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22631 Rezensionen zu 15473 Alben von 6003 Bands.
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Mike Oldfield

Amarok

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1990
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; sonstiges
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 11.36/15 (11 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield siehe unten

Gastmusiker

Clodagh Simonds Vocals
Janet Brown Vocals
Bridget St. John Vocals
Paddy Maloney Northumbrian Smallpipes
Julian Bahula Organization of African Musicians

Tracklist

Disc 1
1. Amarok 60:02
Gesamtlaufzeit60:02


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 11)


Chairs, Psaltry, Spinet, Jew's Harp, Penny Whistles, Bass Whistle, Punch Ball and Club, Spoons, Referee's Whistle, Fingernails, Pan Pipe, Glass Of Water, Guitar Tuner, Violin, Door, Face Slap, Toothbrush and teeth, Vox Organ, Fake Radio, Contents of Aeromodeller's toolbox, Glass, Hammer and Bucket, Fake Firework, Rototom, Cabasa, Bongos, Orchestral Bass Drum, Not much synth at all really, Kalimba

Und das ist nur etwa die Hälfte der Instrumente, die Mike Oldfield bei den Aufnahmen zu "Amarok", seiner (IMHO) besten Platte, benutzt hat. Die vierzehn verschiedenen Gitarrensorten oder so popliges Zeug wie das "Steinway Piano" hier auch anzuführen, lohnt sich erst gar nicht. Was erwartet man auch anderes vom Meister des multiplen Overdubs, der hier wieder, wie üblich, fast alle Instrumente selber gespielt hat, nicht gezählt natürlich den sechzigköpfigen Zulu-Chor, der auch noch mitmischt.

"Amarok" zu beschreiben, fällt einfach nur schwer. Wie soll man die tausende kleinen Details, Effekte, Einfälle, Instrumenten-Schichten, das Geklopfe, Geklingel, Geponge, Gepinge, Getrommel, Gepfeife, Gezupfe, Gesinge, Gekreische, Gezerre, Gegurgel in Worte fassen, ohne dabei zu vergessen, wie unglaublich melodiös und musikalisch einfallsreich das ganze noch dazu ist? Wie soll man die perfekten Arrangements wunderschöner Melodien wiedergeben? Wie schafft der Mann es bloß, diese kleinen, hübschen Melodiechen, die in jedem anderen Umfeld nur peinlich wären, so selbstverständlich und unkitschig zu präsentieren?

In den ersten zehn der insgesamt sechzig durchgängigen Minuten legt Mike Oldfield den Grundstein für den Rest der Platte: etliche Themen und Motive jedweder Couleur werden kurz angespielt, einmal durch die Gehörgänge gejagt, um dann scheinbar zu verschwinden. Aber alle werden dann im ganzen Verlauf der CD immer wieder aufgegriffen, weiter geführt, ausgearbeitet und zu Ende gedacht. Alles ist hier zu finden: Klassik, Bombast, Ethno, Folk, Shanty und vieles mehr, das in überhaupt keine Schublade paßt.

Und alles wirklich mit 'not much synth at all really'; natürliche Klangfarben herrschen vor, in unzähligen Instrumenten und Percussion-Schichten übereinander gelegt, so daß man auch beim x-ten Hören immer noch irgendein Detail, eine kleine Wendung findet, die vorher noch nie dagewesen war. Natürlich fällt (primus inter pares) der typische Oldfield-Gitarrensound massenweise ins Ohr: spitz, elend hoch, jaulend, fast spinnerig, trotzdem virtuos. Dazu ein scharrender Baß, der die Boxen vibrieren läßt, Anleihen bei Rachmaninow und Maggie Thatcher, die aus dem Nichts ('Hello everyone!') in ihrem herrlich blasierten Tonfall einen Monolog über 'Endings' hält; was will man mehr?

Die letzte Viertelstunde gehört einem treibenden, fast stampfenden afrikanischen Rhythmus, über dem sich elektrische Gitarren, Maggie Thatcher, ein Seejungentanz und der Zulu-Chor abwechseln; langsam baut sich ein unglaublich komplexes Geflecht von Stimmen auf, daß in einen der genialsten Schlüsse mündet, die ich kenne: Wenn man denkt, daß es jetzt wirklich nicht mehr bombastischer und intensiver geht, schaufelt der Meister noch zwei jaulende, glockenartige E-Gitarren auf den Klangberg, ahh... Dieser Moment jagt mir bei jedem Hören wieder einen kalten Schauer den Rücken runter.

