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24721 Rezensionen zu 16920 Alben von 6590 Bands.
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Le Orme

Felona E Sorona

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Philips
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Toni Pagliuca Keyboards
Aldo Taglialapietra Vocals, Bass & Guitar
Michi Di Rossi Drums & Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Sospesi Nell'Incredibile 8:43
2. Felona 1:59
3. La Solitudine De Chi Protegge Il Mondo 1:58
4. L'Equilibro 3:48
5. Sorona 2:29
6. Attesa Inerte 3:25
7. Ritratto Di Un Mattino 3:29
8. All'Infuori Del Tempo 4:09
9. Ritorno Al Nulla 3:39
Gesamtlaufzeit33:39


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Auf Grund des Keyboard-Trio-Formats werden die italienischen "Le Orme" gerne mit den Prog-Pionieren "ELP" verglichen, erst recht, da bei "ELPs" Manticore-Label eine englischsprachige Version von "Felona E Sorona" mit Lyrics von Peter Hammill erschienen ist.

Die Musik auf "Felona E Sorona" legt diesen Vergleich allerdings weniger nahe (was italienische Bands angeht, so kling meines Erachtens "Banco" teilweise viel stärker nach "ELP"). "Le Orme" geben sich nicht so pompös-bombastisch, wie Emerson & Co., sondern zurückhaltender und viel eleganter. Auch die offensichtlichen Klassikreferenzen bei "ELP" finden sich hier nicht; auch hier ist 'Zurückhaltung' wieder das Zauberwort, denn der feine vierstimmige Kontrapunkt, der gleich in der ersten Nummer "Sospesi Nell'Incredibile" auftaucht, hat schon fast klassisches Format, zieht aber in feinem Understatement schnell vorbei, und eines ist wichtig: "Le Orme" legen wie alle mir bekannten klassischen italienischen Bands viel Wert auf eindringliche Atmosphäre, die auch an den Stellen nie zu kurz kommt, an denen mehr die Post abgeht.

So erklärt es sich vielleicht auch, dass dieses Album trotz neun, meist recht kurzer Stücke und auch recht viel Abwechlung sehr sehr homogen klingt und weniger nach einer Sammlung einziger Songs, sondern nach einer grossen Einheit (ich weiss mangels Italienisch-Kenntnis wiedermal nicht, ob es sich hier evtl. um ein Konzeptalbum handelt, was ich mir aber wegen des Flusses der Musik sehr gut vorstellen könnte).

So fällt es mir auch wieder mal ungewöhnlich schwer, die Musik hier wirklich zu beschreiben. Na gut, halten wir uns noch ein bisschen an die Fakten. Wegen des Formats steht natürlich Keyboarder Toni Pagliuca im Vordergrund, aber sicher nicht dadurch, dass er die anderen Bandmitglieder bewusst an die Wand spielen würde; im Gegenteil, nicht nur die Kompositionen, auch die Spielweise der Band wirkt ungewöhnlich kompakt, homogen und exakt. Heftigen Rock wird man mangels E-Gitarre hier nicht finden, aber die Band misst sehr schön den ihr gegebenen Spielraum ab: klassisch angehauchte Passagen, schwebendes (perlende Klavier-Arpeggios und sanfter Gesang), treibender Keyboard-Prog, nette, unkitschige Synthie-Soli undundund.

Orgel, Klavier, Mellotron, Synthies: das ganze Arsenal wird effektiv eingesetzt, sei es, um rhythmischen Druck aufzubauen, symphonischen Sound zu erzeugen oder mit seltsamen Synthie-Glissandi die unwirklich-mysteriöse Atmosphäre zu unterstützen. Aldo Taglialapietra besorgt auch mit angenehmer, sanfter, sehr italienischer Stimme den Gesang (wer übrigens Probleme mit nicht-englischem Gesang hat, braucht natürlich hier gar nicht reinzuhören; andererseits klingt das Italienische wirklich perfekt für diese Art von Musik). Ähnlich wie Greg Lake greift er auch gelegentlich zur akustischen Gitarre, aber gottseidank endet hier die Ähnlichkeit: süssliche Liebesballaden bleiben uns erspart, sondern stil- und geschmackssicher sorgt er für durchaus passende, seltene Liedermachertupfer (siehe z.B. "Felona"). Drummer Michi Di Rossi spielt virtuos und exakt: fein.

Also, zweifellos gehört "Felona E Sorona" zu den klassischen Alben des italienischen Prog; mehr nicht unbedingt eine Gitarre hören muss und mit atmosphärischem, aber nie langweiligem Keyboard-Prog vielleicht etwas anfangen kann, der sollte hier unbedingt mal reinhören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2002
Letzte Änderung: 2.8.2003
Wertung: 10/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


Das Album "Felona E Sorona" präsentiert Le Orme auf dem absoluten Höhepunkt ihres Schaffens und ist eines der Meisterwerke des italienischen Progressive Rocks der 70er Jahre. Udo liegt mit seiner Vermutung, dass es sich um ein Konzeptalbum handeln könnte, richtig. Thematisch geht es dabei um die beiden Planeten Felona und Sorona. Die Bewohner von Felona leben in Frieden und werden mit strahlender Helligkeit beglückt, während Sorona in immerwährende Dunkelheit gehüllt ist und nur die Möglichkeit zu einem tristen Dasein bietet.

