SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
17.7.2018
Deafening Opera - Let Silence Fall
Ihsahn - Àmr
16.7.2018
Twelfth Night - Fact and Fiction
The Sea Within - The Sea Within
Mystery - Lies and Butterflies
15.7.2018
Ragnar Grippe - Sand
Klaus Schulze - Silhouettes
Malaavia - Frammenti Compiuti
14.7.2018
Pixie Ninja - Ultrasound
Jonathan - Jonathan
12.7.2018
Robert Reed - Sanctuary III
42DE - EP
Manfred Mann's Earth Band - Watch
11.7.2018
Hollowscene - Hollowscene
Seasons Of Time - Welcome To The Unknown
10.7.2018
Robert Reed - Sanctuary III
Space Debris - Mountain Ultimate
9.7.2018
3RDegree - Ones & Zeros : Volume 0
ARCHIV
STATISTIK
24781 Rezensionen zu 16966 Alben von 6608 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Lazuli

Tant que l'herbe est grasse

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 8.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Claude Leonetti leode
Gederic Byar guitar
Romain Thorel keyboards, french horn
Vincent Barnavol drums, marimba
Dominique Leonetti vocals, guitar

Gastmusiker

Fish vocals (on "J'ai trouve ta faille - Part II)

Tracklist

Disc 1
1. Déraille 4:36
2. Une pente qu'on dévale 5:11
3. Homo Sapiens 3:55
4. Prisonnière d'une cellule mâle 4:56
5. Tristes moitiés 3:20
6. L'éssence des odyssées 4:34
7. Multicolère 3:30
8. J'ai trouvé ta faille 6:21
9. Les courants ascendants 6:07
Gesamtlaufzeit42:30


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Das Leben ist nicht immer gerecht... wir Rezensenten sind es auch nicht immer. Gerne wird ja über Bands und Künstler abgeledert, die „immer dasselbe“ anbieten („more of the same“). Mag sein, dass das mitunter auch mit Recht passiert. Aber es gibt auch Bands, die genießen anscheinend einen besonderen Schutz. Die können schon mal fünf Studioalben mit einer durchaus sehr ähnlichen musikalischen Grundlinie unters Volk bringen... beschweren wird sich da niemand, also ich zumindest nicht. Lazuli schaffen dieses Kunststück mit ihrem fünften Studioalbum (das unbekannte verschollene Debüt wie immer nicht mitgezählt). Und das trotz des dramatischen Umbruchs in der Band-Besetzung zwischen dem dritten und dem vierten Album.

Aber diese besondere Mischung aus chansonesken Stimmungen, düster-melancholischen, teils auch dramatisch-geheimnisvollen Tönen, sphärischen Klängen, temperamentvoller Rhythmik, wuseliger Percussion, pulsierenden Ethno-Grooves und messerscharfen Gitarren- und Leode-Einlagen nutzt sich einfach nicht ab und ist schon was ganz besonderes. Die Melodien sind immer ein bisschen arabisch oder orientalisch angehaucht und versprühen damit einen angenehmen exotischen Charme. Der Lazuli-Klangkosmos mit seiner ganz besonderen Atmosphäre beherrscht also auch das neue Werk „Tant que l'herbe est grasse“ (so in etwa „Solange das Gras noch wächst“). Dazu kommt natürlich der ebenso theatralische wie ausdrucksstarke und dramatische Gesang von Dominique Leonetti.

Auf der Bühne agiert die überaus sympathische Band fast noch detailreicher als im Studio, denn Marimba und Waldhorn, die live durchaus eine Rolle spielen, sind im Studio kaum wahrnehmbar. Auch ist das Instrumental-Gewitter, welches die Band live in unnachahmlicher Art zu entfachen im Stande ist, im ruhigeren Studio-Umfeld etwas gebremst. Aber wahrscheinlich kann man alleine zu Haus einfach nicht so aus sich herausgehen, wie das vor einer jubelnden und feiernden Menge möglich ist.

Ex-Marillionär Fish gibt sich übrigens als Sanges-Gast kurz die Ehre... nett, aber sicherlich nicht essentiell.

So ist „Tant que l'herbe est grasse“ ein weiteres ganz typisches, mitreißendes, begeisterndes Album einer außergewöhnlichen Band.

