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Pär Lindh Project

Gothic Impressions

(Siehe auch: Leitfaden "Skandinavischer Prog der 90er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Crimsonic Label
Durchschnittswertung: 8.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Pär Lindh keyboards, bass, drums, percussion

Gastmusiker

Ralf Glasz vocals
Mathias Jonsson vocals
Johan Högberg bass
Björn Johansson classical guitar, bassoon, Tinwhistle
Magdalena Hagberg Vocals
Anna Holmgren flute
Jonas Endgegård electric guitar
Mattias Olsson drums, percussion
Jocke Ramsel electric guitar
Lovisa Stenberg harp
Roine Stolt acoustic guitar
Camerata Vocalis choir

Tracklist

Disc 1
1. Dresden Lamentation 2:06
2. The Iconoclast 7:04
3. Green Meadowlands 7:24
4. The Cathedral 19:33
5. Gunnlev's Round 2:50
6. Night On Bare Mountain (incl. Black Stone) 13:50
Gesamtlaufzeit52:47


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Für sein erstes Solo-Album versammelte der schwedische Keyboarder Pär Lindh die Creme der schwedischen Progszene; ihm gehen neben weiteren Mitstreitern gleich vier Mitglieder der Kultband "Änglagård" zur Hand sowie der Flower King Roine Stolt als Toningenieur und auch an der akustischen Gitarre auf einen Track.

Pär Lindh versucht sich, dem Titel entsprechend, am Aufbau einer düsteren, mysteriösen Atmosphäre, die der Stimmung in einer dunklen und hohen Kathedrale entsprechen soll, was sicher auch ein Grund für den heftigen Einsatz von Kirchenorgelklängen und die lithurgisch anmutenden Melodien auf der ganzen Platte ist, die durchgänig geprägt ist vom Einfluss barocker Kirchenmusik und dem Prog-Sound der Siebziger, mit einem kleinen Schuss schwedischem Folk in den ruhigeren Stellen.

"Dresden Lamentation" stellt als düsteres Intro mit Streicherklängen einige Themen vor, die in späteren Stücken vorkommen. "The Iconoclast" ist alles andere als ein Bildersturm. Es beginnt mit rockigem Rhythmus der "Änglagård"-Rhythmusfraktion (Mathias Jonsson gewohnt souverän und exakt am Schlagzeug, Johan Högberg mit scharrendem Rickenbacker-Bass-Sound a la Chris Squire), leidet aber unter schwächlichem Gesang, dazu dann auch noch rezitierte Vocals und quasi-barocke Orgelkadenz... Eigentlich gar nicht schlecht, aber irgendwie klischeebehaftet, so dass ich nicht so recht warm damit werde.

"Green Meadows Lands" ist die ruhige Nummer zwischendrin (wie auch "Gunlev's Road") und beginnt natürlichmit Spinett und Flöte; es hat einige nett fliessende Gitarrenläufe von Jonas Engdegård., leidet aber wieder unter schwächlichem Gesang bei etwas kitschig-belangloser Melodie und wirkt etwas aufgebläht - zuviele Teile, die zu schlecht zusammenhalten.

Das Hauptstück der Platte ist sicher das vielteilige, 19minütige "The Cathedral", wieder mit Unterstützung der Änglagard-Rhythmusfraktion und ähnlichem Sound wie "Iconoclast", allerdings diesmal mit Gitarre. Die Einflüsse sind auch hier wieder klar verteilt: "Präludium" ist purer Pseudobarock, "Choral" eine den Sänger überfordernde Kirchenmelodie, "Fantasia" ist ELP ("Tarkus") usw. usw. Das abschliessende "Night On Bare Montain" ist eine Mussorgski-Bearbeitung, seit "Pictures At An Exhibition" auch nicht mehr unbedingt eine originelle Idee.

Insgesamt ist "Gothic Impressions" sicher keine schlechte Platte, aber der Sound ist so retro, siebzigermässig, dass sogar ich nicht viel damit anfangen kann, und die Melodien sind so leidenschaftslos klinisch auf Kirchenlied getrimmt, dass dabei die Emotion verloren geht, die der Thematik vielleicht angemessen wäre: meine Sache ist es nicht.