Ach ja, ein Instrument aus der Liste hätte ich fast vergessen: 'Long thin metallic hanging tubes'.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2002
Letzte Änderung: 29.7.2003
Wertung: 14/15

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Von: Oliver Mensing (Rezension 2 von 11)


Nach den vielen Enttäuschungen der letzten Jahre, hatte ich Herrn Oldfield eine solche Leistung kaum noch zugetraut (nur gelegentlich davon geträumt)! Man kann doch mal sehen, wozu ein guter Musiker fähig ist, wenn er die kommerzielle Seite außen vor lässt bzw. nicht mehr nötig hat. Das ist Oldfield wie wir ihn lieben. Und dafür gibt es auch verdientermaßen die Höchstnote 15!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 15/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 11)


Wie unterschiedlich die Empfindungen doch sein können! Meine Vorredner loben Amarok als absolutes Highlight und in der Tat gilt dieses unerwartete Spätwerk des 1990 eigentlich schon abgeschriebenen Herrn Oldfield vielen als wahres Meisterwerk in seiner Discographie.

Dies ist, mit allem Respekt für meine Vorredner und mit allem Respekt vor den musikalischen Fähigkeiten Mike Oldfields, für mich nicht nachzuvollziehen. Denn streiche ich die ungelogen herausragenden handwerklichen Fertigkeiten Oldfields an seiner Instrumenten-Armada, übergehe ich eine glasklare Produktion, bleibt für mich unter dem Strich nicht viel mehr als ein zusammengeschustertes Œuvre übrig, von denen Oldfield in seiner Spätphase allzu viele produziert hat - mehr noch, Amarok symbolisiert für mich den Prototyp des schlechtgeratenen Prog-Albums, in dem verschiedenste musikalische Schnipsel zu einer Pseudo-Suite zusammengenäht werden, die musikalisch keinen Zusammenhalt haben und die die Album-Dramaturgie in fast schon manischer Lust immer wieder unterbrechen. Die Ideen auf Amarok scheinen mir alle nicht zu Ende gedacht und nur allzu absichtsvoll zu einem post-modernem Konstrukt zusammengefügt. Das mag durchaus reizvoll sein, bei Amarok halte ich dieses Patchworking für schlichtweg langweilig, manchmal für geradezu nervig und aufdringlich.

Fazit: Alles andere als ein Meisterwerk für mich, vielmehr der prägnanteste Beweis für den Niedergang der Kompositionskunst bei Mike Oldfield, der ja in den 70ern auf Alben wie Tubular Bells, Hergest Ridge, Ommadawn etc. durchaus seine Fertigkeiten als Komponist und Arrangeur überzeugend unter Beweis gestellt hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.6.2003
Letzte Änderung: 27.3.2013
Wertung: 6/15

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Von: Jörg Graf @ (Rezension 4 von 11)


Vorweg muss ich sagen: Ich vergebe sehr ungern eine Höchstnote. Es muss dafür nämlich folgendes stimmen: Das Werk muss beim ersten Hören Lust auf weitere Durchläufe machen. Es muss komplex genug sein, damit sich bei jedem Durchlauf neue Details erschliessen. Nach vielen, vielen Durchläufen muss es immer noch schmerzen, wenn jemand zwischendrin die Stop-Taste betätigt. Ich erhebe noch nicht einmal den Anspruch, daß die Musiker virtuos sein müssen und die Produktion makellos ausfällt.

Ich kenne Amarok seit seinem Erscheinen. Jetzt, nach 13 Jahren, bin ich immer noch nicht müde geworden. Auch jetzt entdecke ich immer noch Parallelen zwischen einzelnen Teilen. Es ist einfach unglaublich: So viele verschiedene Melodien werden gar nicht verwendet, wie es auf den ersten Hörer scheint. Man hat zu jeder Zeit das Gefühl, mit der Melodie vertraut zu sein, kann aber nicht sagen, wann sie schonmal aufgetaucht ist. Die Melodien werden stetig variiert, weiterentwickelt und zu Ende gedacht. Kein Teil ist länger als nötig, aber auch nicht kürzer, um nur als angeklatschtes Fragment zu wirken. Aber es dauert lange, bis man sich der wahren Genialität dieses Werkes bewusst wird. Und wenn das der Fall ist, wird mir ganz schummrig. Ich kann einfach nicht begreifen, wie eine einzelne Person in der Lage ist, ein derartig durchdachtes Werk zu komponieren, sämtliche Instrumente in ausnahmsloser Virtuosität einzuspielen und das ganze auch noch perfekt zu produzieren.

