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Quidam

Quidam

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 90er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label:
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Emilia Derkowska Gesang, Cello, Flöte
Ewa Smarzynska Flöte
Zbysek Florek Keyboards
Maciek Meller Gitarre
Radek Scholl Bass
Rafal Jermakow Schlagzeug, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Sanktuarium 8:57
2. Chocbym 7:05
3. Bajkowy 3:42
4. Gleboka Rzeka 8:03
5. Nocne Widziadla 7:21
6. Niespelnienie 9:44
7. Warkocze 4:07
8. Bijace Serca 1:53
9. Plone 14:09
Gesamtlaufzeit65:01


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Quidam sind eine noch relativ junge Band aus Krakau in Polen und kommen somit aus der selben Region wie die leider nicht mehr existierenden Collage. 1996 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum, das wunderschönen melodischen Neoprog bietet und stilistisch mit dem Meisterwerk "Moonshine" der bereits erwähnten Landsleute Collage vergleichbar ist. Deren ehemaliger Gitarrist Mirek Gil hat sogar einen kurzen Gastauftritt und steuert im Titel "Chocbym" sein unverkennbares schwelgerisches Gitarrenspiel bei. Angesichts des Titels mag der eine oder andere kritische Leser jetzt aber stutzig werden. Ja, Quidam singen ausschließlich in polnisch! Mit Gesangpassagen wird auch keinesfalls gegeizt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass bezüglich von osteuropäischen Sprachen oftmals erhebliche Vorbehalte bestehen. Dies ist mir aber absolut unverständlich und liegt wahrscheinlich eher an vorhandener Unkenntnis. Dem muss entgegnet werden, dass Quidam in Form der Frontfrau Emila Derkowska eine hervorragende Sängerin haben und es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass sie stellenweise wie ein Engel singt. Sie versteht es aber auch, neben Ausflügen in schwindelerregende Höhen auch kraftvoll zu singen. Ganz so wie es gerade zur Musik passt. Zusätzlich spielt sie in manchen Passagen auch noch Cello.

Ewa Smarzynska steuert als weiteres weibliches Bandmitglied auch noch sehr gekonnt romantisches Flötenspiel bei. Auch die übrigen vier Herren der Schöpfung sind ausnahmslos hervorragende Musiker. Besonders hervorzuheben ist Gitarrist Maciek Meller, der es wie kaum ein anderer versteht, überaus gefühlvoll zu spielen und er steht somit in der Tradition eines Andrew Latimer und Steve Rothery. Auch Keyboarder Zbysek Florek hebt sich angenehm von seinen übrigen Kollegen aus dem Neoprog-Bereich ab und setzt seine Tasteninstrumente nicht so vordergründig wie sonst üblich ein. Ein Beispiel für sein intelligentes Keyboardspiel ist der mächtige Sound der Hammond im stimmungsvollen Opener "Sanktuarium".

Neben diesen positiven Worten über die Qualitäten der beteiligten Musiker darf natürlich der musikalische Inhalt des Debüts nicht vernachlässigt werden. Hier kann man es eigentlich kurz machen, denn wie man von solch perfekten Individualisten erwarten kann, bietet man symphonischen Neoprog der Extraklasse. Irgendwelche Ausfälle sind nicht zu verzeichnen und für ein Debüt einer noch jungen Band bewegt sich die Qualität des Songwritings auf einem nahezu beängstigend hohen Niveau. Mit der Ausnahme des flotten "Nocne Widziadta" ist der Großteil des Album überwiegend getragen und von romantischer Natur. Über alldem schwebt der bereits erwähnte unbeschreiblich schöne weibliche Gesang. Gerade die polnische Sprache wirkt hier auf mich überaus melodisch und ich könnte mir hier keinesfalls englische Lyrics vorstellen.

