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Premiata Forneria Marconi

Storia Di Un Minuto

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Numero Uno
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Flavio Premoli keyboards, mellotron, piano, cembalo, lead locals
Fraco Mussida acoustic & electric guitars, lead vocals
Franz Di Cioccio drums & percussion, vocals
Giorgio Piazza bass guitar, vocals
Mauro Pagani flutes, violin, vocals

Tracklist

Disc 1
1. Introduzione 1:09
2. Impressioni Di Settembre 5:43
3. È Festa 4:51
4. Dove... Quando... Parte I 4:06
5. Dove... Quando... Parte II 6:00
6. La Carrozza Di Hans 6:45
7. Grazie Davvero 5:51
Gesamtlaufzeit34:25


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Nachdem ich diese Ecke des Prog lange Zeit sträflich ignoriert habe, wage ich mich jetzt langsam, beginnend mit den grandiosen "Il Balletto Di Bronzo", in die Sphären des klassischen italienischen Prog. Die italienische Szene der frühen Siebziger gilt unter Kennern als herausragend gut und den angelsächsischen Pionieren in nichts nachstehend - siehe nur die Top-Platten der Gnosis Ratings -, und zu den grossen Namen gehören dort zweifellos "Premiata Forneria Marconi", kurz "PFM".

"Storia Di Un Minuto", erschienen schon 1972, ist "PFMs" Debüt, obwohl man das dieser wunderbaren, schon sehr reif klingenden Platte kaum anhören kann. Es handelt sich dabei um sehr melodischen, symphonischen Progressive Rock. Analoge Keyboards en Masse (Mellotron, Piano, Cembalo, Orgel usw.) sorgen für feinen Seventies Sound, dazu viel Flöte, und natürlich Bass, elektrische und akustische Gitarre sowie Schlagzeug. Die Musik ist überwiegend sehr ruhig und fliessend, aber natürlich gibt es zwischendurch auch des öfteren mal einen Uptempo-Teil und rockige Ausbrüche.

"Introduzione" eröffnet die Platte gleich mit ruhiger Grundstimmung, und sehr symphonisch und schwebend geht es mit "Impressioni Di Settembre" weiter. Der italienische Gesang ist hier, wie eigentlich die ganze Platte, fast nur ein Flüstern, sehr sehr sanft, aber dadurch vielleicht umso eindringlicher. Darunter schwillt das Mellotron, akustische gezupfte Gitarre sorgt für Tupfer. Fast fühle ich mich ein bisschen an die hymnischeren Momente der frühen "King Crimson" a la "Epitaph" or "In the Court" erinnert, aber dann fällt mir auf: nein, nicht "King Crimson" sind der Bezugspunkt, sondern "McDonald & Giles"! Wie diese versetzen "PFM" den hymnischen "King Crimson"-Sound in ein luftigeres, menschlicheres und nicht so paranoid-düsteres Umfeld. Beim zweiten Hören scheint mir die Ähnlichkeit wirklich frappierend, und wisst Ihr was? Wo "McDonald & Giles" unentschlossen und oberflächlich klangen, da sind "PFM" auf der ganzen Linie erfolgreich. "Storia Di Un Minuto" ist das Album, das "McDonald & Giles" hätte werden sollen.

In "È Festa" zieht dann das Tempo an, ein fröhlich hüpfendes Rockstück entwickelt sich, aber auch hier findet sich ein kurzes ruhig-melancholisches Zwischenspiel in Mittelteil. "Dove... Quando... Parte I" versprüht dann wieder diesen unwiederstehlichen ruhigen Charme: nach der fast mittelalterlich klingenden Eröffnung wieder viel Flöte und akustische Gitarre, sanft, fliessend, wunderschön. Die vier Minuten gehen schneller zuende, als mir lieb ist. In "Parte II" zieht das Tempo wieder an, ein fast klassisch wirkendens bewegtes Klavierduo taucht auf, das schliesslich die ganze Band mitzieht; kaum hat man sich richtig daran gewöhnt, schwillt wieder kurz das Mellotron, Pauken wirbeln und ein Cello lässt sich vom Klavier begleiten, bis plötzlich ein flottes, jazziges Flötensolo beginnt.

Das ist vielleicht die einzige wirkliche Schwäche dieser Platte: dass die Stücke strukturell manchmal nicht ganz diszipliniert scheinen und die Sprünge abundan etwas zu unvorbereitet kommen, aber anderseits hat dies auch einen gewissen, 'naiven' Charme, dem ich mich schwer entziehen kann.

"La Carrozza Di Hans" beginnt mit einem rockigen Riff, aber auch hier flüstert der Gesang wieder nur eindrücklich, und schnell finden wir uns wieder in sanften akustischen Gefilden und ein Zwischenspiel demonstriert eindrucksvoll die Fähigkeiten von Gitarrist Franco Mussida an der klassischen Gitarre und führt wieder zu einem schnelleren jazzigen Teil mit kratziger Violine. "Grazie Davvero" überrascht uns schliesslich nach wiedermal sanftem Beginn mit einem vollen Bläserarrangement und fast burleskem langsamen Walzer und noch viel mehr.

"Storia Di Un Minuto" ist auf jeden Fall ein Meisterwerk des frühen symphonischen Progressive Rock und auch wegweisend für die italienische Szene, aber noch nicht das letzte Wort von "PFM". Mehr dazu später in der Rezension von "Per Un Amico"!

Anspieltipp(s): Dove... Quando... Parte II
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.5.2002
Letzte Änderung: 28.5.2002
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Premiata Forneria Marconi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Per Un Amico 14.00 1
1973 Photos of Ghosts 11.00 1
1974 L'Isola di Niente 14.00 1
1974 The world became the world 12.00 1
1974 Cook 12.00 2
1974 Live in U.S.A. 12.00 2
1975 Chocolate Kings 8.00 3
1977 Jet lag 9.33 3
1978 Passpartù 5.00 1
1980 Suonare suonare 6.00 1
1981 Come ti va in riva alla citta' 4.00 1
1982 Performance 7.50 2
1987 Miss Baker 3.00 1
1996 10 Anni Live - 1971-1981 11.00 3
1997 Ulisse 4.00 1
1998 A Celebration 8.00 1
1998 www.pfmpfm.it 11.00 1
2000 Serendipity 7.00 1
2001 Gli anni settanta - 1
2002 Live in Japan 2002 11.67 3
2005 Piazza del Campo 12.00 2
2005 Dracula Opera Rock 11.00 2
2006 Stati di immaginazione 11.00 2
2010 A.D.2010-La Buona Novella 10.00 1
2010 River of life / The Manticore years anthology 1973-1977 12.00 1
2012 Live in Roma 11.00 1
2012 Celebration 1972-2012 12.00 1
2013 In Classic - Da Mozart a Celebration 10.00 1
2014 Un Minuto 13.00 1
2014 Un Amico 13.00 1
2014 Paper Charms 11.00 1
2014 Un'Isola 12.00 1
2015 A Ghost 11.00 1
2015 The World 11.00 1
2017 Emotional Tattoos 7.00 2

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