Ich hatte wahrscheinlich Glück, daß mich der Oldfield'sche Gitarren- und Melodiestil und die ganzen witzigen Einlagen damals bei der Stange gehalten haben. Ich kann daher Sal gut verstehen. Wenn einem die stilistischen Merkmale nicht ausreichend zusagen, hat man tatsächlich zunächst den Eindruck, daß hier einfach seelenlos Details aneinandergeklatscht werden.

Ansonsten trifft Udo mit seiner Beschreibung genau den Punkt.

Amarok ist für mich DAS zeitlose Meisterwerk der progressiven Musik. Ich glaube nicht, daß ich irgendeiner anderen Platte 15 Punkte geben kann, weil Amarok als schier unerreichbare Messlatte dient.

Anspieltipp(s): Eine Stunde einschliessen, Kopfhörer auf, Augen zu, Musik an
Vergleichbar mit: nichts irdischem
Veröffentlicht am: 29.7.2003
Letzte Änderung: 17.8.2005
Wertung: 15/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 5 von 11)


Wie Jörg habe ich die Platte seit dem Erscheinen und immer wieder mal höre ich das Teil unter dem Kopfhörer - nur zünden will es einfach nicht. Mir geht es wie Sal, obwohl es wirklich schöne einzelne Passagen gibt, ist die ganze CD für mich ein einziges Flickwerk ohne Zusammenhalt. Ich habe immer wieder den Eindruck, das Mike dem lieben Richard (Branson) noch mal zeigen wollte, welche Ideen er noch für meterweise Platten hat, die VIRGIN nun nicht mehr veröffentlichen darf.

NACHTRAG April2004: Ich "zwinge" mich manchmal dazu, CDs, die ich nicht so gut finde, die mich aber trotzdem anziehen, immer wieder mal zu hören. Manchmal braucht es einfach etwas länger, bis die Musik zündet. So geht es mir auch mit AMAROK, obwohl ich es immer noch als zerrissen empfinde, stört es mich nicht mehr so, sondern die Skurilitäten bzw. gelungenen Passagen überwiegen meinen Höreindruck. Ich finde seine frühen Werke immer noch deutlich besser, aber dann kommt auch schon AMAROK.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.8.2003
Letzte Änderung: 12.2.2005
Wertung: 9/15
einzelne Passagen sind deutlich besser zu bewerten, nur leider paßt selten was zusammen

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 6 von 11)


Am A Rock? I am a rock? Na ja, was auch immer hinter dem Album-Titel stecken mag, es markiert einen Meilenstein... einen Meilenstein in der Diskografie des Mike Oldfield wie auch in der Geschichte des Progressive Rock im allgemeinen.

Wie man an den diversen vorangegangenen Rezensionen unschwer erkennen kann, polarisiert das Album. Meines Erachtens eines der Anzeichen für mindestens ein interessantes Werk, denn schlechte Musik produziert nur allgemeine Ablehnung, nur auf Wohlklang ausgerichtete Musik meist gepflegte Langeweile, was sich auch nicht positiv auf die Diskussionsbereitschaft auswirkt.

Ich will gar keinen weiteren Versuch unternehmen, die Musik zu beschreiben. Ich finde dieses Unterfangen nahezu unmöglich, aber Udo hat es in seiner Rezi hervorragend gelöst, so dass ich mich voll und ganz hinter das dort Geschriebene stellen möchte. Welch' ein Werk! Für mich die grösste Leistung, die Mike Oldfield zustande gebracht hat. Ja, man kennt natürlich "Tubular Bells" und seine diversen Fortsetzungen unter diesem Namen, aber auch anderen Titeln mit ähnlichen Konzepten... und: Ja, man muss den jungen Oldfield ob seiner Leistungen bewundern, aber: Wie oft hört man sich "Tubular Bells", "Hergest Ridge" etc. an? "Amarok" höre ich immer wieder und es ist immer wieder vertraut und auch immer wieder neu. Ein faszinierendes Klangerlebnis, dass sich einfach nicht abnutzt.

