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24544 Rezensionen zu 16780 Alben von 6535 Bands.
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Soft Machine

Fourth

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: instrumental; Canterbury; Jazz
Label: CBS
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Hugh Hopper bass guitar
Mike Ratledge organ,piano
Robert Wyatt drums
Elton Dean alto sax & saxello

Gastmusiker

Roy Babbington double bass
Mark Charig cornet
Nick Evans trombone
Jimmy Hastings alto flute & bass clarinet
Alan Skidmore tenor sax

Tracklist

Disc 1
1. Teeth 9:14
2. Kings And Queens 5:02
3. Fletcher's Blemish 4:37
4. Virtually Part 1 5:15
5. Virtually Part 2 7:06
6. Virtually Part 3 4:39
7. Virtually Part 4 3:18
Gesamtlaufzeit39:11


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Mit dieser Platte wurde der Saxophonist Elton Dean endgültig festes Mitglied der "Softs". Der Sound, der sich auf "Third" schon andeutete, und der die nächsten "Soft Machine"-Alben bestimmen sollte, wird hier festgeschrieben: jazzig swingende Nummern, die oft auf einem Baßriff oder Orgel-/E-Piano-Phrase aufbauen mit ausgedehnten modalen Improvisationen über einem festen tonalen Zentrum.

Der Quartett-Sound wird erweitert durch zusätzliche Bläser und durch einen Kontrabassisten. Teils sind die Kompositionen recht ausgeklügelt ("Teeth"), teils fast freejazzig ("Fletcher's Blemish" mit 'klassischem' Aufbau à la Coltrane: Vorstellung eines Themas, das als Sprungbrett für eine freie Kollektivimpro benutzt wird). Was im Vergleich zu früheren "Soft Machine"-Platten komplett fehlt, sind die eigentlich so typischen Wyatt-Vocals. Aber Wyatts Schlagzeugspiel, obschon swingend und treibend, ist mit seiner prinzipiellen Erdigkeit noch das Element, das diese Platte am ehesten noch mit "Rock" in Verbindung bringt. Jedoch war der Schlagzeuger mit der Richtung, die die Band einschlug so unzufrieden, daß er sie kurz darauf verließ, um seine eigene zu gründen: "Matching Mole", deren Name vom französischen "Machine Molle" - 'weiche Maschine'... - abgeleitet ist.

Anspieltipp(s): Teeth, Virtually Part 1
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.6.2002
Letzte Änderung: 3.6.2002
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Das vierte Album von Soft Machine ist wohl die jazzlastigste Scheibe, die die Gruppe in den 70er Jahren eingespielt hat. Die Musik hat einen sehr "akustischen" Charakter. Ratledge an der Orgel (er spielt meist E-Piano) und Hopper am E-Bass halten sich ziemlich zurück, so dass elektrifizierte und effektverfremdete Klänge - im starken Kontrast zum ein Jahr früher veröffentlichten Album "Third" - in der Minderheit sind. Verschwunden sind damit auch die psychedelisch-minimalistischen Experimente und Robert Wyatts Stimmeinlagen. Sehr seriös und ernst klingt das Ergebnis, meist auch ziemlich brav, von ein paar Freejazz-Ausbrüchen abgesehen.

Bestimmt wird "Fourth" von den Bläsern, vor allem Elton Dean am Sax, aber auch den Gastmusikern mit Posaune, Cornet, Tenorsax, Flöte und Bassklarinette. Dazu kommt als weitere deutliche Jazz-Ingredienz Roy Babbington (von Nucleus) am Kontrabass (zwei Jahre später sollte er Hugh Hopper bei Soft Machine ersetzen). "Fourth" bietet damit einen bläserlastigen, meist eher entspannt dahintreibenden Freejazz, der nur noch gelegentlich in Rockgefilde gerät. Ganz verzichtet Ratledge natürlich nicht auf die Orgel. Es gibt immer noch die typischen, schleifenden Einlagen, doch sind sie lange nicht mehr so exzessiv und wüst ausgefallen wie auf den früheren Alben von Soft Machineder Band. Ähnliches gilt für Hoppers Bass, der nur noch selten knurrt und dröhnend wummert.

Andererseits ist es natürlich schön, dass Soft Machine sich weiterentwickeln, auch wenn es in eine sehr jazzige Richtung geht. Live war die Band zur selben Zeit um einiges aggressiver zu Gange, wie es z.B. die Aufnahmen von "BBC In Concert 1971" belegen. Mit ihrer nächsten Scheibe (und zwei neuen Schlagzeugern) sollten Soft Machine wieder in etwas rockigere Gewässer zurückfinden. Die Bläserübermacht verschwindet, Elton Dean greift ab und zu auch in die Tasten eines E-Piano, und das Ergebnis sollte zwar nicht ihre abenteuerlichste, aber vielleicht ausgewogenste Platte sein (siehe "Fifth").

"Fourth" dagegen ist wohl nur für Proghörer geeignet, die freiern Jazz und Holz- bzw. Blechbläserklänge wirklich schätzen. Die Kompositionen bewegen sich im extremen Randbereich dessen, was man noch als Rock bezeichnen kann. Das macht aber eigentlich nichts, denn interessante Musik wird hier trotzdem geboten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.4.2007
Letzte Änderung: 20.6.2015
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Volume 1 10.50 2
1969 Volume 2 13.00 2
1970 Third 14.50 2
1972 Jet Propelled Photographs 7.50 2
1972 Fifth 10.00 2
1973 Six 11.00 3
1973 Seven 10.50 2
1975 Bundles 11.00 2
1976 Softs 9.00 2
1978 Rubber Riff 6.00 2
1978 Alive & Well - Recorded in Paris 8.00 3
1981 Land of Cockayne 5.50 2
1988 Live at the Proms 1970 10.00 1
1991 as if... - 1
1993 BBC In Concert 1971 12.00 1
1994 Softstage - BBC In Concert 1972 9.00 1
1995 Live At The Paradiso 1969 9.50 2
1996 Spaced 11.50 2
1998 Virtually 10.00 1
2000 Noisette 11.00 1
2001 Turns On Vol.1 4.00 1
2001 Turns On Vol.2 6.00 1
2002 Backwards 10.00 1
2003 BBC Radio 1967-1971 13.00 2
2003 BBC Radio 1971-1974 11.00 1
2004 Breda Reactor 10.00 1
2004 Live In Paris 9.50 2
2004 somewhere in Soho 7.00 1
2005 The Story Of Soft Machine 5.00 1
2005 British Tour '75 11.00 1
2005 Out-Bloody-Rageous - An Anthology 1967-1973 12.00 1
2006 Middle Earth Masters 9.00 1
2006 Floating World Live 12.00 1
2006 Grides 10.00 1
2008 Drop 11.50 2
2009 Live at Henie Onstad Art Centre 1971 13.00 1
2010 NDR Jazz Workshop 12.00 1
2015 Switzerland 1974 12.00 1

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