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Neuschwanstein

Battlement

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Musea
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Thomas Neuroth Keyboards
Klaus Mayer Flöte, Synthesizer
Roger Weiler Gitarre
Frédéric Joos Lead-Gesang, akust. Gitarre
Rainer Zimmer Bass, Gesang
Hans-Peter Schwarz Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Loafer Jack 4:42
2. Ice with Dwale 6:21
3. Intruders and the Punishment 7:34
4. Beyond the Bugle 7:31
5. Battlement 7:05
6. Midsummer day 7:42
7. Zärtlicher Abschied 5:52
Gesamtlaufzeit46:47


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 3)


Die deutsche Band Neuschwanstein veröffentlichte 1978 ihr einziges Album "Battlement". Die Band kam genauer gesagt aus dem Saarland, wobei der Sänger aus Frankreich stammt. Da die Band ihr Debüt in den späten 70er Jahren veröffentlicht hat, als die Progressive-Rock-Welle schon am Abebben war, kann man sich natürlich denken, dass der Veröffentlichung kein großer Erfolg beschieden war und die Band sich nach einigen Besetzungswechseln 1980 schließlich aufgelöst hat. Somit liegt hier das einzige Album von Neuschwanstein vor.

Vorab sei schon einmal erwähnt, dass es sich im Fall von "Battlement" um eines der absoluten Highlights im Museaprogramm handelt. Für mich ist das Album sogar eine der herausragendsten deutschen Produktionen überhaupt. Als Vergleich müssen auf jeden Fall mal wieder Genesis der Hackett-Ära herangezogen werden. Teilweise ist natürlich auch mal wieder zu lesen, dass es sich um eine bloße Kopie von Genesis handele. Es ist natürlich nicht zu leugnen, dass Neuschwanstein von Genesis inspiriert waren und den Progressive-Rock Ende der 70er Jahre nicht neu erfunden haben. Dies kann man der Band aber keinesfalls zum Vorwurf machen, da es ihr auch gelang, ein gehöriges Maß an Eigenständigkeit einfließen zu lassen.

Die Stimme des Sängers Frédéric Joos klingt in gewissen Passagen der von Peter Gabriel verhältnismäßig ähnlich und auch das Gitarrenspiel von Roger Weiler ist auf jeden Fall von Steve Hackett inspiriert. Trotz dieser vorhandenen Ähnlichkeiten handelt es sich um ein hervorragendes Album ohne irgendwelchen Ausfall.

Am Anfang steht der Song "Loafer Jack", der noch relativ eingängig ist und eine wunderschöne Melodie besitzt. Der Text und auch der Stil offenbaren die romantische Ader der Band. So ist man von der surrealistischen Komplexität von Genesis etwas entfernt. Daher fällt mir als Vergleich auch noch die Band Novalis ein, obwohl Neuschwanstein doch komplexer sind. Auf jeden Fall spielte man in deren Vorprogramm.

Aus der Besetzungsliste des, wie für Musea üblich, üppigen Booklets geht hervor, dass ein gewisser Hermann Rarebell bei der Aufnahme des ersten Titels am Schlagzeug saß. Damals war er schon in Diensten der Scorpions, mit denen er in den 80er Jahren große Erfolge feierte. Mit der zweiten Nummer "Ice with Dwale" wird eine komplexere Richtung eingeschlagen. Irgendeinen Titel jetzt noch hervorzuheben ist überflüssig, da das Niveau ausgesprochen hoch ist. Besonders zu betonen ist der Wechsel zwischen wundervollen Melodien und ausschweifenden Instrumentalpassagen.

Wie es sich für eine von Genesis inspirierte Band gehört, vermißt man natürlich auch schöne sanfte Flötenklänge nicht. Erwähnt sei an dieser Stelle jedoch noch der Titelsong, der ruhig und verträumt beginnt, sich dann aber dramaturgisch stetig steigert und dann in einen fulminanten Instrumentalteil übergeht. Der sehr sparsam eingesetzte Gesang wird in diesem Stück ausnahmsweise von dem Bassisten Rainer Zimmer übernommen.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die für damalige Verhältnisse nahezu optimale Soundqualität. Das Album wurde übrigens in den Studios von Dieter Dierks aufgenommen, wo in den frühen Siebzigern auch sehr viele Krautrock-Produktionen entstanden. Das Ganze wurde im Wiederveröffentlichungsjahr 1992 noch einmal remastered.