Anspieltipp(s): Homo Sapiens, Les courants ascendants
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.4.2014
Letzte Änderung: 8.4.2014
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


Seit Jahren liegen mir Freundekollegen mit Lazuli in den Ohren. Die Band habe großartige Musik im Angebot und gebe fantastische, sehr unterhaltsame Konzerte. Nun endlich kann auch ich mich nicht mehr wehren und teste die Band mal an. Was ist dran an der großartigsten Band seit der Erfindung der Brostschneidemaschine?

"Déraille" setzt gleich den Standard: Ein melodiearmer Popsong in Moll, dem der Produzent einen massiven, schwergewichtig hallenden Sound verpasst hat, wodurch die Musik auch gleich sehr viel gewichtiger klingt.

New Artrock also. Schon wieder…

Dieses Muster wird nun in der Folge durchdekliniert: "Une pente qu'on dévale" zeigt die Band von ihrer folkigen Seite, "Homo Sapiens" dagegen ist ein Ohrwurm mit groovigem Riff. Mein erster Höhepunkt.

"Prisonnière d'une cellule mâle" ist, wie viele andere Songs auf diesem Album so ein New-Artrock-Wall-Of-Sound-Schwall. Minutenlang werden zwei Mollakkorde auf einer dominant in den Vordergrund gemischten Akustischen wiederholt, während der Rest der Band, in tiefen Hall getränkt, im Hintergrund für Atmo sorgt.

"Tristes moitiés" ist eine schöne, traumige Ballade in der Tradition von Renaissance (der Band) – für mich einer der wenigen Höhepunkte des Albums.

Aber schon "L'éssence des odyssées" ist wieder so ein schwalliger Soundwall, der, genau gehört, musikalisch kaum etwas zu bieten hat, und lediglich mit ordentlich Produktionstechnik und Hall aufproduziert wurde. "Multicolère" rockt zwar ein wenig mehr, aber im Grunde sind die Unterschiede marginal. Das Riff ist wieder ganz nett.

"J'ai trouvé ta faille" ist der nächste Langweiler, bevor "Les courants ascendants" uns mit einem weiteren simplen, aber überdimensional aufgeblasenen Bluesriff verabschiedet. Erinnerungen an Pink Floyd werden wach, auch das war ja eine Bluesband, die man mit allerlei Studiotricks auf Überlebensgröße aufgeblasen hatte.

Haben die Kollegen nun Unrecht? Sicher nicht. Die Band soll live ein echtes Erlebnis sein. Und das neue Album "Tant Que L`Herbe Est Grasse" ist, auch wenn es hier keinen Progressive Rock zu hören gibt, auf jeden Fall ein schönes Album mit kompetent geschriebenem französischem New Artrock. Das Schöne an Lazuli ist, dass ihr New Artrock sich nicht in langweiligem melodiearmem (aber eigentlich melancholisch gemeintem) Genöle genügt, sondern dass hier endlich mal eine New-Artrock-Band ist, die brauchbare, handfeste Songs schreiben kann, deren Melodien einem auch nach dem Verklingen des Albums noch im Gedächtnis bleiben. Für manchen Proghörer mag das allerdings die Definition von Popmusik sein – für solche Hörer ist Lazuli also eher nichts.

Wenn dieses Album typisch ist für den New Artrock Lazulis, und Thomas deutet das oben an, dann ist das für diese Musikrichtung sicherlich ein Gewinn, einfach wegen der kompetent geschriebenen, poppigen Tunes. Ein wenig Eingängigkeit tut dem oft allzu schwerfälligen New Artrock sicherlich gut. Mit Progressive Rock hat das aber nichts zu tun.

Anspieltipp(s): "Homo Sapiens", "Tristes moitiés"
Vergleichbar mit: New Artrock halt
Veröffentlicht am: 1.5.2014
Letzte Änderung: 2.5.2014
Wertung: 7/15
Meine persönliche Erkenntnis: Solche Musik wird nun also auch von Franzosen gemacht. Schön. New Artrock ist globalisiert. What's next?

