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Leitfaden: Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre
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Starcastle

Starcastle

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
(Archiv-Tipp 7/2014)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Epic
Durchschnittswertung: 9.4/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Terry Luttrell lead vocals
Gary Strater bass guitar,vocals
Stephen Tassler drums,percussion,vocals
Herb Schildt organ,synthesizers,pianos
Matthew Stewart guitars,vocals
Stephen Hagler guitars,vocals

Tracklist

Disc 1
1. Lady Of The Lake 10:26
2. Elliptical Seasons 4:27
3. Forces 6:25
4. Stargate 2:54
5. Sunfield 7:36
6. To The Fire Wind 5:16
7. Nova 2:35
Gesamtlaufzeit39:39


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 5)


Fans von Starcastle (und die Band selbst, übrigens bzw. natürlich) versuchen ja Ihr Möglichstes, Starcastle vom Image des Yes-Klons wegzuschreiben, aber da muss ich ihnen doch in die Parade fahren: wer aus dem kompletten Opener "Lady Of The Lake" nicht Yes-pur raushört, sollte sich nochmal das "Yesalbum" und "Fragile" anhören. Das reicht von den typischen "Dadad-dadad"-Choreinwürfen über die Stimmlage des Satzgesangs über den astreinen Chris Squire-Rickenbacker-Sound hin zur spinnerigen Howe-Gitarre. Und das restliche Album ist da wirklich nicht so viel bessser, siehe die "Roundabout"-Gitarren-Flageolets in "Elliptical Seasons" oder die "Feuervogel"-Anleihen in "Stargate" (ein Ausschnitt aus Strawinskys Feuervogel-Suite war klange Jahre die Konzert-Eröffnung von Yes, siehe "Yessongs").

OK, die Wah-Gitarre gerade in "Elliptical Seasons" klingt dann doch etwas amerikanischer als Yes zu der Zeit, aber der Grundeindruck bleibt absolut. Der grösste Unterschied zum Vorbild dürfte in der Keyboard-Abteilung liegen; jene werden nämlich nicht ganz so beeindruckend und vielfältig bedient wie der flashy Showman Wakeman es in der Yes-Hochzeit verstand, sondern bleiben m.E. eher unauffällig. Auch von "futuristisch anmutenden Keyboardsounds" kann ich ehrlich gesagt nicht viel erkennen, schliesslich ist es schon 1976 und die typischen Moog-Sounds waren auch damals schon nichts wirklich Neues mehr. Vielleicht gehen Starcastle auch bei aller Verspieltheit und Komplexität etwas direkter, rockiger an das Songwriting heran als "Yes", Olivers "peppiger, aber nicht poppiger" kann ich unterschreiben. Allerdings vermisse ich dadurch hier und da etwas symphonische Fülle und Bombast. Das liegt aber sicher auch mit an der eher Gitarren-orientierten Produktion.

Aber genug der Kritik, denn fairerweise muss man eins festhalten: ein verdammt guter Yes-Klon sind Starcastle auf jeden Fall. Die Songs sind abwechslungsreich, die instrumentalen und gesanglichen Leistung einigermassen beeindruckend, halt nur alles andere als originell. Wen dies nicht stört: zuschlagen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Yes, ohne wenn und aber
Veröffentlicht am: 3.6.2002
Letzte Änderung: 3.6.2002
Wertung: 8/15

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Von: Oliver Mensing (Rezension 2 von 5)


Dieses in 1976 erstmalig erschienene Album ist das Debut einer sechsköpfigen Band, die in gleichem Atemzug mit Szenegrößen wie Yes und den frühen Genesis zu nennen ist. Zwar hatten Starcastle nie den gleichen Erfolg wie diese Bands, aber ihre Qualitäten sind mit Sicherheit von ähnlicher Güte.

Starcastle sind Terry Luttrell (lead vocals), Gary Strater (bass, vocals), Stephen Tassler (drums, perc., vocals), Herb Schildt (keyboards), Matthew Stewart (guitars, vocals) and Stephen Hagler (guitars, vocals). Ihre komplexe und sehr abwechslungsreiche Musik lebt von den seinerzeit sehr futuristisch anmutenden Keyboardsounds (Ach ja, die guten alten Synthies!), schöner melodiöser Gitarrenarbeit, fantastischen Drums und insbesondere vom teilweise mehrstimmigen Gesang. Die hohe wohlklingende Lead-Stimme von Terry Luttrell läßt hier und da Ähnlichkeiten zu Jon Anderson (Yes) erkennen, wirkt aber insgesamt doch sehr eigenständig. Die Komplexität der Songs reicht von ruhig, über locker runtergegespielt bis zu frickelig: also alles was das Progherz so benötigt um glücklich zu sein. Die Texte handeln von Naturereignissen und dem Universum und sind irgendwie passend zur Musik leicht spacig angehaucht.

