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Effloresce

Shades of Fate

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Folk; Gothic; Metal; Progmetal
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tobi Süß Schlagzeug
René Heinrich Bass
Tim Ivanic Gitarre
Nicki Weber Gesang, Growls, Flöte
Dave Mola Gitarre, Mellotron

Gastmusiker

Chrisk Birkmann Gesang (Backing vocals bei "Sear")
Michael Schmidt weitere Gitarren ("Sear")

Tracklist

Disc 1
1. Birds of Prey 11.17
2. Sear 9.58
3. Sunset in the Snowdome 8.27
Gesamtlaufzeit29:42


Rezensionen


Von: Markus Wierschem @


Effloreszenz. Man lasse sich dieses Wort einmal über den Gaumen gleiten. Effloreszenz. Das hat Kraft, Eleganz, Schönheit. Aber was heißt das eigentlich, effloreszieren? Einerseits das Heraustreten und Auskristallisieren von Salzen auf Bauwerksoberflächen durch die Diffusion von Wasser – also eine bestimmte Art von Bauschaden. Gruselig. Im Wortursprung – und der dürfte eher das sein, woran sich die Mitglieder von Effloresce bei der Namensgebung orientiert haben – stammt das Wort aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie ausblühen (von ex/e. – "aus" und florescere – "erblühen"). Nomen est omen.

Ein Blick auf die karg-finstere Schönheit des Covers weckt sofort Erinnerungen an die Arbeiten des großartigen Travis Smith, etwa zu Alben wie Dead Soul Tribes The January Tree oder Opeths Blackwater Park. Opeth – deren Debütalbum eine Orchidee in voller Blüte schmückte – sind überhaupt ein guter Referenzpunkt für die junge Band, sind doch Sound und Songarchitektur merklich von den großen schwedischen Vorbildern beeinflusst.

Bereits "Birds of Prey" beeindruckt durch Ideenvielfalt und die schiere Menge musikalischer Ausdrucksmittel, die dieser Band zur Verfügung stehen: bedrohlich-schwere E-Gitarrenvorhänge hüllen sich um rhythmisch-komplexe Einschübe à la Dream Theater und folkige Passagen, die durch die Präsenz traurig über den Flächen schwebender Flötenklänge auch Assoziationen zu alten Genesis oder Camel zulassen, während der helle Gesang von Nicki Weber eher an die Mandylion / Nighttime Birds-Phase von The Gathering erinnert. Hervorzuheben ist vor allem das variantenreiche Spiel des Gitarristen-Teams Mola/Ivanic und von Schlagzeuger Tobi Süß.

"Sear" wird von einem psychotisch-geisterhaften Mellotron eingeläutet, das immer mehr anschwillt, nur um einem Gewitter schwermetalliger Riffs und explosiven Drummings zu weichen, dass den Hörer nur so überrollt. Der cleane Frauengesang wird plötzlich durch bösartige Growls durchbrochen, die – Überraschung! – auch von Nicki Weber stammen. Leiden Kohärenz und Spannungsbogen von "Birds of Prey" vielleicht im Endeffekt etwas unter der Anzahl der Ideen, die die Musiker dort verarbeiten, fügt sich hier alles nahtlos zusammen. So auch das Konzept des Miteinander von schicksalsschwangeren Riffs und auf das Wesentliche reduzierten Akustikarrangements, das wie bei Opeth eigentlich nichts anderem als dem filigranen Spannungsverhältnis von Leben und Tod selbst musikalisch Ausdruck verleiht. Dieses Stück hätte ohne Weiteres auch Teil des Meisterwerks Blackwater Park sein können!

Den Schlusspunkt der EP bildet das eingängigere und deutlich leichtherzigere "Sunset in the Snowdome," dass wieder etwas mehr nach Dream Theater klingt und mit einem starken Refrain und Webers vielleicht bester Gesangsleistung aufwartet.

Der Sound der Aufnahme liegt deutlich über den Standards, die ich sonst aus Undergroundgefilden gewohnt bin; einzig die Snare klingt etwas "pappig." Die Texte handeln großteils von Dämonen, finsteren Visionen und (Alp)träumen, die in echter Gothic-Manier eher psychologisch gedeutet als wortwörtlich verstanden sein wollen.

Alles in allem ist Effloresce mit Shades of Fate ein Debüt gelungen, auf das die Band mit Recht stolz sein kann. Stilistisch zwar noch deutlich in der Tradition des allmächtigen O. stehend, zeigen die Nürnberger schon bereits hier nicht nur Talent und Ideenreichtum, sondern vor allem auch genug eigene Identität um mich neugierig darauf zu machen, der Band beim Wachsen zuzuhören. In diesem Sinne kann ich eigentlich nur hoffen, dass der Name nicht wirklich Programm ist und Effloresce nicht im "Ausblühen," sondern vielmehr im "Aufblühen" ihrer Karriere begriffen sind.

Anspieltipp(s): Sear
Vergleichbar mit: Opeth, Camel, The Gathering, Dream Theater
Veröffentlicht am: 9.2.2010
Letzte Änderung: 7.10.2013
Wertung: 9/15
8,5/10 EP-Punkten. Im Klartext: Support your underground - buy this record!

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2012 Coma Ghosts 11.33 3

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