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24790 Rezensionen zu 16972 Alben von 6609 Bands.
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Soft Machine

Volume 1

(Siehe auch: Leitfaden "Canterbury")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1968
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Psychedelic
Label: Probe Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Kevin Ayers bass,vocals
Robert Wyatt drums,vocals
Mike Ratledge keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Hope For Happiness 4:21
2. Joy Of A Toy 2:49
3. Hope For Happiness (Reprise) 1:38
4. Why Am I So Short? 1:39
5. So Boot If At All 7:25
6. A Certain Kind 4:11
7. Save Yourself 2:26
8. Priscilla 1:03
9. Lullaby Letter 4:32
10. We Did It Again 3:46
11. Plus Belle Qu'un Poubelle 1:03
12. Why Are We Sleeping? 5:30
13. Box 25/4 Lid 0:49
Gesamtlaufzeit41:12


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Aus der legendären Canterbury Urzellen-Band "Wilde Flowers" entsprang neben "Caravan" auch wesentlich "Soft Machine": Schlagzeuger Robert Wyatt und Bassist Kevin Ayers konnten auf Erfahrung in dieser Band verweisen und manche Stücke auf "Vol.1" stammen aus der Feder von Hugh Hopper, Bassist bei den "Wilde Flowers" und später auch bei "Soft Machine". Weiterhin hatte Wyatt auch mit im Trio des Gitarristen Daevid Allen gearbeitet, mit dem auch Organist Mike Ratledge gelegentlich jammte. Im Sommer 1966 fand man sich unter dem Namen "Soft Machine" zusammen. Nach einem Konzertaufenthalt in Frankreich wurde dem Australier Allen wegen Visa-Problemen die Wiedereinreise nach England verweigert, und die Band schrumpfte zu einem Trio, das auch das erste Album aufnahm. Allen blieb in Frankreich und gründete später "Gong".

"Vol.1" ist viel deutlicher ein Kind der Sechziger Jahre als spätere "Soft Machine"-Album. Zum einen liegt dies sicher am Sound: produziert von Tom Wilson und Chas Chandler, ehemals Bassist bei den "Animals", später Produzent von Jimi Hendrix, gibt es viele Spielereien mit extremen Stereo-Einstellungen und Ping-Pong-Effekten, verechotem Schlagzeug etc. Allerdings war wohl die Band im Nachhinein nicht so glücklich mit Chandlers Produktion und nahm sie für "Vol.2" in die eigene Hand.

Aber auch musikalisch bewegt man sich noch in anderen Gefilden als der Post-Bop-Jazz späterer Zeiten. Die Songs sind kürzer und konziser, alles ist mit einem guten Schuss psychedelischem Sound versehen. In Stücken wie "A Certain Kind" mit seinen quasi-klassischen, kirchenmusikalisch angehaucht Orgel- und Gesangsakkorden oder "Why Are We Sleeping" mit leichtem Hippie-Feeling in deklamierten Vocals (von Ayers?) und Chor-Refrain sind die psychedelischen "Nice" a la "Flower King Of Flies" oder "Bonnie K" von "The Thoughts Of EmerList DaveJack" gar nicht so weit weg.

Dennoch ist die Platte keine Durchschnittsproduktion, und auch heute noch originell und unterhaltsam anzuhören. Dies liegt an verschiedenen Dingen: zum einen sicherlich an Robert Wyatts einzigartigem, gewöhnungsbedürftigem aber faszinierendem Gesang (quäkige Stimme, seltsame Phrasierungen), der im Gegensatz zu den Softs ab "Third" hier noch fast überall zu finden ist. Dazu fliessen die einzelnen Songs ähnlich wie in den "Soft Machine"-Live-Sets überganglos ineinander in bilden so längere Suiten. Auch Wyatts Lyrics sind übrigens wunderbar englisch und wenig hippiesk, siehe "Why Am I So Short?": "I'm nearly five foot seven tall / I like to smoke and drink and ball / I've got a yellow suit that's made by Pan / And every day I like an egg and some tea / But best of all I like to talk about me", aber auch Ayers Songtitel "Plus Belle Qu'un Poubelle" ("Schöner als ein Mülleimer"?) riecht nicht nach Mainstream...

Auch ausgedehntere Solo-Exkursionen aller Mitglieder dürfen nicht fehlen, gerade in den längeren Stücken wie "Hope For Happiness" oder "So Boot If At All" mit frickeliger Summorgel von Wyatt und Steoro-Spielereien im Schlagzeug, über die dann auch noch seltsames, bearbeitetes Piano-Plingen gelegt wird. Und Wyatts kurzer Bop-Scat-Ausflug in "Safe Yourself" und die swingende Rhythmik in "Priscilla" lassen die spätere Vorliebe der Band für jazziges Material schon erahnen. Dazu dann noch Ayers monotones "We Did It Again", das eigentlich nur aus einem dauernd wiederholten Riff und der Gesangsphrase "We Did It Again" besteht, die nach Art eines Mantras einen tranceartigen Zustand herraufbeschwören sollen. Angeblich haben "Soft Machine" mit vierzigminuten langen Live-Versionen dieses Songs schon Gigs leergespielt...

