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The Psychedelic Ensemble

The Art of Madness

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (ursprünglich 2009 im Eigenvertrieb erschienen)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; New Artrock; Psychedelic; RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 9.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ein anonymer Musiker Gesang und Instrumente

Tracklist

Disc 1
1. Prologue - Ecstasy 5:40
2. Panic 3:08
3. Fantasy 4:26
4. Dream 2:26
5. Delusion 4:18
6. Moon Mad 9:07
7. Despair 7:23
8. Apparition 4:01
9. Breakdown 5:24
10. Sedation 3:32
11. Revelation - Epilogue 7:03
Gesamtlaufzeit56:28


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Was für eine Musik sich hinter dem Namen The Psychedelic Ensemble verbirgt, kann man sich eigentlich denken. Überraschender ist da schon die Tatsache, dass es sich hier nicht um eine Band, sondern ein Soloprojekt handelt. Der Musiker zieht es allerdings vor, anonym zu bleiben. Neben Gesang und dem üblichen Rockinstrumentarium - sprich Gitarre, Bass, Tasten, Schlagzeug - gibt es gelegentlich noch Saxofon, Flöte und Akkordeon zu hören. Ob das alles "echt" ist oder einiges auf elektronischem Wege erzeugt wurde, kann man (ich) nicht feststellen.

The Art of Madness, das Debüt des anonymen Musikers, erschien ursprünglich 2009 im Eigenvertrieb, ein Jahr später wurde es von Musea neu veröffentlicht. Inspiriert wurde das Album von einer Ausstellung mit Kunstwerken, die von psychisch kranken Menschen geschaffen wurden. Die Songs behandeln laut Beiheft "unterschiedliche Manifestationen des Wahnsinns". Na, da scheint der Wahnsinn ja eine eher harmlose Angelegenheit zu sein... aber ich will nicht vorgreifen. Im Beiheft ist zu jedem Song ein Werk der erwähnten Ausstellung reproduziert.

Wie schon erwähnt, lässt der Name dieses Projekts bereits Rückschlüsse auf die Musik zu, und tatsächlich klingt es von Anfang an ziemlich penetrant nach Porcupine Tree - den frühen Porcupine Tree allerdings, bevor sie erst mit Britpop und dann mit Metal flirteten. Speziell The Sky Moves Sideways kommt mir beim Hören immer wieder in den Sinn. Floydige Gitarren und fließend-sphärische Tastenklänge bestimmen die Songs, die naturgemäß nicht übermäßig komplex aufgebaut sind, dazu sanfter, einschmeichelnder Gesang. Ab und an löst sich die Musik in psychedelische Freiformklänge auf (Dream) oder es jammt etwas flotter (Breakdown), wobei nette Orgelsoli ein leichtes Retroprog-Gefühl aufkommen lassen; demgegenüber stehen einige recht schrammelige Passagen (Fantasy, Dream). Sowieso herrscht insgesamt flauschiger Wohlklang vor.

Im wesentlichen gib es hier also Musik, wie sie Porcupine Tree Anfang und Mitte der 90er gemacht haben. Die hat mir damals zwar gefallen, aber einen zweiten Aufguss davon brauche ich 15 Jahre später nicht mehr. Wer aber dem Sound der frühen PT nachtrauert, kann sich The Art of Madness durchaus mal zu Gemüte führen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: frühe Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 22.8.2010
Letzte Änderung: 23.8.2010
Wertung: 7/15

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Von: Jürgen Meurer @ (Rezension 2 von 3)


Kaum zu glauben, dass das vorliegende Produkt tatsächlich nur von einem Musiker eingespielt wurde. Was für ein Riesentalent! Schade, dass er (bisher) anonym bleiben möchte. Er wandelt traumhaft sicher auf verschiedensten musikalischen Pfaden und verwurschtelt das dann zu einem musikalischen Ganzen, das auch noch passt. Ob Gitarren, Keyboards, akustische oder elektronische (gespielte, nicht programmierte) Perkussion. Respekt, was dieser Musiker so alles drauf hat!