Ich kann die geäusserte Kritik ("Zerrissen...", "Kein roter Faden...") sogar gut nachvollziehen. Ja, das wirkt sicherlich so... aber das ist auch die grosse Stärke dieses Werks. Siehe oben: Daher kann man es immer wieder neu entdecken. Für mich assoziiert sich beim Hören eine Reise durch verschiedene Landschaften, die mal gemächlich, mal schnell am einem vorrüber ziehen.

Fazit: Ein Erlebnis der besonderen Art und für mich eine der seltenen Spezies der "15"-Punkte-Alben.

Anspieltipp(s): einfach einlegen und los ;-)
Vergleichbar mit: nein
Veröffentlicht am: 18.9.2003
Letzte Änderung: 18.9.2003
Wertung: 15/15

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Von: Michael Weinel @ (Rezension 7 von 11)


Na gut, dann werde ich auch mal meinen Senf zu diesem Album dazugeben.

Tja, scheint wirklich so, dass man dieses Werk nur lieben oder hassen kann. Um dies gleich zu klären: ich höre zur ersteren Liga.

Es gibt nicht mehr viel zu schreiben, was nicht geschrieben wurde. Mich begeistert dieses Monster von einem Song immer wieder.

Einzigartig!

Allerdings fehlt mir noch irgendwas, um wirklich 15 Punkte zu vergeben, so reicht es "nur" für 14... :)

Anspieltipp(s): Och... Track 1 *g*
Vergleichbar mit: nichts, was ich kenne
Veröffentlicht am: 18.9.2003
Letzte Änderung: 18.9.2003
Wertung: 14/15
Ein absolutes Highlight der Oldfield-Diskographie

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 8 von 11)


Dann bleibt mir abschliessend ja nur noch, zu widersprechen: ich finde nicht, dass man das Album nur lieben oder hassen, bzw. es mit einer 15 oder 5 bewerten kann. Ich finde das Album gut. Es haut mich nicht um, es ist aber auch nicht schlecht.

Mike Oldfield hat auf Amarok einige wunderschöne Melodien komponiert, die ich erstklassig finde. Da ist zum Beispiel das Thema bei 5:46 und auch die Melodie ab 11:33. Einfach brilliant ist die letzte Minute.

Es finden sich meines Erachtens aber auch einige Passagen, die sehr gewöhnlich sind und andere, die man meint schon von den alten Werken her zu kennen. Im Gegensatz zu Sal wirkt das Album auf mich nicht zusammengeschustert, sondern folgt die Musik durchaus einem roten Faden.

Fazit: steht auf einer Stufe mit Ommadawn und Hergest Ridge, erreicht aber nicht das Überwerk Tubular Bells.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.9.2003
Letzte Änderung: 19.9.2003
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 9 von 11)


Bei dieser Scheibe scheinen sich die Geister ja trefflich zu scheiden. Das hat mich neugierig gemacht. Oldfield war nie so mein Ding und seinen Output der 80er und 90er hatte ich eigentlich geplonkt. Aufgrund der doch sehr unterschiedlichen Beurteilungen von "Amarok" habe ich mir das Teil dann doch noch beschafft.

Nun, nach einigen mühevollen Durchläufen muß ich mich wohl auf die Seite von Sal und Andreas schlagen. "Amarok" ist ein recht unausgegorener Teppich aus bisweilen ganz netten Musikflicken. Im Gegensatz zu Udos Einschätzung finde ich hier Einiges durchaus kitschig (z.B. diese Computerstimme in den ersten Minuten "hahaha ... happy" und auch später im Stück, oder die Choreinlagen im allgemeinen, oder dieser Raggea-Abschnitt nach 42-43 Minuten, oder die letzte Minute), oder besser klischeehaft (Selbstklischees). Auf dieser Scheibe gibt es für meinen Geschmack zu viele pseudoprogressive, pseudointelektuelle, aufgesetzt wirkende, aber im Grunde nur billige Effekte. Was mich aber am meisten an der Platte stört, ist dieser glatte, hart bis schneidende, polierte Sound, der aber vermutlich eine Art Markenzeichen von Herrn Oldfield ist. Zu kalt, zu künstlich für mich ... aber auch nicht wirklich furchtbar.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.4.2004
Letzte Änderung: 11.4.2004
Wertung: 7/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 10 von 11)


