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Circle

Sunrise

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Krautrock; Metal; Postrock; sonstiges
Label: Ektro Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tomi Leppänen Drums
Janne Westerlund Guitars, Vocals
Mika Rättö Vocals, Keyboards, Percussion
Jussi Lehtisalo Bass, Vocals
Jyrki Laiho Guitars

Gastmusiker

P. Kontkanen Violin
T. Niemla Moog

Tracklist

Disc 1
1. Nopeuskuningas 7:44
2. Satulinnut 3:27
3. Hautain takaa 5:15
4. Vaanen valtiatar 7:42
5. Kylän suurin miekka 6:30
6. Rautakotka 9:27
7. Poholaisratsastaja 7:40
8. Lokki 15:14
Gesamtlaufzeit62:59


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Für ein paar Sekunden lang könnte man wirklich meinen eine Fehlpressung erwischt zu haben. Was ist denn das für eine Metallertruppe, die da ihre etwas einfallslosen Riffs aus den Boxen haut? Wenn dann aber der exaltierte finnische Gesang einsetzt und sich allerlei seltsames elektronisches Fiepen und Quietschen in die Musik verirrt, dann wird dem Hörer langsam klar, dass es sich hier wirklich um Circle handelt. "Nopeuskuningas" ist wohl eines der ersten Stücke der Finnen, in dem die Band der von ihr selbst so genannten NWOFHM frönen, der New Wave of Finnish Heavy Metal. Somit manifestiert das Album auf dem das Stück zu finden ist, das 2002 erschienen "Sunrise", einen deutlichen Stilwandel in der Musik von Circle. Gleichzeitig war "Sunrise", so ca. das Album Nummer 12 der Finnen, die wohl abwechslungsreichste Scheibe, die die Band aus Pori bis dato veröffentlicht hatte.

Repetitive, sehr kantige, aber durch allerlei Tastenbegleitung und diverse elektronische Tonschnipsel mächtig spacig und hypnotisch wirkende Metalleinlagen werden hier mit dem typischen Krautpostrock von Circle vermischt. Dazu kommen eigenartige, vom getragen-scheppen Gesang bestimmte, fast folkige Songs. Angereichert mit diversen Violineneinlagen und allerlei Zwitschern, Wabern, Quietschen und Zischen vom Moog ergibt das Ganze eine wahrlich seltsame Mischung aus hartem E-Gitarrengeriffe, spacigen Gitarrenexkursen, akustischem Geklampfe, klangvollen Tastenbreitseiten, elektronischem Schweben, postrockig-kammerproggigen Einschüben, aggressivem Gekreische und klagenden, skandinavisch-ätherischen Gesaengen, jeweils passend begleitet von der abwechslungsreichen, mal dezent voranschreitenden, mal heftig wütenden Rhythmusabteilung.

"Sunrise" ist ein ausgesprochen beeindruckendes Album (unter den vielen starken Scheiben der Finnen), mit einem bizarren Post-Folk-Metal-Neokrautrock, der aufgrund seiner meditativ-hypnotischen Intensität den Hörer gefangen nimmt und auf eine seltsame, expressionistisch-wirre Reise in den zeitgenössischen, progressiv-musikalischen Norden mitnimmt. Der Höhepunkt des Albums ist natürlich das lange "Lokki", welches - wie eine heftige Hommage an Neu! - mit seiner monoton-metronomischer Schlagzeugbegleitung über eine Viertelstunde mächtig dahin gleitet, und, von einer Myriade an seltsamen Klängen, Geräuschen und Gesangseinlagen angereichert, einem unglaublichen, geradezu kaputt-hymnischen oder wahnsinnigen Höhepunkt entgegen treibt.

Wer experimentell-krautige Postprogseltsamkeiten mit eigenartigen Folkeinlagen schätzt und keine Aversionen gegen derbe metallische Ausbrüche hat, der sollte sich "Sunrise" unbedingt zulegen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.1.2010
Letzte Änderung: 12.1.2010
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Wenn man mir jemand diese CD ohne weitere Informationen vorgespielt hätte, hätte ich wahrscheinlich gedacht, das sei ein Sampler mit Beiträgen verschiedener Bands, so kunterbunt ist diese stilistische Mischung. Da stehen simple Hardrock-Nummern neben psychedelisch angehauchten, akustischen Folksongs und hypnotischen, krautigen Postrock-Orgien. Insbesondere letztere sind einfach großartig - das abschließende Lokki ist sicherlich das beste Stück, das Neu! nicht gemacht haben. Und während die Psych-Folk-Songs auch noch einen naiven Charme besitzen (hier lassen Witthüser & Westrupp grüßen), sind mir schlichte Hardrocker wie Kylän suurin miekka (finnische Songtitel klingen immer irgendwie freakig...) doch eine Nummer zu simpel gestrickt, auch wenn sie hie und da mit seltsamen Effekten aufgepeppt sind. Gerade in diesem Song nervt auch noch das Gekreische des Sängers (der ansonsten auf sympathische Art ausgeflippt agiert) ganz gewaltig!

Insgesamt finde ich Sunrise schon etwas durchwachsen, aber Lokki entschädigt für einiges!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: je nach Stück: Birth Control, Witthüser & Westrupp, Neu!
Veröffentlicht am: 9.9.2010
Letzte Änderung: 9.9.2010
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Circle

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Meronia 11.00 1
1996 Zopalki 10.00 1
1996 Hissi 12.00 2
1997 Fraten 11.00 2
1998 Pori 12.00 1
1999 aNdeXelt. 11.00 1
2000 Prospekt 11.00 1
2001 TAANTUMUS 12.00 1
2002 Alotus 10.67 3
2003 Guillotine 11.00 1
2004 Golem / Vesiliirto 10.00 1
2004 Forest 12.00 1
2005 TULIKOIRA 10.50 2
2006 Miljard 12.00 1
2006 Arkades 10.00 1
2007 Rakennus 9.00 1
2007 Panic 10.00 2
2007 Tyrant 11.00 1
2007 Katapult 11.00 1
2007 TOWER 12.00 1
2008 Hollywood 8.00 1
2008 Triumph 11.00 1
2009 Soundcheck 10.00 2
2010 Rautatie 12.00 1
2011 Infektio 12.00 1
2012 Serpent 10.00 1
2013 Manner 10.00 2
2015 Pharaoh Overlord 11.00 1
2017 Terminal 10.00 1

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