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The Crazy World of Arthur Brown

The Crazy World of Arthur Brown

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1968
Besonderheiten/Stil: Beat; Blues; Psychedelic
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Arthur Brown Gesang
Vincent Crane Orgel
Sean Nicholas Bass
Drachen Theaker Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Prelude - Nightmare (Mono Version)   (auf CD-Version) 3:49
2. Fanfare - Fire Poem (Mono Version)   (auf CD-Version) 2:01
3. Fire (Mono Version)   (auf CD-Version) 3:01
4. Come and Buy (Mono Version)   (auf CD-Version) 5:05
5. Time/Confusion   (auf CD-Version) 4:57
6. Prelude - Nightmare   (Beginn der Original-LP) 3:28
7. Fanfare - Fire Poem 1:51
8. Fire 2:54
9. Come and Buy 5:40
10. Time/Confusion 5:11
11. I Put a Spell on You   (Screamin'-Jay-Hawkins-Cover) 3:41
12. Spontaneous Apple Creation 2:54
13. Rest Cure 2:44
14. I've Got Money   (James-Brown-Cover) 3:09
15. Child of My Kingdom 7:01
Gesamtlaufzeit57:26


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Die Floskel "Arthur Brown ist im Progbereich kein Unbekannter mehr" ist überflüssig. Nicht nur, dass "Fire" ein Welthit war, der gute Herr hat nämlich u.a. für Alan Parsons, Klaus Schulze, Hawkwind und Robert Calvert gesungen und außerdem Vincent Crane (Atomic Rooster) und Carl Palmer zu ersten Auftritten auf größeren Bühnen verholfen. Die Geschichte der Rockmusik kennt Brown außerdem als "Erfinder" theatralischer Bühnenpräsenz mit Kostümen, Masken und brennenden Requisiten. Hier haben wir also die verrückte Welt des Herrn Brown, auf Platte erschienen 1968.

Als Jahreszahl zur Beschreibung wäre aber "1967" wohl passender, denn den Einfluss dieses Jahres merkt man "The Crazy World of Arthur Brown" doch sehr an. Nach "Sgt. Pepper" haben wir hier etwa ein "geschlossenes" Album. So scheinen die ersten fünf Stücke eine zusammenhängende Suite zu bilden und haben vermutlich auch die A-Seite der LP voll eingenommen. Die andere Auffälligkeit im Zeitzusammenhang ist stilistischer Natur, so fühlen sich auch Brown und Kollegen stellenweise sehr dem zeitgenössischen Psychedelic Rock verpflichtet. Hierfür spricht neben Songtiteln wie "Spontaneous Apple Creation" oder Textzeilen wie "Dynamic explosions in my head" natürlich vor allem die Musik. Was dem "Rock" angeht, gibt's hier zwar keine Gitarre zu hören, aber Vincent macht das mit aggressivem und sehr rhythmusbetontem Spiel in Vorrausdeutung des Orgelrocks der 70er (Deep Purple), Uriah Heep, Yes mit Tony Kaye) durchaus wett. Ebenso macht sich jene düstere Note bemerkbar, die später Cranes Nachfolgeband Atomic Rooster auszeichnen sollte.

Um den 60ern noch Tribut zu zollen: Die sonstigen Zutaten der Musik sind eher konventionell, aber nicht weniger wild. Drachen Theaker trommelt durchaus dynamisch, mal lateinamerikanisch-wild ("Fanfare"), mal jazzig-entspannt ("Time/Confusion"), auch wenn wenige Trivialitäten der Beatmusik (vergleiche "No Milk Today") den Eindruck etwas trüben. Der Bass wird bis auf "Come and Buy" selten prominent eingesetzt. Das Klangbild wird vervollständigt durch einige Orchestereffekte (am deutlichsten wohl in "Fanfare" und "Fire"), mit welchen die Stücke sich dramatisch zuspitzen, und selbstverständlich dem expressiv-variablen Gesang von Arthur Brown. Von tiefen Stimmlagen (Anfang von "Come and Buy") im Stile eines Louis Armstrong über bluesige Mitten ("Time/Confusion") bis hin zum hysterischen Falsett kann der Mann praktisch alles und gibt damit den Songs ein unverkennbares Gesicht.

Auch die einzelnen Songs tragen Züge des Proto-Prog. Meist wird auf wiederkehrende Refrains zugunsten des dramatischen Aufbaus samt steigender und fallender Handlung verzichtet. Diesbezüglich bietet sich für die eröffnenden Songs als Assoziation "A Day in the Life" von den Beatles an. Die B-Seite ist etwas konventioneller gehalten, wofür schon alleine zwei Coverversionen ("I Put a Spell on You" von Screamin' Jay Hawkins und "I've Got Money" von James Brown) sprechen, die mehr noch als die übrigen Lieder von Browns exzessivem Gesang getragen werden. Daneben gibt es aber mit dem psychedelischen "Spontaneous Apple Creation" und dem düsteren Piano-dominierten "Child of My Kingdom" noch zwei herausragende "progressive" Nummern. Einzig das beat-poppige "Rest Cure" bleibt unauffällig. Abschließend bleibt also festzuhalten, dass der erste große Auftritt für Arthur Brown und Vincent Crane gleich mal ein ziemlich interessantes Stück Musik geworden ist. Im Großen und Ganzen gelingt der Band hier ein Album, das Elemente des Psychedelic Rock verarbeitet und gleichzeitig Stilmittel des späteren Hard Rock vorweg nimmt. Somit bleiben ein durchaus spaßiges Proto-Prog-Psychedelic-Album und seitens Brown jede Menge Tantiemen für "Fire".

Die CD-Version des Albums von 1990 enthält als Dreingabe Mono-Versionen der Opener-Suite, die z.T. anders arrangiert sind. Interessant, wenn auch nicht essenziell. Kurios allerdings, dass diese Tracks an den Anfang der CD gestellt wurden, das eigentliche Album beginnt also bei Track 6.

Anspieltipp(s): Prelude/Fanfare, Come and Buy, Child of My Kingdom
Vergleichbar mit: "A Day in the Life" mit Orgel und gutem Sänger
Veröffentlicht am: 3.11.2010
Letzte Änderung: 4.11.2010
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Crazy World of Arthur Brown

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Strangelands 11.00 1

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