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Geoff Mann

In One Era...

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994 (Zusammenstellung von I May Sing Grace und Psalm Enchanted Evening)
Besonderheiten/Stil: sonstiges
Label: Cyclops
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Geoff Mann Voice, Acoustic & Electric Guitars, Percussion, Bossyboots impressions, Bits & Pieces, Emulator, Wobbly/Non-Wobbly Guit-things, Jupiter 8, Linn Drum
Keith Gould Fretted & Fretless Bass Guitars, Chapman Stick, Boundless Enthusiasm, Voice, Zither (Track 1-8)
The Still Owl Acoustic & Electric guitars, Mandolin, Keyboards, Silly Pseudonym of the Year, Shrinking Hair, Flute (Track 1-8)
Dave Mortimer Strangled Strat and Ghastly Green Gibson, Jupiter 8, Acoustic Guitar
Howard Jones Drum Kit, Percussion, No Keyboards!
Andy Mason Percussion & Holidays
Steve Millie Engineer & Bass on "Creation"

Tracklist

Disc 1
1. Piccadilly Square 4:48
2. I Wouldn't Lie To You 4:44
3. Kingdom Come 3:46
4. Afterwards 5:33
5. For God's Sake 4:32
6. Green Paper Snow 6:13
7. My Soul 5:47
8. Slow One 4:59
9. Creation 3:51
10. Dance 6:26
11. Gethsemane 4:15
12. Waves 8:01
13. Flowers 11:37
Gesamtlaufzeit74:32


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @ (Rezension 1 von 2)


Musiker, Künstler, Priester - Geoff Mann war vieles und sicher eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, die der Progressive Rock je hervorgebracht hat. Ich verfluche immer noch, daß ich den viel zu jung Verstorbenen nie live sehen konnte ("Die Ungnade der späten Geburt"). Oder, um mal jmd. zu zitieren: "Wie kann es sein, daß jemand, der so viel geschaffen hat, solch eine Lücke hinterläßt."

Wie dem auch sei, In One Era... ist eine Zusammenstellung aus den beiden ersten Soloalben von Geoff Mann (I May Sing Grace und Psalm Enchanted Evening), die er nach seinem Ausstieg bei Twelfth Night veröffentlichte. Wie man schon an den Titeln der beiden Alben erkennen kann, vereinigt In One Era... zwei seiner Seiten, nämlich die des Priesters und des Musikers - betrachtet man das Artwork, kann man den Künstler natürlich noch dazunehmen. Dies äußert sich auch und v.a. daran, daß die Texte diesmal offen christlich ausgerichtet sind, während dies bei Twelfth Night noch etwas mehr "durch die Blume", allerdings auch schon recht deutlich, geschah. Wobei die Texte allerdings nie in Schwarz-Weiß-Malerei, Missionierungseifer und reine Lobpreisung ausarten - was man aber auch von Geoff Mann nicht befürchten mußte.

Die einzelnen Titel basieren alle auf bestimmten Bibelversen, zu denen Mann sich dann seine textlichen Interpretationen überlegt hat. Musikalisch ist das ganze allerdings weniger Prog, sondern läßt sich sehr schwer beschreiben. Sicher gibt es Einflüsse aus dem Prog, aber teilweise meine ich auch World Music, New Age oder Kirchenmusik herauszuhören, allerdings nie in dem Maße, daß man sagen würde: "Ja, genau da gehört es hin." Viel zu vielschichtig sind die Einflüsse, die man heraushören kann.

Als Highlights kann man sicherlich den Opener Piccadilly Square nennen, der eine unglaubliche Atmosphäre zu erzeugen weiß und vielleicht noch am ehesten in Richtung Prog geht (wurde auch auf den Geoff-Mann-Gedenksampler sehr gut von Twelfth Night mit Andy Sears gecovert). Heraus ragen auch noch das experimentelle, schräge Green Paper Snow oder auch als Fast-Popsong Dance, das eigentlich trivial ist aber durch die Stimme von Geoff Mann zu einer besseren Version von Duran Duran mutiert. Auch das in Richtung New Age gehende Flowers und die Ballade Gethsemane üben einen ganz eigenen Reiz aus. Die Texte sind eigentlich durchweg nicht dümmlich-christlich (wie z.B. bei Stryper), sondern größtenteils wirklich intelligent. Ich hätte wirklich gerne mal eine Predigt von Mann gehört, vielleicht waren sie ja genauso interessant wie seine Musik.

Insgesamt muß ich sagen, daß ich diese CD liebe, allerdings befürchte ich, daß viele Proggies damit auch gar nichts werden anfangen können. Vor allem Hardcore-Progger werden die CD wohl als Pop verdammen und doch: Allein Geoff Mann's geniale Stimme hebt die CD meilenweit über "normalen" Pop heraus und auch sind die Strukturen mMn nicht so trivial, daß sich dieses als Manko herausstellen würde. Einzig nervig ist vielleicht, daß recht oft mit Drum Computer gearbeitet wird, was v.a. bei den noch nicht so ausgereiften Geräten aus den 80ern natürlich ins Gewicht fällt.

Trotzdem kann dies nichts an der Magie ändern, die dieses Album auf mich ausstrahlt, deswegen weigere ich mich auch, hier irgendetwas anderes als eine sehr gute Note zu verteilen, Nur-Proggies und Nicht-Mann-Fans lege ich trotzdem dringend ein Probehören ans Herz, denn ich kann mir durchaus vorstellen, daß sie das Album etwas kritischer sehen werden. Nichtsdestotrotz: Eine große CD eines großen (Nicht-Nur-)Musikers.

Anspieltipp(s): Piccadilly Square, Dance
Vergleichbar mit: unvergleichlich!
Veröffentlicht am: 23.5.2002
Letzte Änderung: 17.6.2004
Wertung: 12/15
für Nur-Proggies: irgendwas so um 8 Punkte

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Von: Fix Sadler (Rezension 2 von 2)


Bei allem Positiven, was Dennis berechtigter Weise herausstellt, komme ich nicht umhin darauf hinzuweisen, dass die beiden Original-Alben aus dem dieser Quasi-Sampler zusammengestellt ist aus den "bösen" 80er Jahren stammen. Darüber hinaus bieten sie "soundmässig" leider nur etwas besseres Demo-Niveau. Die Musik halte ich für "Rock für Erwachsene", sprich: intelligente aber eingängige Gitarren-Mucke mit interessanten Texten und der beeindruckenden Stimme des (unpenetranten) Predigers Mann.

Wie Dennis schon schreibt: Für Progger nur bedingt geeignet und wenn man auch noch "High End Soundniveau" braucht, dann sollte man besser die Finger von dem Teil lassen...

Ich "stutze" die Note, obwohl ich die Platte auch sehr mag.

Anspieltipp(s): Piccadilly Square
Vergleichbar mit: hmmm, The Smith?
Veröffentlicht am: 25.11.2004
Letzte Änderung: 25.11.2004
Wertung: 7/15
Mucke: 10 / Sound: 4

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Geoff Mann

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Chants Would Be A Fine Thing 9.00 1
1992 Second Chants 11.50 2

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