Auf jeden Fall hat "Battlement" bis zum heutigen Tage einen Stammplatz in meinen ewigen Top 10 und das Album hat einfach nichts anderes als wohlverdiente 14 Punkte verdient. Einige ewige "Klon-Nörgler" werden sich jetzt vielleicht ärgern, weil ich hiermit Neuschwanstein auf eine Stufe mit Genesis-Alben wie "Foxtrot" oder "Selling England..." stelle. Das Album ist jedoch einfach zu gut und eine gewisse Inspiration bei einem großen Vorbild finde ich keineswegs verwerflich.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: Genesis
Veröffentlicht am: 26.5.2002
Letzte Änderung: 19.6.2006
Wertung: 14/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Natürlich sind Neuschwanstein von Genesis beeinflußt, das war zur damaligen Zeit unumgänglich. Dennoch möchte ich Neuschwanstein nicht als reinen Genesis-Klon hinstellen, sondern stattdessen noch einen zweiten Namen in die Runde schmeißen: Camel. Denn vor allem die Keyboardsoli scheinen mir von Camels Pete Bardens beeinflußt, wohingegen Genesis eher in den ruhigeren, akustischen Stellen durchschimmern.

Einerlei, lassen wir das, wer bei wem abgekupfert hat. Schließlich kommt es auf die Musik an. Und da läßt sich wirklich wenig meckern. Zumindest an den Kompositionen. Darüber hat Horst ja schon einiges geschrieben. Anders sieht es mit dem Gesang aus. Frédéric Joos ist Franzose, singt mit einem ganz schwachen Akzent, der aber eigentlich nicht weiter stört, und liegt irgendwo zwischen Peter Gabriel und Strawbs-Sänger Dave Cousins. Allein, die Stimme und die Musik wollen für mich irgendwie nicht so recht zusammenpassen. Ich weißt nicht, vielleicht fehlt ein bißchen das Charisma, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.

Mit kleinen Abstrichen bei der Stimme und dem als Einstieg zu schwachen "Loafer Jack" ist dies absolut eine Empfehlung an alle, die von den guten, alten Genesis und Camel nicht genug bekommen können.

Anspieltipp(s): Intruders and the Punishment
Vergleichbar mit: Genesis, Camel
Veröffentlicht am: 10.11.2005
Letzte Änderung: 10.11.2005
Wertung: 11/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 3 von 3)


Wunderbar, wenn man zwischen zwei Transferflügen drei Stunden auf irgendeinem osteuropäischen Flughafen herumsitzt. Endlich kann man sich in Ruhe mal wieder lange nicht Gehörtes zu Gemüte führen. In meinem Fall waren es Lujbljana und diverse deutsche Prog-Legenden.

Nun sitze ich zuhause, höre Neuschwansteins "Battlement" nochmals und weiß sofort, warum ich den ersten Song des Albums "Loafer Jack" (mit dem Ex-Scorpion Hermann Rarebell am Schlagzeug) für das Reisehörvergnügen im mp3-Format ausgespart habe: auch wenn der allgegenwärtige romantische Sound a la 1976/77er Genesis/Camel von Sekunde Eins an vorhanden ist, wirkt das Eröffnungsstück doch etwas zäh. Doch was danach kommt ist so hönigsüß von Alben wie A Trick of the Tail, Wind & Wurthering oder Moonmadness inspiriert (hier kann man je nach Gusto auch das Wort "abgekupfert" einsetzen), dass man leicht ins schwärmen geraten kann, sofern man mit einer Nachahmung leben kann.

"Ice With Dwale", "Intruders & the Punishment" und "Beyond the Bugle" sind wunderschöne Progressive Rocksongs mit verträumten Melodien und einer gehörigen Portion Bombast. Keyboards und Gitarren in einem ausgewogenem Verhältnis untermalt von Klaus Meyers Flöte plus dem Gesang von Frédéric Joos, der sich als Sahnehäubchen auf der Musik entpuppt. Ja, er klingt wie eine lyrische Version eines französischen Gabriels. Auch wenn ich sonst nicht sonderlich auf Akzente stehe: in diesem Falle muss ich ausnahmsweise mal sagen, dass gerade die Tatsache, dass man eben eine französische Schlagseite raushört geradezu charmant wirkt und keineswegs unangenehm ist.

Die LP, die man übrigens in den 80ern recht häufig bei den Plattenhändlern seines Vertrauens finden konnte, bestand aus sechs Stücken. Die CD Version von Musea enthält mit "Midsummer Day" einen wunderbaren Bonus-Track, der inzwischen gar mein Lieblingssong der Band ist.

Wer nichts Schräges, sondern etwas solide proggiges sucht ist hier genau richtig. "Battlement" ist eine der schönsten deutschen Prog-LPs, bzw. im beginnenden 21. Jahrhundert: Prog-CDs. Wie Seife und Hausschuhe sollte sie in keinem Genesis-infizierten Haushalt fehlen.

Anspieltipp(s): Ice with Dwale
Vergleichbar mit: Genesis, Camel
Veröffentlicht am: 16.8.2009
Letzte Änderung: 11.10.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Neuschwanstein

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Alice in Wonderland 7.50 3
2016 Fine Art 10.00 1

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