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Vangelis

1492: Conquest of Paradise

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1992
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; sonstiges
Label: Warner Music
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Vangelis Papathanassiou composition,arrangements,production,performance

Gastmusiker

English Chamber Choir
Bruno Manjarres spanish guitar and voices
Pepe Martinez spanish guitar and voices
Francis Darizcuren Mandolin and violin
Didier Malherbe Flutes
Guy Protheroe vocals, conductor

Tracklist

Disc 1
1. Opening 1.21
2. Conquest of Paradise 4.30
3. Monastery Of La Rabida 3.24
4. City Of Isabel 2.08
5. Light And Shadow 3.31
6. Deliverance 3.20
7. West Across The Ocean Sea 2.44
8. Eternity 1.53
9. Hispanola 4.39
10. Monica and the Horse 6.42
11. Twenty Eighth Parallel 4.47
12. Pinta, Nina, Santa Maria (Into Eternity) 12.37
Gesamtlaufzeit51:36


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Wahrscheinlich wäre "1492: Conquest of Paradise" ein weiteres wenig bekanntes Soundtrack-Album von Vangelis geblieben, wenn nicht jemand aus dem Dunstkreis von Boxer Henry Maske zwei Jahre nach der eigentlichen Veröffentlichung die Idee hätte ein markantes Thema daraus als Begleitmusik für den Einmarsch in den Boxring zu verwenden. Dabei hat das Album mehr zu bieten, als nur die gnadenlos bombastischen, von dem English Chamber Choir gesungene Melodien. Eigentlich wäre eine umfangreichere Veröffentlichung - wie im Falle von "Blade Runner" - fällig, weil die Musik auf dem Studioalbum nicht immer mit der identisch ist, die der Zuschauer als Filmbegleitung zu hören bekommt.

Bei den Aufnahmen verlässt sich Vangelis nicht nur auf ein Chor und die fast perfekt arrangierten Orchester-Samples, sondern lässt sich auch von kompetenten Studiogästen an akustischen Flamenco-Gitarren, Flöten, Mandoline, Geige und Gesangsmikro begleiten. Die sporadischen männlichen Gesangsbeiträge sollen wohl das andeuten, was Christoph Columbus auf seiner Eroberungsreise von seinen Landsleuten (Flamenco-Gesänge) und von den Eingeborenen (ethnische Gesänge) gehört haben könnte.

(Zum Stichwort Eroberung, die von Mr. Columbus geleitet wurde: ohne die wären unzählige Leben verschont geblieben und wir hätten keine Abhöraffären, und andere staatlich organisierten Unverschämtheiten. Auf der anderen Seite hätten wir aber auch kein Einwanderungsland der unbegrenzten Möglichkeiten und damit keinen Jazz, keinen Blues, keinen Frank Zappa und keinen Donald Duck...Die eindeutige Beurteilung der Auswirkungen des Jahres 1492 könnte sich schwierig gestalten....Wie ironisch, dass Columbus bis an sein Lebensende der Ansicht war, den Weg nach China gefunden zu haben.)

In "Monastery of La Rabida" agiert der Chor entsprechend sakral, für "City of Isabel" hat sich der Komponist bedächtig gespielte, keltische Arrangements für Mandoline und Geige ausgedacht. "Light and Shadow" wechselt zwischen bedrohlich ansteigenden und gefälligen Chorgesängen, begleitet von Pauken, künstlichen Streichern und echten Flöten. "Deliverance" gehört fast ausschließlich den Flamenco-Gitarren, während das lyrische "West Across the Ocean Sea" sehr leicht als New Age-Musik missverstanden werden könnte. "Eternity" bietet nach eröffnenden, wohl ethnisch gemeinten, suchend wirkenden Flöten-Einsprengseln lyrische und nicht besonders auffällige Orchestermusik. Wie in "Hispanola“ könnte ein Flamenco-Sänger klingen, der seinen Frust über eine lange Seereise hinausschreien muss. Aber um sein Leiden zu lindern wird er von English Chamber Choir abgelöst. Ohne nur einen Hauch von Ironie möchte ich respektvoll darauf hinweisen, dass die Kombination von Flamenco- und Chor-Gesang zusammen mit Bolero-artigen Rhythmen und den Synthesizer-Beiträgen des Meisters aus "Hispanola" doch ein originelles Stück macht. Das mystisch anmutende "Monica and the Horse" lebt durch orchestral arrangierte Verbindung von elektronischen und akustischen Instrumenten, während das romantische, für Piano, Harfe uns Streicher arrangierte "Twenty Eighth Parallel" das durch Henry Maske bekannt gewordene Thema wieder aufgreift. Und „Pinta, Nina, Santa Maria“ scheint die Einflüsse aus den vorausgegangenen Stücken zutreffend zusammenzufassen.

Wenn man nicht das aus allen Medien bekannte Titelthema mit dem Chor immer wieder hören müsste, könnte man "1492: Conquest of Paradise" immer wieder mit Vergnügen abspielen, falls man perfekt arrangierte Filmmusik zwischen bombastischen Chorgesängen, Orchester-Romantik und Fernweh genießen kann und dabei ein wenig New Age, etwas Folklore und einen kleinen Hauch "Prog" nicht störend findet. Vielleicht weil mir am Ende ein wenig die Sympathie für die koloniale Expansion der spanischen Krone fehlt, löst bei mir die bombastisch-romantische Begleitmusik zu diesem Anliegen gemischte Gefühle aus.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.12.2013
Letzte Änderung: 22.12.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Vangelis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Sex Power 8.00 1
1973 Earth 11.50 2
1973 L'Apocalypse des Animaux 8.00 1
1975 Heaven and Hell 12.50 2
1976 Albedo 0.39 14.50 2
1976 La fête sauvage 9.00 1
1977 Ignacio 7.00 2
1977 Spiral 11.00 2
1978 Beaubourg 13.00 1
1978 The Dragon 11.00 1
1978 Hypothesis 10.50 2
1979 China 11.00 1
1979 Opera Sauvage 12.00 1
1980 See you later 9.00 1
1981 Chariots of fire 12.00 1
1983 Antarctica 11.00 1
1984 Soil Festivities 10.00 1
1985 Invisible Connections 11.00 1
1989 Themes - 1
1990 The City 8.00 1
1994 Blade Runner 11.00 1
1995 Voices 10.00 1
1996 Oceanic 6.00 1
1998 El Greco 13.00 1
2001 Mythodea 11.00 1
2007 Blade Runner Trilogy, 25th Anniversary 11.00 1
2013 Vangelis and the Journey to Ithaka (DVD) - 1

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