Besonders hervorheben möchte ich die brillante Tonqualität. Wenn man bedenkt, wann dieses Album erschienen ist, kann nur von einer echten Meisterleistung gesprochen werden. Ja und das Cover gehört für mich zu einem der schönsten in der Proggeschichte. Sollte ich jemals auf eine einsame Insel müssen und dürfte nur 10 CDs mitnehmen, wäre diese mit Sicherheit dabei! Grandiose 15 für ein grandioses Meisterwerk!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ein bißchen Yes (nur etwas peppiger, aber nicht poppiger)
Veröffentlicht am: 5.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 15/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 3 von 5)


Selbstverständlich ahmen Starcastle Yes nach. Und zwar so eindeutig, daß die Gruppe künstlerische Eigenständigkeit nicht wirklich beanspruchen kann. Es gibt zudem auf keinem Starcastle-Album eine Komposition, die sich mit dem langen Atem, der Komplexität oder der Schärfe etwa von "Close to the edge" oder "Relayer" messen könnte.

Ist es sinnvoll eine Gruppe wie Yes, die einen außerordentlich großen Einfluß auf die Entwicklung des Progressive Rock hatte, in der Bewertung auf die gleiche Stufe zu stellen wie eine Band, die gar keinen Einfluß hatte - und diesen auch nicht haben konnte, da sie lediglich ein bereits vorhandenes musikalisches Konzept übernahm? Ich kann das nicht nachvollziehen, um so weniger als andere Gruppen - insbesondere Yezda Urfa - einen für meine Begriffe weit originelleren Umgang mit den großen Vorbildern demonstriert haben.

Dabei will ich aber nicht in Abrede stellen, daß Starcastle über weite Strecken unterhaltsam klingen. Ein guter Tipp für alle diejenigen, die nach mehr Musik im Yes-Stil suchen, nichts allerdings für denjenigen, der heftige Anleihen bei einem Vorbild eher als Dreistigkeit empfindet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2002
Letzte Änderung: 5.8.2002
Wertung: 7/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 4 von 5)


Auch ich bin irgendwann mal neugierig auf die Band geworden, die immer mit Yes verglichen wurde, also habe ich mir deren Debut irgendwann mal zugelegt.

Mein erster Eindruck war: nett kopiert, aber lieber das Original gehört. Aber es ist eine Platte, die langsam wächst (oder ist es beginnende Altersmilde ;-)?). Natürlich hört man an jeder Ecke und Kante YES raus, aber da die nie viele Nachahmer gefunden haben, ist das so schlimm nicht. Der Sänger ist auch kein Anderson, der IMHO der YES-Musik erst das gewisse Etwas gibt, macht aber auch nix, obwohl mir der Harmoniegesang bei Starcastle zu harmonisch ist.

Trotzdem, die Lieder sind durchaus hörenswert, immer einen Tick eingängiger als das große Vorbild, der Feuervogel kommt auch ganz nett daher (wenn man etwas Pomp mag) und ironischerweise erinnern sie mich daran, wie Flash hätte auch klingen können; der Gesang beider Gruppe ähnelt sich sehr. Insgesamt also ein doch hörenswertes Album.

Anspieltipp(s): Elliptical seasons
Vergleichbar mit: Flash, YES
Veröffentlicht am: 4.2.2004
Letzte Änderung: 1.8.2011
Wertung: 8/15
und einhalb ;-))

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 5 von 5)


Also jetzt muss ich mal gegen eines der vielen alten Dogmen unseres Genres anschreiben. Es klang auch hier schon mehrfach an, aber ich es trotzdem nochmal auf den Punkt bringen:

Starcastle waren ein Yes-Klon.

Kennt Ihr diese festgewordenen Wissensinhalte, diese Dinge, die einfach jeder weiß? Charles Lindbergh ist der erste, der über den Atlantik geflogen ist! Die Bastille ist erstürmt worden! Martin Luther hat als erster die Bibel übersetzt! Und Starcastle waren ein Yes-Klon!

Nix! Nopsen! Man muss schon genau hinschauen. Genauso ist's mit Starcastle. Und das wollen wir jetzt mal machen.

