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Silhouette

Across the Rubicon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Erik Laan Keyboards and Vocals
Brian de Graeve Guitars and Vocals
Jos Uffing Drums and Vocals
Gerrit-Jan Bloemink Bass

Gastmusiker

MaryO flute solo on Don't stop this movie
Aldo Adema additional guitar,orchestration and percussion

Tracklist

Disc 1
1. Across the Rubicon 2.51
2. Breathe 11.46
3. Empty Places 4.13
4. When Snow's Falling Down 7.10
5. Anybody 11.30
6. Grendel Memories 5.42
7. Nothing 4.17
8. Don't stop this movie 11.52
Gesamtlaufzeit59:21


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Die Beschreibungen zum Zweitwerk von Silhouette, die man auf diesen Seiten lesen kann handelten von nicht mehr so ganz zeitgemäßem Neoprog. Nicht gerade ermutigend. Was eigentlich in jeweiligem Jahr nach 1980 zeitgemäß ist sollte uns als eine Webseite, die sich einer in den 70ern verwurzelten Musik widmet, wahrscheinlich nur am Rande interessieren. Möglicherweise hat selbst die kleine, in großen Teilen rückwärtsgewandte Progszene ihre nicht zeitgemäßen Alben, was an sich schon paradox ist. Im Jahre 2012 bietet die dritte, "Across the Rubycon" genannte Scheibe der Holländer die Gelegenheit ihnen eine neue Chance zu geben. Eines erscheint mir dabei sicher: ich kann keine Spuren von AOR oder Asia ausmachen, dafür aber eine gutklassige Mischung aus Neo- und Retroprog.

Die Frontcover-Bildcollage mit einem schwebenden U-Boot vermittelt zusammen mit dem Bandlogo eine sympathische Naivität, die auf eine Geistesverwandtschaft mit der Ästhetik einiger Eloy-Cover hindeuten kann. Die zwischen leichtfüßig und druckvoll wechselnde, mitunter leicht euphorische Musik von "Breathe", die zudem mit kraftvollen Synthesizern und melodiösen Gitarren aufwartet, hat für mich eine gewisse Ähnlichkeit ausgerechnet mit der Musik von Eloy, wie man sie u.a. auf Alben wie "Colours" oder "Performance" gehört hat. Das macht mir Silhouette doch sehr sympathisch.

Ob die balladesken Teile für Piano, akustische Gitarre, künstliche Streicher und Stimme in "Empty Places" eher an Marillion, oder doch an Pallas – oder wen auch immer - erinnern ist nicht entscheidend, aber damit sei die Richtung angedeutet. Entscheidend ist: Silhouette schaffen es immer wieder ihre nicht gerade als Pioniertat einzustufende Musik frisch und kitschfrei zu gestalten. Lieder wie "When the snow's falling down" zeigen die Band etwas weniger episch und bombastisch, dafür aber immer noch melodielastig. Textlich geht es in dem Stück um Kindheitserinnerungen an die weiße Jahreszeit. Sollte auch mal behandelt werden, das Thema, wenn schon eine Gruppe von Musikern die Begabung besitzt, so etwas weitgehend unprätentiös rüberzubringen. Na gut, ob der Kinderchor am Ende unbedingt sein musste, sei jetzt dahingestellt... In "Anybody" beschäftigt sich der Sänger textlich mit Depressionen und auch musikalisch kommen verstärkt melodramatische Akzente zum Vorschein. Das Stück klingt für mich, als würden Uriah Heep mit kraftvoller elektronischer Orgel auf Marillion mit Fish treffen. "Grendel memories" repräsentiert wiederum eine Facette der Band, die Hardrock und Neoprog zwischen unbeschwert und atmosphärisch bietet. Und die Synthesizer lassen mich wieder an die bereits genannten Hannoveraner denken.

Dass ich von dem Album positiv überrascht bin, konnte man wahrscheinlich dem gesamten Text entnehmen. Also, nicht von Etiketten wie "holländische Neoprog-Band" abschrecken lassen, sondern mal reinhören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.7.2012
Letzte Änderung: 21.7.2012
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Silhouettes "Across The Rubicon" ist mal wieder so ein Album im Zwiespalt, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Einerseits gibt es hier ordentlich mit Hardrock-Elementen angereicherte Passagen, andererseits regieren oft genug neoproggige Keyboardwände. Einige Sachen klingen nach Plastik (die Keyboards), andere dagegen erwecken den Eindruck altehrwürdiger Möbelstücke aus Eichenholz (wenn etwa die Hammondorgel in den Sound einfällt). Stellenweise agieren Silhouette souverän (wenn der Keyboarder zu Banks'igen Arpeggios ansetzt), dann wieder klingen sie doch etwas amateurhaft (was vor allem für die stets etwas holprige Rhythmussektion samt des Uffta-Uffta-Schlagzeugs gilt).

Und ähnliches gilt auch für die Kompositionen: Longtracks wie "Breathe" oder "Don't Stop This Movie" klingen reichlich aufgeblasen, weil die Spannung hier hauptsächlich von den dicht gepackten bis überladenen Arrangements und einer Menge Keyboardbombast ausgeht und gar nicht so sehr vom Abwechslungs- und Kontrastreichtum im Aufbau des Stückes. In dieser Form entsteht hier der Eindruck, Silhouette könnten gar nicht soviel ausdrücken, wie sie sagen wollten. Besser macht es dabei wohl der Mittelteil von "Anybody", bei dem das Arrangement stellenweise zurückgefahren wird und ganz manierliches Retromaterial enthüllt.

Umgekehrt wirken die kürzeren Stücke wesentlich schlüssiger, wildern dafür aber umso mehr in Neoprog-Gefilden. Allen voran geht hier das balladeske "Empty Places", das eine Menge dieses markanten alten Marillion-Pathos à la "Chelsea Monday" oder "Kayleigh" versprüht (wahlweise kann aber auch Pink Floyds "High Hopes" als Referenz dienen). Das ist zwar fies abgekupfert und mindestens doppelt so plakativ wie die Originale, macht aber dennoch Laune. Und auch das gefällig rockende "Grendel's Memories" weiß zu gefallen, wenn auch die Keyboards hier mal wieder übermächtig im Vordergrund stehen.

Das ist dann letztlich auch als das Hauptproblem von "Across The Rubicon" auszumachen, denn die meisten Stücke werden tatsächlich von einer Riesenladung Keyboards förmlich erdrückt. Das ist nicht nur unangemessen, sondern strapaziert auch die Ohren des Hörers. Wer hätte gedacht, dass ein Neoprog-Album mal das Potenzial hat, das Gehör zur Explosion zu bringen? Ich nicht, und sowas schmälert dann leider auch die eigentlich grundsolide Leistung, die Silhouette hier abliefern. Sowas lässt sich wesentlich dezenter umsetzen, wie beispielsweise letztes Jahr Ignatius gezeigt haben.

Anspieltipp(s): Empty Places, Grendel's Memories, Anybody (mit Abstrichen)
Vergleichbar mit: Marillion in etwas härter
Veröffentlicht am: 1.11.2012
Letzte Änderung: 2.3.2013
Wertung: 7/15
...mit Kanonen, pardon, Keyboards auf Spatzen. Sowas gibt Punktabzug!

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Moods 9.00 1
2014 Beyond The Seventh Wave 8.00 1

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