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24795 Rezensionen zu 16976 Alben von 6612 Bands.
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Osanna

Palepoli

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label:
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Danilo Rustici guitars, Vox organ, electric piano, vocals
Lino Vairetti Lead vocals, rhythm guitars, ARP 2600, Mellotron
Elio D'Anna Tenor and Soprano Sax, Flute, vocals
Massimo Guarino Drums, vibraphone, percussion
Lello Brandi Bass

Tracklist

Disc 1
1. Oro Caldo 18:30
2. Stanza Città 1:45
3. Animale Senza Respiro 21:36
Gesamtlaufzeit41:51


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Und hier ist ein weiteres Schätzchen aus dem schier unerschöpflichen Fundus klassischer italienischer Alben: Die Band "Osanna" mit ihrem Album "Palepoli". Leider schweigt sich das Booklet der CD-Wiederveröffentlichung komplett aus über Bandmitglieder und Instrumentierung, aber eine gute Seele in der Usenet-Gruppe rec.music.progressive konnte die obigen Infos beisteuern (danke an Hesperian!).

Formal folgt "Palepoli" mit zwei seitenlangen Songs dem Schema von Alben wie "Thick As A Brick" oder "A Passion Play". Zwar ist "Stanza Città" ein eigener Track, aber da es sich dabei um eine Reprise des Anfangs von "Oro Caldo" handelt, zähle ich diese beiden Nummern einfach als eine.

Inhaltlich bietet "Palepoli" eine regelrechte, durchweg grandiose Wundertüte. Was packen "Osanna" nicht alles in diese beiden Nummern? Eine geradezu ungeheure Anzahl verschiedener Teile und Stile wird absolviert, ohne dass das ganze aber zu zerissen oder konstruiert klingt. Auf Mysteriös-Folkiges folgt heftiges Frühsiebziger-Hardrock-Riffing, plötzlich eine frippige Gitarre über ruhigen Akkorden, dann wieder wunderschöne Gesangs-Melodien a la "PFM", plötzlich schwillt das Mellotron, ein Sax quietscht, gezupfte Gitarren erinnern fast an "Genesis", allerdings garniert mit typisch italinienischer Melodik, dann rifft plötzlich die Flöte so heftig, dass Ian Anderson seine Freude dran hätte. Experimentelles, wunderschön Melodisches, Bluesiges, Hektisches, Bombastisches, Ruhiges, fast Freejazziges, Rockiges, atonal elektronisches Gefiepe, scheinbar alles hat hier seinen Platz und seine Berechtigung und nie weiss man, was um die nächste Ecke lauert.

So fällt es auch schwer, die Musik auf "Palepoli" mit Bekanntem zu vergleichen, zu vielfältig sind die Einflüsse. In "Animale Senza Respiro" kann man vielleicht die frühen "King Crimson" hören: wenn Sax und Flöte über fettem Mellotron arbeiten, könnte auch Ian McDonald zugange sein, wenn die Band im rockigen Unisono rifft, könnten "21st Century Schizoid Man" oder "Pictures Of A City" Pate gestanden haben. Von den italienischen Bands kann vielleicht "Il Balletto Di Bronzo" als Vergleichspunkt herangezogen werden, aber "Osanna" scheinen mir noch heftigere Sprünge aufzuführen und soundmässig noch vielfältiger zu sein.

Aber solche Vergleiche sind sowieso lediglich Eselsbrücken des Rezensenten: Spass macht dieser abgefahrene, komplexe Cocktail allemal, zumindest, wenn man wie ich auf den abenteuerlichen Sound der frühen Siebziger steht, und dann ist diese Platte sicherlich ein Quell der Freude.

Einziger Haken an der Sache ist die nicht ganz so brilliante Soundqualität, aber auch diese bewegt sich jederzeit im Rahmen des vollkommen Akzeptablen. Das Fazit kann also nur lauten: wieder mal ein brilliantes Album aus Italien, das die Eigenständigkeit und Qualität der frühen italienischen Progszene unterstreicht. Sehr empfohlen.

Anspieltipp(s): Animale Senza Respiro
Vergleichbar mit: teils "King Crimson" ca. 1969/70
Veröffentlicht am: 27.5.2002
Letzte Änderung: 27.5.2002
Wertung: 12/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Wie schon Udo in seiner Einleitung schrieb: viele Informationen gibt das Booklet zu "Palepoli" nicht gerade her (genau genommen eigentlich gar keine, denn bis auf ein gar lustiges Bildchen gibt's hier keinerlei Infos über Besetzung, Aufnahmeort oder sonstige Nettigkeiten), aber nicht von ungefähr beinhaltet der Leitfaden zu "Italienischer Prog der 70er Jahre" dieses Album.

Die beiden zentralen Stücke dieses Albums sind über weite Strecken ganz anders gelagert als die Frühwerke der eher sinfonisch-schwelgerischen Kollegen von Banco und P.F.M., denn Osanna bevorzugen eine grundlegend rauere, viel direktere Herangehensweise. Zwar gibt es auch einige folkloristische Passagen, die mediterranes Flair versprühen, darf natürlich auch etwas wunderbarer Mellotron-Bombast nicht fehlen, aber insgesamt klingen Osanna um einiges kantiger, sperriger und spielerisch offener. Hin und wieder fließt auch etwas erdiger Früh 70er Hard Rock hinein, aber grundsätzlich wurde hier natürlich jede Menge progressives Liedgut hineingepackt.

Gerade die ständigen Überraschungen, die inhaltlichen Wechsel zwischen ruhigen und fetzigen Passagen, machen den unbestreitbaren Reiz dieses Albums aus. Osanna wirken auf diesem Album überaus eigenständig, ohne offensichtlich typisch italienisch zu klingen (abgesehen vom gelegentlichen Gesang in Landessprache), am ehesten passt hier in einigen Passagen wirklich der Vergleich zu den Frühwerken von King Crimson.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2006
Letzte Änderung: 5.3.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Osanna

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 L'Uomo 10.00 1
1972 Milano Calibro 9 7.00 1
1974 Landscape Of Life 8.00 1
1978 Suddance 8.00 1
2002 Taka Boom 4.00 1
2003 Uomini e miti - Live 6.00 1
2012 Rosso Rock 8.00 2

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