Anspieltipp(s): The Iconoclast
Vergleichbar mit: ELP
Veröffentlicht am: 23.5.2002
Letzte Änderung: 23.5.2002
Wertung: 8/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Pär Lindh war vor seiner Karriere als Progmusiker ein vielbeschäftigter, klassischer Musiker. So war er auch als Kirchenorganist tätig. Da braucht es also nicht zu wundern, daß sein Debut nur so strotzt vor Klassikanleihen. Auch wird es wenige Platten im Rockbereich geben, auf denen die Kirchenorgel derart prominent eingesetzt wird wie hier. Und daher würde ich neben den überdeutlichen Emerson, Lake & Palmer-Einflüssen auch auf die vorhandenen Anklänge an Rick Wakeman hinweisen. Wo ELP versucht haben, eine Verbindung zwischen Rock und Klassik herzustellen, würde ich Pär Lindh ziwschen ELP und Klassik einordnen, jedoch deutlich weiter auf der ELP-Seite.

Kirchenorgeln findet man zumeist in Kirchen. Da braucht es nicht zu verwundern, daß das Hauptwerk "The Cathedral" betitelt ist und damit die Kathedrale von Chartres gemeint ist. Dabei ist Pär Lindh im Booklet ein kleiner Fehler unterlaufen, da er schreibt, die Kathedrale sei in nur 40 Jahren erbaut worden. Tatsächlich brauchten die Franzosen aber nur 26 Jahre (1194-1220), eingeweiht wurde sie jedoch erst 40 Jahre später (1260). Diese Kathedrale bildet einen der Höhepunkte gotischer Baukunst, ein Besuch ist wärmstens empfohlen (jedoch lohnt der Aufstieg auf den Turm überhaupt nicht, Chartres an sich ist furchtbar häßlich - aber das nur am Rande).

Leider kann man nicht unbedingt behaupten, mit dieser CD einen der Höhepunkte sinfonischen Schaffens vor sich zu haben. Zwar ist Pär Lindh ein unheimlich versierter Mann an den Tasten und auch an den anderen Musikern gibt es wenig zu meckern (sind schließlich die Jungs von Änglagård), jedoch übertreibt es Pär Lindh an manchen Stellen einfach ein bißchen zu sehr und orgelt dann vor sich hin. Nett anzuhören, ohne Frage, aber es führt nirgends hin. Und auch die Sänger sind ein wenig schwachbrüstig. Wenn sie denn in die höheren Tonlagen hinaufmüssen, wird die Stimme schon arg dünn.

Also, Freunde sinfonischer Tastenmusik und insbesondere ELP dürfen gerne mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipp(s): The Cathedral
Vergleichbar mit: ELP
Veröffentlicht am: 3.1.2006
Letzte Änderung: 3.1.2006
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Pär Lindh fährt hier voll auf die ELP/Wakeman-Schiene. Orgelbombast ohne Ende, meist noch auf der Kirchenorgel - da wackelt die Kathedrale. Was leider gar nicht dazu passt, ist der hie und da eingesetzte Gesang, der, wie die Kollegen schon anmerken, recht schwachbrüstig daherkommt. Ganz krass wird's im zentralen Stück "The Cathedral", wo der Sänger an der kirchenliedartigen Gesangsmelodie deutlich scheitert, vor allem, wenn's in die hohen Lagen geht.

Musikalisch ist das sicherlich nicht schlecht gemacht, Herrn Lindhs Fähigkeiten an der Orgel sind durchaus beeindruckend, aber mir ist das Ganze dann doch zu offensichtlich am Sound der 70er orientiert. Auch Retro kann originell gemacht sein, hier ist das - wie auch bei "Rondo" - nicht so der Fall.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ELP, Wakeman
Veröffentlicht am: 5.1.2006
Letzte Änderung: 5.1.2006
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pär Lindh Project

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Rondo 6.50 2
1998 Mundus Incompertus 8.50 2
2001 Veni Vidi Vici 11.00 2
2002 Live in Iceland 11.00 1
2008 In Concert - Live in Poland (DVD) 9.50 2
2011 Time Mirror 8.00 1

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