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Kultivator

Barndomens Stigar

(Archiv-Tipp 8/2007)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1980
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Klassischer Prog; Zeuhl
Label: APM
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Stefan Carlsson Bass
Johan Hedrén E-Piano, Orgel, Synthesizer
Jonas Linge Gitarre, Gesang
Ingemo Rylander Gesang, Blockflöte, E-Piano
Johan Svärd Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Höga Hästar 3:32
2. Vemod 2:35
3. Småfolket 5:15
4. Kära Jord 7:07
5. Barndomens Stigar 5:13
6. Grottekvarnen 7:05
7. Vårföl 2:52
8. Novarest 6:14
9. Häxdans   (Bonustrack) 6:35
10. Tunnelbanan Medley   (Bonustrack) 3:13
Gesamtlaufzeit49:41


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Die schwedische Band "Kultivator" wurde 1978 aus den Überresten der Band "Tunnelbanan" (der Name hat, wenn mich die Erinnerung an einen Stockholm-Besuch nicht täuscht, nichts mit unterirdisch gezüchteten Bananen, sondern mehr mit der U-Bahn zu tun...) gegründet und veröffentlichte ihr einziges Album, "Barndomens Stigar" 1980. 1992 wurde es vom schwedischen Label "Ad Perpetuam Memoriam" wiederveröffentlicht.

Musikalisch orientieren sich "Kultivator" nicht wie so viele Prog-Bands der zweiten Generation an den grossen Vorbildern des symphonischen Progressive Rock, sondern sie versuchen den Brückenschlag zwischen zwei etwas obskureren Stilen, die dazu auch noch eigentlich nicht viel gemein haben: Zeuhl und Canterbury Prog. Dazu werfen sie noch einen kleinen Schuss schwedische Folklore in den Mix, insbesondere durch die schönen, immer wieder auftauchenden Blockflöten-Stellen.

Der Zeuhl/"Magma"-Einfluss zeugt sich im kraftvollen, fetten, sehr selbstbewussten Sound von Bassist Stefan Carlsson und in immer wieder auftauchenden, marschartigen, repetitiven Stellen. Der Canterbury-Einschlag erinnert vor allem an die Bands "Hatfield And The North" und "National Health" (in deren erster Platte): jazziges, perlendes E-Piano und Orgel-Soli von Keyboarder Johan Hedrén, die neben dem Bass die Musik bestimmen, dazu der sehr Amanda Parsons-mässige, klare Sopran von Sängerin Ingemo Rylander und die schlanke Gitarre von Jonas Linge im lupenreinen Phil-Miller-Sound, die fast nur solistisch hervortritt, während die Keys die Akkordarbeit erledigen. Auch Drummer Johan Svård muss noch lobend erwähnt werden: treibend, druckvoll, virtuos. Die Stücke sind meist recht lebhaft und keine Sekunde zu lang, so dass Langeweile und Zähigkeit keine Chance haben.

Zwar erreichen "Kultivator" nicht die Power und Intensität von "Magma", und ihre Stücke sind nicht so komplex und verspielt wie die der Hatfields oder von "National Health", aber vielleicht funktioniert gerade deshalb die Hochzeit der beiden Stile so gut. Auf jeden Fall macht mir die Platte ungemeinen Spass. Der erste Bonustrack ist übrigens eine Neueinspielung (1992) eines Traditionals, das schon zum ursprünglichen Programm der Band gehörte; der zweite Zusatzsong ist eine Live-Aufnahme eines Medleys aus älteren "Tunnelbanan"-Stücken vom ersten "Kultivator"-Liveauftritt überhaupt.

Anspieltipp(s): Novarest
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2002
Letzte Änderung: 22.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Ein ganz bemerkenswertes Album hat die Band Kultivator aus der südschwedischen Stadt Linköping hier vorgelegt, zu schade, dass kein weiteres mehr folgte. Nicht nur, dass es zu Beginn des "dunklen Jahrzehnts" erschien (was vielleicht erklärt, dass man danach von der Band nichts mehr hörte), sie bewegen sich auch noch in selbst aus proggiger Sicht exotischen Gefilden: nicht Yes oder Genesis oder King Crimson sind die Vorbilder, sondern die Bands der Canterbury-Szene.

Den typisch fließenden, jazzigen Canterbury-Sound verbinden Kultivator mit einigen folkloristischen Einsprengseln, die oft auf der Blockflöte dargebracht werden und sich in ihrer (vergleichsweisen) Schlichtheit wunderbar in den viel komplexeren Gesamtsound integrieren. So entwickelt sich beispielsweise im Titelstück aus einer geradezu kindlich-naiven Blockflötenmelodie ein treibendes Stück Canterbury-Jazzrock, in dem die anfängliche Melodie immer wieder mal aufgenommen wird.

Den Zeuhl-Einfluss finde ich hier gar nicht so besonders prägnant; klar, es gibt repetitive Stellen, grummelnden Bass und hie und da neben dem Engelssopran sogar mal etwas Ork-artige Gesänge (Novarest). Aber das passiert eigentlich alles ziemlich im Hintergrund.

Kultivator ist hier jedenfalls eine ganz eigenständige Mixtur aus Caterbury, Folklore und etwas Zeuhl gelungen, die nicht nur zu den Höhepunkten des 80er-Jahre Prog gehört (das heißt ja nicht viel), sondern sich durchaus mit den Größen der Canterbury-Szene messen kann!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.7.2007
Letzte Änderung: 24.7.2007
Wertung: 11/15

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