Wie der "Band"-Name schon andeutet, etwas Psychedelic Rock ist zum Beispiel drin, klar! So klingen einige Passagen nach Früh-70er Pink Floyd. Es gibt auch wunderbare sanfte Songs wie "fantasy", sparsam instrumentiert mit akustischer Gitarre und geprägt von einer schönen Stimme. Überhaupt: nicht nur instrumental ausgesprochen vielschichtig, sogar die Stimme ist so facettenreich, dass man glatt glauben könnte, unterschiedliche Sänger seien hier am Werk gewesen.

Songs wie "fantasy" mögen meinen Vorredner dazu gebracht haben, das Album als "flauschigen Wohlklang" einzustufen. Für meinen Geschmack mag das für einzelne Songs gelten, aber der Gesamteindruck, der hinterlassen wird, stellt sich mir völlig anders dar. Einige Passagen sind durchaus schräg (wie bereits von Jochen erwähnt). Und zwar alles andere als leicht verdaulich, da wird ordentlich vom Leder gezogen. Und auch das auf verschiedene Weisen. Mal in einer Art Neo-Klassik-Komposition, dann wieder im psychedelischen Fahrwasser, wo es mich auch mal an "Death may be your Santa Claus" von Second Hand erinnert. Meilenweit von irgendwelchen flauschigen Wohlklängen entfernt - für mich zumindest.

Ein Album, das durch seine Vielfältigkeit besticht und - als logische Konsequenz - immer wieder mal in meinem CD-Player landet. Bei mir kommt da zu keinem Moment Langeweile auf, zumal es in meinen Ohren auch nie als einfacher Aufguss von Irgendwas rüberkommt! Hut ab. Und es gibt auch schon ein neues Album (das übrigens noch weniger flauschigen Wohlklang bietet als das Debüt).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2010
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Zuvörderst möchte ich dem anonymen Musiker einfach mal meinen Respekt aussprechen. Dafür, dass er alles ganz alleine eingespielt hat. Und das in einer Qualität, die mitunter beeindruckend ist. Der Mann beherrscht seine Instrumente.

Kollege Rindfrey erwähnte Porcupine Tree als Vergleich. Die höre ich hier mit Ausnahme des Openers und in Moonmad beiweitem nicht so penetrant heraus wie er. Dafür erinnert mich die Musik in den zahlreichen Midtempo-Momenten ihrer Spaziergängerigkeit immer wieder an die späteren Big Big Train. Auch die Stimme, die Kollege Meurer als sehr facettenreich empfindet, tut dies. Für meinen Geschmack ist der Gesang meist etwas eindimensional und farbarm.

Am interessantesten ist das Ensemble dann, wenn es panisch und wahnhaft wird. In Panic erinnern repetitive Keyboardläufe und heftige Akkorde an Keith Emerson, "Anonymous" spielt hier ein sehr virtuoses Schlagzeug und zwirbelt ein paar heftige Gitarrensoli vom Griffbrett. Für mich der Höhepunkt des Albums.

In Delusion erzeugen Sprachfetzen, irres Gelächter und verzweifelte Schreie, dysharmonische Synthesizersounds, schräge Orgelakkorde, zerhackte und rückwärts abgespielte Tonschnipsel und Beckenschläge eine psychotische Atmosphäre.

Breakdown schliesslich setzt stilistisch bei Panic an. Ein vorwärts drängender Synthibass bildet das Grundgerüst, darüber soliert erst ein etwas quäkiges Keyboard, dann die Gitarre, dann wieder das Keyboard, schliesslich die Trompete. Wieder blickt hier Keith Emerson um die Ecke.

Insgesamt finde ich "The Art of Madness" vor allem in den Stücken, die eine gewisse Plussymptomatik aufweisen, gelungen. Die ruhigen Stücke sind mir etwas zu fluffig und auch zu floydig. Insgesamt ist dies aber ein recht ordentliches Debutalbum.

Anspieltipp(s): Panic
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.7.2015
Letzte Änderung: 12.8.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Psychedelic Ensemble

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 The Myth of Dying 12.67 3
2011 The dream of the magic jongleur 13.00 2
2013 The Tale of The Golden King 12.00 3
2015 The Sunstone 12.00 3

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