"Lady of the Lake": Hohe Männerstimme, knackiger, melodiöser Bass, singende Gitarre - ganz klar, das erinnert schon sehr an Yes. Aber das Schlagzeugspiel ist ganz anders, sehr viel straighter. Und die Keyboards bleiben lange im Hintergrund. Allerdings gibt es bei Minute vier eine lange Keyboard- und Orgelpassage - die dann prompt so sehr nach Keith Emerson klingt, dass man meint, der Meister höchstpersönlich habe in die Tastatur gegriffen. Und Bass und Schlagzeug machen mit, hier wird ganz klar auf ELP referiert.

Wenn dann gegen Ende eine ruhige Atmo-Passage kommt, die an eine ähnliche Stelle aus Yes' "Close to the Edge" erinnert, und in der auch noch aus Strawinskys Feuervogel-Suite zitiert wird, (die war lange Jahre die Konzert-Eröffnungsmusik von Yes, siehe "Yessongs"), dann stehen allerdings die Bezüge zu Yes wieder im Vordergrund. Kurz vor Ende, bei Minute 10, meint man dann, Genesis zu erkennen, in dem schnellen Gitarrenarpeggio, das das kurze Ende des Songs einleitet.

Überhaupt Genesis: Im Gegensatz zu Yes waren Genesis nie die Band, die überzeugende Longtracks komponieren konnte. Frühe Versuche wirkten durch lange, etwas orientierungslose Keyboardsoli ausgestopft, spätere Versuche bestanden oft aus aneinandergereihten selbstständigen Kompositionen. Starcastle standen dieser Kompositionsweise viel näher als der Yes', die auf die gleiche Strecke mit viel weniger musikalischem Material auszukommen wussten, weil sie Vorhandenes besser zu variieren verstanden. "Lady of the Lake" ist ein perfektes Beispiel dafür, was passiert, wenn man das nicht kann: Der Zehnminüter besteht aus vielen kleinen, zwischen ein paar Sekunden und etwa einer Minuten dauernden Versatzstücken, die wenig überzeugend aneinandergehängt wurden. Yes hatten so etwas fünf Jahre zuvor, mit "Fragile", weitgehend hinter sich gelassen, Genesis haben etwas länger gebraucht und sich schließlich zwei Jahre nach der Veröffentlichung von "Starcastle" für den konzisen Dreieinhalbminüter entschieden. Mit großem Erfolg.

Der Sound, in den diese Musik gepackt ist, klingt wiederum eher unenglisch. Näher steht ihm z. B. der Sound von Kansas, die zu dieser Zeit ihr viertes Album veröffentlichten, die Starcastle also durchaus auch gekannt haben werden.

Zurück zum Yes-Vergleich. Bei "Elliptical Seasons" kann man mal genau auf die Vocals hören. Zunächst mal klingt der Harmoniegesang hier viel besser, weil die Stimmen von Luttrell, Strater, Tassler, Stewart und Hagler einfach schöner zusammenstimmen. Na, vielleicht liegt's auch am Arrangement, das nun wirklich unverkennbar amerikanisch ist. Ebenso amerikanisch ist dann der knackige Funk, der etwa bei der Hälfte einsetzt. Yes hatten so etwas einfach nicht im Programm, kamen so einer Musik allenfalls mit "Siberian Khatru" oder einigen wenigen Passagen auf "Relayer" mal nahe.

Man kann dieses Spiel weitertreiben, und das mit ebenso viel Vergnügen wie Gewinn. Aber der Punkt ist glaubich klargeworden: Mit der hohen Stimme, dem knackigen und melodiösen Bass und der singenden Gitarre stehen Yes als Bezugspunkt natürlich im Vordergrund, aber andere Spuren sind ebenso deutlich: die Anklänge an Genesis und ELP, die vollkomman andere Kompositionsweise, und zu guter Letzt der unverkennbar amerikanische Gesamtapproach. All das weist darauf hin, dass Starcastle, nun vielleicht nicht gerade viel eigenständiger waren, als es das böse Wort vom Yes-Klon suggeriert, aber doch mehr und unterschiedlichere Bezüge in den englischen Prog und in die amerikanische Tradition hinein knüpften, als dass man sie mit einem Achselzucken als eingleisige Yes-Epigonen abtun könnte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Ährm... nun ja... also... Yes!
Veröffentlicht am: 4.7.2014
Letzte Änderung: 5.7.2014
Wertung: 9/15
Ist doch gar nicht so übel!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Starcastle

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Citadel 12.50 2
1977 Fountains of Light 11.00 2
1978 Real to Reel 2.00 1
1999 Concert Classics 9.50 2
2001 Chronos I 10.00 2
2007 Song of Times 7.75 4

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