Für mich ist "Amarok" eines der besten Oldfield-Alben - auf jeden Fall das beste seit "Incantations". Kaum zu glauben, dass Oldfield nur ein Jahr nach dem desaströsen "Earth Moving" noch einmal einen solchen Kreativitätsschub hatte. "Amarok" steckt voller Ideen, die mit einer unglaublichen Spielfreude dargebracht werden. An keiner Stelle wirkt es für mich "aufgesetzt" oder gar "pseudo-intellektuell".

Von meiner Seite also eine dicke Empfehlung für "Amarok"... verbunden mit der Hoffnung, dass die Muse, die den guten Mike damals geküsst hat, vielleicht wieder mal zu ihm findet!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.2.2005
Letzte Änderung: 12.2.2005
Wertung: 13/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 11 von 11)


"Amarok" diente einem Zweck, und deshalb ist seine Musik relativ einfach zu beschreiben: Oldfields Vertrag mit Virgin Records lief aus, und die Plattenfirma bedrängte ihn, "Tubular Bells II" zu machen. Oldfield andererseits hatte die Schnauze von Virgin und seinem gewesenen Freund Richard Branson gestrichen voll, und so fasste er den Plan, ein Album aufzunehmen, dass nicht vermarktbar war: Er schnitt sich sechzig Tage lang jeden Tag genau eine Minute Musik aus den Rippen, und pappte dann diese Schnipsel aneinander. Das verhinderte natürlich, dass man aus dem Album dreiminütige Single-Edits auskoppeln konnte, so wie das früher bei Oldfield-Longtracks gemacht wurde. Zudem packte Oldfield einige Breitseiten gegen Virgin und Branson auf das Album, zum Beispiel lässt sich der in Minute 48 zu hörende Morse-Code bekanntlich in "FUCK OFF RB" auflösen.

Das Album wird bis heute als Rückkehr Oldfields zu seinen Meisterwerken verstanden. Diese Sichtweise setzt voraus, dass man den Zweck, dem das Album diente, bei der Beurteilung hintanstellt, ebenso wie die daraus resultierende Abfolge von mal besser, meist schlechter zusammenpassenden einminütigen Schnipseln. Und es setzt voraus, dass man Oldfields Popmusik der 80er das Meisterwerkpotenzial abspricht.

Seinen Zweck als Waffe gegen eine übermächtige Plattenindustrie hat das Album erfüllt: Ohne eine einzige Single erreichte die Scheibe nur einen für Oldfield damals ungewöhnlich schlechten Platz 49 in den britischen Albumcharts. Die Frage nach dem musikalischen Wert dagegen kann man vielleicht erst mit gebührendem Abstand beantworten. Und da muss man sagen, dass der Wechsel der Musik alle 60 Sekunden doch ziemlich störend ins Gewicht fällt. Nun war Oldfield nie derjenige, der einem Longtrack mit leichter Hand einen funktionierenden dramatischen Spannungsbogen zu verleihen in der Lage war. Hier macht aber seine meist dann doch irgendwie halbwegs geglückte Art zu gliedern einem allzu mechanischen Wechsel von Snippets Platz. Und das kann den Hörer auf die Gesamtdauer des Albums gesehen doch ziemlich mürbe machen. Sympathien für das Album mag man ja hegen, nicht zuletzt wegen des rebellischen Gestus, der in seiner Konstruktion zum Tragen kommt. Als Rückkehr Oldfields zu seinen Meisterwerken kann allerdings erst "Tubular Bells II" gelten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.11.2013
Letzte Änderung: 18.3.2014
Wertung: 7/15
Konstruierte, zweckdienliche Un-Musik.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 12.80 6
1974 Hergest Ridge 12.60 5
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1975 Ommadawn 12.75 4
1978 Incantations 13.00 6
1979 Exposed 12.00 2
1979 Platinum 7.00 4
1980 QE2 10.00 2
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.80 5
1983 Crises 6.20 5
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1984 Discovery 6.75 4
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 Elements - 1
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1

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