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Memento Waltz

Division by Zero

(Tipp des Monats 11/2013)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Mathrock; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marco Piu vocals
Giuseppe Deiana bass
Gabriele Maccioco drums, percussion
Livio Poier guitar

Gastmusiker

Matt Johnson guitar solos (1,5)

Tracklist

Disc 1
1. Omicron 5:17
2. Opus Alchemicum 5:35
3. Europa (Jupiter II) 6:05
4. Achilles' Paradox 5:10
5. Mechdreamer 8:03
6. A New Beginning 4:40
7. Emphasize 6:18
Gesamtlaufzeit41:08


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Knapp über 40 Minuten tickt das erste „Vollzeit“-Album der Italiener Memento Waltz. Nicht unbedingt ausladend lang in der heutigen Zeit. Und immerhin ist die Band schon seit 1994 aktiv, hat aber bisher „nur“ mit Liveauftritten, einer EP und einer Demo-CD von sich reden gemacht.

Tja, „nur“ etwas mehr als 40 Minuten rauscht „Division by Zero“ an uns vorbei, aber wie... die Intensität, die Vertracktheit, die Urkraft, das wilde Treiben mit dem die Italiener über den Hörer herfallen, da sind vielleicht erstmal 40 Minuten auch genug. Wer dann ein Dauergrinsen im Gesicht hat, der kann ja beliebig oft die repeat-Funktion nutzen.

Sieben Tracks mit Gefrickel bis der Arzt kommt, Hochgeschwindigkeits-Riffing, giftige Soli, nervös bratzelnder Bass und wuselig-vertracktes Drumming. Die Italiener geben Gas und lassen nur selten ein paar ruhige Momente zu. Im längsten Track „Mechdreamer“ gibt es gar ein paar psychedelisch-spacige Passagen. Die Musik ist überraschenderweise von einer bestechenden Luftig- und Leichtigkeit. Trotz des Dauereinsatzes von Instrumentalartistik stellt sich erstaunlicherweise kein Gleichklang, keine Überforderung des Ohres ein. Sogar ein paar Melodiebögen (natürlich keine klassischen sinfonischen, aber doch gut wahrnehmbare) bringen die Jungs noch unter.

Sänger Piu ist kein schlechter und hat natürlich in diesem musikalischen Hexenkessel der harten Art schwer zu kämpfen. Aber er setzt seine eigenen Akzente und neigt nur in den ganz hohen Lagen hin und wieder zum Kreischen. Macht aber nichts, insgesamt eine souveräne Vorstellung in einem musikalischen Umfeld, welches eigentlich nicht unbedingt nach gesanglicher Begleitung schreit. Gastgitarrist Matt Johnson (von den US-Power-Progmetallern Pharao) liefert zwei blitzsaubere Soli ab (und hat die Band bei der Produktion des Albums unterstützt).

Glasklar klingender, druckvoll produzierter musikalischer Wahnsinn mit rasenden Läufen und krummen Takten voller Frische und Leichtigkeit... wer seit gut 13 Jahren vergeblich auf ein weiteres Album von Spiral Architect wartet, der kann sich nun mit „Division by Zero“ trösten. Frickel frei!

Anspieltipp(s): Omicron, Mechdreamer
Vergleichbar mit: Spiral Architect, Blotted Science
Veröffentlicht am: 8.10.2013
Letzte Änderung: 8.10.2013
Wertung: 12/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Italienische Progmetalbands waren bislang zumeist darum bemüht, entweder mehr oder weniger gelungen bekannte Vorbilder wie Dream Theater zu kopieren, oder aber sich auf das Erbe nationaler Koryphäen wie Adramelch oder Eldritch zu verlegen, sofern man unter dem Begriff "Prog" nicht gar Drachentöter-Stories à la Rhapsody versteht. Insofern sind Memento Waltz aus Sardinien schon "von außen betrachtet" eine Überraschung.

Was zeichnet den Stil dieser Band aus? Instrumental setzen Memento Waltz im Großen und Ganzen auf eine Mischung aus vertrackt-polyrhythmischen Riffs à la Meshuggah oder Spastic Ink und jazzig-lockeren Passagen, wobei sich in letzterer Hinsicht insbesondere der sehr, sehr verspielte Bass in den Vordergrund spielt. Garnieren tut das Quartett diese Mischung mit teils ziemlich melodischen Gitarren-Fanfaren und Hooks, vereinzelt ("Opus Alchemicum") lassen sich auch ein paar Latin-Einsprengsel ausmachen, prägendstes Merkmal ist ansonsten aber der ziemlich traditionell-metallische Gesang, was auch durch die entsprechende Melodieführung unterstützt wird. Marco Piu lässt sich von der Stimmlage her durchaus mit US-Sirenen wie James Rivera (bei Helstar und noch ca. 123 anderen Bands aktiv) vergleichen, sind beide doch jeweils die meiste Zeit etwas unterhalb des ganz hohen Eierkneifer-Niveaus anzusiedeln.

Entsprechend ist es dann kein Wunder, dass eine ganze Reihe von Songs auf "Division By Zero" dann entsprechend auch sehr an die durch den Häcksler gejagte Fassung diverser US-Metal-Standards erinnert. So klingt der leicht wehmütig-süßliche Anfang von "Europa (Jupiter II)" ein bisschen wie "Ursa Minor" von Lizzy Borden, und "Mechdreamer" beginnt geradezu als Visisektion des jüngeren Helstar-Hits "Pain Will Be Thy Name". Durchgängig bleiben Memento Waltz aber nicht auf auf derartigen Melodien und Arrangements sitzen, denn abseits dieses Gesangs steppt in der Tat der Jazz-Metal-Bär, was die Musik insgesamt ziemlich durchtrieben und aufgedreht wirken lässt. Ein schönes Beispiel hierfür ist das passend betitelte "Achilles' Paradox", in dem die Instrumente sich - ganz wie dereinst Achilles und die Schildkröte - ein scheinbares Wettrennen liefern. Ruhepausen gibt es dabei immer wieder mal in Form von (sorry, Nik) sphärischen Soundscape-Passagen mit Gitarren-Arpeggios, was zeitweilig (ebenfalls im schon genannten "Mechdreamer") an bedrohliche Pink-Floyd-Spielereien wie "The Thin Ice" oder "Empty Spaces" denken lässt.

Soweit der Stil. Und die Qualität? Die liegt durchgehend ziemlich hoch, denn Komplexität, wildeste Ausbrüchen und opernhafter Gesang fügen sich oft zu einem schlüssigen Bild zusammen, und auch die Soloarbeit an Gitarre und Bass ist so ziemlich alles, nur nicht klischeehaft. Nur ganz selten mal (etwa in "Opus Alchemicum") geht Bolzpart A etwas zu schroff in Frickelorgie B über, und das simple "A New Beginning" bleibt eine etwas unschlüssige Nummer. Ansonsten geht der Daumen für Memento Waltz fast durchgehend nach oben. Ein schönes Debüt also nicht nur für die hiesige Frickelfraktion, sondern auch und vor allem für jene, denen der aktuelle US-Metal schon längst zu, ähem, ruhig geworden ist.

Anspieltipp(s): Achilles' Paradox, Emphasize
Vergleichbar mit: Exivious covern Helstar, Jag Panzer & Co.
Veröffentlicht am: 18.10.2013
Letzte Änderung: 16.9.2014
Wertung: 12/15

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