"Vol.1" erreicht sicher noch nicht die Klasse von "Vol.2" und klingt für heutige Zeiten noch veralteter als jenes, aber wenn man sich mit intelligentem, psychedilischem Sixties-Rock/Pop anfreunden kann, ist dies ein immer noch sehr lohnenswertes Album, das ausserden auch noch den Auftakt für die Karriere einer der einflussreichsten Canterbury-Bands bildete.

Anspieltipp(s): Why Am I So Short, So Boot If At All
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2002
Letzte Änderung: 1.6.2002
Wertung: 9/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Die recht umfangreiche Rezension zum Debutalbum der Soft Machine von Udo zeigt es schon: Den drei Mannen aus Canterbury ist ein ausgesprochen abwechslungsreiches und interessantes Album gelungen. Eine bunte Mischung aus Psychedelik, Rock, Pop, Jazz, Hippieskem, Klangeffektspielereien und Protoprogressivem haben Mike Ratledge, Kevin Ayers und Robert Wyatt hier zusammengebraut, die für mich eines der besten Alben ergibt, die Ende der 60er in England produziert wurden.

Soft Machine verlassen damit die Welt des Beat, des Rock'n Roll und der Psychedelik und schaffen etwas Neues, etwas, was zusammen mit den Produktionen von Family, The Nice, Caravan, Pink Floyd und vielleicht noch Traffic (eine persönliche Liste - bei anderen mag diese etwas anders aussehen) 1967/68 mit die Grundlage zu dem schuf, was ein paar Jahre später zum Prog werden sollte.

Natürlich klingt diese Scheibe (und auch die Produktionen der anderen, weiter oben angeführten Gruppen) veraltet, das Album hat schliesslich fast 40 Jahre auf dem Buckel. Aber dies sollte keineswegs den musikalischen Wert von "Volume 1" schmälern. Ich mag diesen Sound der späten 60er sehr, schliesslich wurde ich nur ein Jahr nach Erscheinen des hier zu besprechenden Tonträgers geboren. Ich finde aber, dass "Volume 1" auch heute noch (und nicht nur aus dem Blickwinkel seiner Entstehungszeit) ausgesprochen neuartig, einzigartig und spannend klingt.

Kurzum: Ich möchte mich Udos Einschätzung anschliessen. "Volume 1", mit seinem intelligent gemachten, psychedelischen Sixties-Rock/Pop ist für Liebhaber solcher Klänge und für Canterbury-Interessierte ein sehr lohnenswertes Album. Allerdings finde ich, dass die Scheibe ein paar Punkte mehr verdient hat!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.9.2005
Letzte Änderung: 18.10.2005
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Volume 2 13.00 2
1970 Third 14.50 2
1971 Fourth 10.00 2
1972 Jet Propelled Photographs 7.50 2
1972 Fifth 10.00 2
1973 Six 11.00 3
1973 Seven 10.50 2
1975 Bundles 11.00 2
1976 Softs 9.00 2
1978 Rubber Riff 6.00 2
1978 Alive & Well - Recorded in Paris 8.00 3
1981 Land of Cockayne 5.50 2
1988 Live at the Proms 1970 10.00 1
1991 as if... - 1
1993 BBC In Concert 1971 12.00 1
1994 Softstage - BBC In Concert 1972 9.00 1
1995 Live At The Paradiso 1969 9.50 2
1996 Spaced 11.50 2
1998 Virtually 10.00 1
2000 Noisette 11.00 1
2001 Turns On Vol.1 4.00 1
2001 Turns On Vol.2 6.00 1
2002 Backwards 10.00 1
2003 BBC Radio 1967-1971 13.00 2
2003 BBC Radio 1971-1974 11.00 1
2004 Breda Reactor 10.00 1
2004 Live In Paris 9.50 2
2004 somewhere in Soho 7.00 1
2005 The Story Of Soft Machine 5.00 1
2005 British Tour '75 11.00 1
2005 Out-Bloody-Rageous - An Anthology 1967-1973 12.00 1
2006 Middle Earth Masters 9.00 1
2006 Floating World Live 12.00 1
2006 Grides 10.00 1
2008 Drop 11.50 2
2009 Live at Henie Onstad Art Centre 1971 13.00 1
2010 NDR Jazz Workshop 12.00 1
2015 Switzerland 1974 12.00 1

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