Trotz des allgemein hohen Qualitätsniveaus seien doch noch die beiden Titel "Niespelnienie" und der das Album abschließende Longtrack "Plone" besonders hervorgehoben. "Niespelnienie" wird von symphonischen Keyboards eingeleitet. Aus diesem getragenen Beginn entwickelt sich ein sehr atmosphärischer Titel, der wiederum weiblichen Gesang in höchster Vollendung bietet. Emila Derkowska singt hier überaus emotional und beweist, dass sie auch perfekt in einer tieferen Tonlage singen kann. Der rund 14 Minuten lange Titel "Plone" vereint dann noch einmal alle bereits erwähnten Qualitäten der Band.

OK, ich denke das war aber jetzt genug des Lobes und der Leser dieser Kritik wird zweifelsfrei bemerkt haben, dass ich der Magie der polnischen Band Quidam hoffnungslos verfallen bin. Dies gilt natürlich besonders für den Gesang der bereits mehrfach von mir gelobten Sängerin Emila Derkowska. Ja, ich muss gestehen, dass ich von dieser Frau fasziniert bin und sie fast schon anbete! Daher bin ich eigentlich kaum zu einer objektiven Kritik imstande.

Von Wolke 7 heruntergekommen, kann ich Quidam aber besten Gewissens allen Freunden der melodischen Variante des Progressive Rocks empfehlen. Es ist auch keine Übertreibung zu behaupten, dass Quidam mit ihrem Debüt genauso wie Collage mit ihrem Album "Moonshine" gerade die etablierten Bands aus Großbritannien sehr, sehr alt aussehen lassen und diese in den Schatten stellen.

Anspieltipp(s): wirklich alles!
Vergleichbar mit: Collage, Camel
Veröffentlicht am: 20.5.2002
Letzte Änderung: 20.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Eigentlich bleibt der euphorischen Kritik von Horst nicht mehr viel hinzuzufügen. Nur so viel, dass das Debüt Quidam sicherlich mit zum Besten im sinfonischen Neo Prog Bereich gehört, was in den 90ern veröffentlicht wurde. Das Album strotzt nur so von wunderschönen Melodien, traumhaften Gesang, der einen zweifellos hinweg schmelzen lässt, sowie einer instrumentalen Ausgeglichenheit zwischen Bombast, weichen Folkelementen und schwelgerischen Melodien. Vor allem der elegische, fließende Stil von Gitarrist Maciek Meller sorgt für mehrere solistische Highlights.

Ende 2006 wurde das Album zum 10-jährigen Jubiläum im schmucken Mini LP Format, mit erweitertem Booklet und einer Bonus CD neu aufgelegt. Beim Bonusmaterial wurde ausgiebig in den Archiven gekramt und mehr als 50 Minuten bisher unveröffentlichte Musik ans Tageslicht befördert. So bekommt man u.a. "Irish air" vom Camel Album "Harbour of tears" zu hören, welches Andy Latimer dazu bewegte die beiden Damen von Quidam einzuladen und dieses Stück bei den Camel Auftritten in Polen live zu spielen. Daneben runden Aufnahmen von Deep River (der Vorgängerband von Quidam), diversen Bands, bei denen verschiedene Quidam Mitglieder beteiligt waren und die musikalisch mehr im "normalen" Rockbereich angesiedelt sind, Coverversionen von "Horzions" (Genesis) und "White rider" (Camel), sowie diverse Videos (teils in Bootleg Qualität, teils professionell produziert) diesen lohnenswerten Doppelpack perfekt ab.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.1.2007
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Quidam

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 Sny Aniolów 10.33 3
1999 Live in Mexico '99 12.00 1
2002 The Time Beneath The Sky/Pod Niebem Czas 11.50 2
2005 Surrevival 8.00 3
2006 The Fifth Season (DVD) 9.50 2
2006 Half Plugged 9.00 1
2007 Alone Together 11.67 3
2010 Strong Together 11.00 1
2012 Saiko 9.50 2

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