Die musikalische Umsetzung dieses Konzeptes ist Le Orme nahezu perfekt gelungen und den Freund des keyboardorientierten Progs wird dieses Album trotz seiner wiederum kurzen Spielzeit begeistern. Wie es sich für ein Konzeptalbum gehört, gehen die Titel nahtlos ineinander über und es entsteht schon beim ersten Hördurchgang der Eindruck, dass hier ein atmosphärisch dichtes Werk vorliegt, auf dem sich eine Perle an die andere reiht. Dabei ist Le Orme eine perfekte Verquickung aus symphonischer Eleganz, mediterraner Leichtigkeit und komplexem Bombast gelungen. Mit einer traumwandlerischen Sicherheit wird zwischen den verschiedensten Stimmungen gewechselt. Keyboarder Pagliuca wandelt einmal mehr auf dem Pfad des analogen Keyboard-Pomps.

Allein schon ein so kurzer Titel wie "L´Equilibrio" kann als Paradebeispiel für den Stil von Le Orme herausgedeutet werden. Dramatische Keyboardpassagen paaren sich dabei mit druckvollem Spiel der Rhythmussektion und werden von dem hervorragenden Gesang von Aldo Tagliapietra perfekt ergänzt. Ja, der Gesang ist voll von Pathos und schlichtweg ergreifend und passt glänzend zu dem hymnischen Charakter der Kompositionen.

Der Wechsel zwischen komplexen Parts und euphorischen Passagen ist im Verlauf des gesamten Album fließend. Dramatische Songpassagen wechseln sich mit ruhigen melodischen Einschüben ab. Insbesondere der Titel "Sorona" trägt mit wehleidigem Gesang perfekt zu der Umsetzung des Konzeptes bei. Nach diesem Ausflug in herrlich melancholische Gefilde folgt mit "Attesa Inerte" ein geheimnisvoll anmutender Part, dessen fast schon hypnotischer Charakter in seiner ganzen Eindringlichkeit kaum zu beschreiben ist. "Ritratto Di Un Mattino" leitet den zu dem von akustischem Gitarrenspiel dominierten Titel "All´Infuori Del Tempo" über. Dieser ruhige und fast schon folkig anmutende Song reiht sich dramaturgisch wiederum sehr schön in den übrigen Bombast ein. Mit dem Instrumental "Ritorno Al Nulla" findet ein unvergleichliches Meisterwerk seinen hochdramtischen Abschluss.

Anspieltipp(s): L´Equilibrio, Attesa Inerte
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.7.2002
Letzte Änderung: 7.7.2002
Wertung: 14/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Dies ist zweifellos einer der Klassiker des italienischen Prog. Zwar bedient die Thematik durchaus gängige Prog-Klischees (siehe Horsts Rezi), die Musik ist dafür absolut klischeefrei. Ein paar zirpende Synthies für den "spacigen" Sound sind schon dabei, ansonsten bedient Tastenmann Toni Pagliuca die volle Breitseite analoger 70er-Jahre-Keyboards, von denen die Musik dominiert wird. Dennoch gleiten Le Orme nie in aufgeblasenen Bombast ab, statt dessen finden sich neben kraftvollen Passagen immer wieder lyrisch-pastorale Stellen bis hin zu folkloristisch beeinflussten Stücken wie "All'infuori del tempo".

Den Gesang von Aldo Taglialapietra finde ich übrigens gar nicht so pathetisch, sondern vielmehr auf angenehme Weise zurückhaltend.

Für den Italo-Fan ist "Felona e Sorona" ein absoluter Pflichtkauf!

Anspieltipp(s): am besten als ganzes hören... ist eh nicht so lang ;-)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2005
Letzte Änderung: 31.7.2005
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Le Orme

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Collage 10.00 1
1972 Uomo di Pezza 12.00 1
1974 Contrappunti 12.00 1
1974 In Concerto 10.00 1
1975 Smogmagica 2.00 1
1976 Verità Nascoste 9.00 1
1977 Storia O Leggenda 8.00 1
1979 Florian 10.00 1
1980 Piccola Rapsodia Dell´Ape 9.00 1
1986 Live Orme 10.00 2
1990 Orme 1.00 1
1996 Il Fiume 10.00 2
1997 Amico di ieri 10.00 1
2001 Elementi 11.50 2
2004 L'infinito 11.00 1
2008 Live In Pennsylvania (CD/DVD-Box) 12.00 1
2009 The Universal Music Collection - 1
2010 Live in Rome 8.00 1
2011 La Via Della Seta 13.00 1

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