisch wird es von großflächigen Keyboardsounds bestimmt. Leider geht die schöne Atmosphäre des Intros beim Einsetzen des Gesangs (mit unpassendem Chor) etwas verloren, aber nach kurzer Zeit fängt es sich wieder. Insgesamt ein sehr schönes, sehr spaciges (hier nicht im Sinne von "langweilig") Stück.

Spätestens der zweite Titel, "Mars Detection", zeigt deutlich, daß Tritonus sehr wohl mehr als ein ELP-Abklatsch waren. Es handelt sich hier schon fast um ein Ambient-Stück, getrieben von allerlei Synthie-Sounds und kräftigem Baß. Übrigens das einzige Instrumentalstück auf dieser Platte.

Die zweite Seite (ja, ich habe das noch auf Vinyl!) wird von der dreiteiligen "Suburban Day Suite" eingenommen. Der erste Teil, "The Day awakes", ist mein Favorit: sehr anschaulich wird hier zunächst das Bild einer Morgendämmerung gezeichnet. Sanfte Synthies leiten das Stück ein, ohne dabei in inhaltsloses New-Age-Gesäusel abzugleiten, schließlich wird mit bombastischen Sounds der Sonnenaufgang dargestellt. Der zweite Teil, "The Day works", fällt dagegen stark ab, vor allem durch den auch hier wieder deplaziert wirkenden Chor. Glücklicherweise kein langer Titel. Das kurze "The Day rests" kehrt wieder zu gewohnter Qualität zurück. Akustische Gitarren und Vibraphon dominieren hier.

Insgesamt ein gelungenes Album einer zu Unrecht oft gescholtenen Gruppe. Übrigens ist "Between the Universes" erst Ende der 90er Jahre offiziell auf CD erschienen. Als Bonus hat man gleich noch die gesamte erste LP sowie eine 1978 erschienene Single draufgepackt.

Anspieltipp(s): Mars Detection, The Day Awakes
Vergleichbar mit: Emerson, Lake & Palmer
Veröffentlicht am: 20.5.2002
Letzte Änderung: 3.8.2003
Wertung: 9/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Tritonus ist die lateinische Bezeichnung für einen Intervall von drei Ganztönen. Unter diesem Namen formierte sich in den frühen 70er Jahren in Mannheim eine Band, die sich für die klassische Drei-Mann-Besetzung entschieden hatte. Allein schon dieser Hinweis drängt gleich den ersten Vergleich mit ELP auf. Wie nicht anders zu erwarten wurden die Männer um den kreativen Kopf Peter Seiler an den Tasteninstrumenten sofort als die deutschen ELP abgestempelt. In dieser Schublade gesellten sie sich somit zu den Landsleuten Triumvirat. Tritonus veröffentlichten während ihres Bestehens zwei Alben.

Die liebevoll gestaltete CD-Wiederveröffentlichung des Berliner Labels Second Battle aus dem Jahr 1998 enthält beide Alben, wobei die zweite Veröffentlichung "Between the universes" von 1976 den Silberling eröffnet und das Debüt "Tritonus" aus dem Vorjahr sich anschließt. Schon die ersten Töne des bombastischen Openers "Between the universes" offenbaren, dass hier zweifellos keyboardlastige Musik vorliegt, weshalb der Vergleich mit ELP nicht ungerechtfertigt ist. Hauptkomponist Peter Seiler steht mit seinem analogen Tastenarsenal im Zentrum des Geschehens. Voluminöse Klangkaskaden wechseln sich dabei eindrucksvoll mit dynamischem Hammondspiel und mystischen bzw. breitflächigen Synthieteppichen ab. Bass und Schlagzeug liefern dazu das passende rhythmische Gerüst ab.

Der gute Gesang des Gastsängers Geoff Harrison, der in einigen Passagen von wuchtigen Chorarrangements unterstützt wird, sei an dieser Stelle auch gelobt. Somit entwickelt dieses Titelstück gleich schon zu Beginn ein wahrlich erhabenes Gepräge und wird die Herzen der Freunde des keyboardlastigen Progressive Rocks höher schlagen lassen. Entgegen dem üblichen pauschalen Kategoriedenken kann im Fall von Tritonus keinesfalls die Rede von einem typischen ELP-Klon sein, da die Kompositionen ein gehöriges Maß an eigener Substanz besitzen. Schon das sich anschließende hypnotischen Instrumental "Mars detection" untermauert dies in eindrucksvoller Form. Hier tendieren Tritonus in die Richtung der typischen deutschen elektronischen Musik, ohne dabei ihre symphonischen Wurzeln zu verleugnen.

Mit dem in drei Parts unterteilten Titel "Suburban day Suite" findet die zweite und leider auch letzte Veröffentlichung dieses deutschen Trios ein eindrucksvolles Ende. Dabei wechseln sich einmal mehr von Pathos geprägte Passagen voller Keyboardprunk und mächtigem Chorgesang mit dynamischen Instrumentalsequenzen ab. Das verträumte "The day rests" lässt dann diese eindrucksvolle Suite ausklingen.

Anspieltipp(s): Suburban day Suite
Vergleichbar mit: ELP
Veröffentlicht am: 12.4.2006
Letzte Änderung: 12.4.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tritonus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Tritonus 8.00 1
2015 Far in the Sky - Live at Stagge's Hotel 1977 9.00 1

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