Zum Seitenanfang

Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 4)


An anderer Stelle stand kürzlich zu lesen, dass nicht jedes neue Album „genial“ oder wenigstens „überragend“ sein kann. Das lassen wir jetzt mal für ein paar Augenblicke so stehen…

Gut 42 Minuten lang bieten uns Lazuli auf ihrem neuen Output ihren speziellen Artrock-Mix. Manch andere Band würde bei dieser Kürze vielleicht eher eine EP heraus geben. Ist die reduzierte Dauer Zufall oder geht Schreiber Dominique Léonetti etwa die kompositorische Puste aus? Steht Quantität überhaupt in unmittelbarem Kontext mit Qualität? Keine Fragen, die mit dieser Scheibe klar und eindeutig beantwortet werden.

Ein in weiten Teilen „typisches“ Lazuli–Album ist es jedenfalls geworden, wobei sich am ehesten ein Vergleich mit dem Vorgänger ‚4603 Battements‘ aufdrängt. Die Songs waren auch dort eher kurz und bündig gehalten. Und seit der personellen Umbesetzung hat man den Sound und die Struktur der Kompositionen fast identisch beibehalten, was dafür spricht, dass sich auch an der Musik-Philosophie des Komponisten Léonetti nichts geändert hat. Ethno- und Folkelemente spielen jetzt keine besondere Rolle mehr als Stilmittel, wogegen mit dem French Horn nun eifrig experimentiert wird. Das Ganze wirkt häufig stampfend rockig, weniger kunstvoll „verzwirbelt“. Lazuli musizieren kompakt wie eh und je und haben längst auch dann einen hohen Wiedererkennungswert, wenn sie ihre feinherben, dezenten chansonartigen Perlen einstreuen. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist Track 2.

Und doch strahlte ‚4603 Battements‘ etwas aus, das auf ‚L’Herbe‘ vermisst wird: es hatte vielleicht mehr atmosphärischen Tiefgang, die Kompositionen erschienen etwas kraftvoller und emotionaler. Die neue CD kommt beinahe ohne Überraschungsmomente daher. Alles schon da gewesen, alles so oder ganz ähnlich schon mal von Lazuli gehört, allerdings in gewohnter Qualität. Also reine Routine?

Wirklich alles wie früher? Nun, Léonetti ist erklärter Alt-Marillion-Fan. Da lag es wohl nahe, sich den verehrten ‚Fish‘ für eine Gastrolle zu angeln. Der große Schotte singt einen Teil auf ‚J’ai trouvé ta faille‘, dem einzigen wirklich anders klingenden Song. Ein durchaus erfrischendes Intermezzo.

‚Tant Que L’Herbe Est Grasse‘ ist kein überragendes Album, es fehlt der „letzte Kick“ und entfaltet deshalb keine dauerhafte Tiefenwirkung beim Rezensenten, aber es ist natürlich immer noch ein gutes Werk, das für den Lazuli-Fan eine Pflichtanschaffung ist und Anhängern des unkonventionellen Artrocks empfohlen wird.

Anspieltipp(s): J'ai trouvé ta faille oder Déraille
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.5.2014
Letzte Änderung: 10.5.2014
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Diese Band soll nicht nur live gut sein, sie ist es. Die haben eine Bühnenpräsenz, das ist sehr, sehr selten. Hab ich persönlich 2-mal erlebt. Leider halten die Studioalben da nicht mit, außer „Réponse incongrue à l'Inéluctable“. Da macht auch dieses Album keine Ausnahme. Es ist sicher nicht schlecht. Wenn man die Band aber live erlebt hat fragt man sich unweigerlich, wo die Magie hier bleibt.

Die Eintönigkeit ist das größte Problem der Band. Wenig Abwechslung, Wall of Sound, teils bis zur Schmerzgrenze überdrehter Sound. Da kommt dann eine Ballade wie TRISTES MOITIES fast wie eine Erlösung, obwohl auch die nicht unbedingt vor Kreativität strotzt.

Da die einzelnen Songs ja schon alle beschrieben worden sind, möchte ich mich kurz fassen. Songs wie der Opener DERAILLE oder L'ESSENCE DES ODYSSEES bieten eigentlich nichts von Wert. MULTICOLERE gibt es bereits in grün auf dem Album „Réponse incongrue à l'Inéluctable“ und das könnte man auch für andere Songs noch schreiben. Je, es ist jammerschade. Live sind die so toll, aber im Studio..........Da hilft es auch nicht, dass Fish als Gastsänger seine Visitenkarte abgibt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.12.2017
Letzte Änderung: 24.12.2017
Wertung: 7/15
zu flach

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lazuli

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Amnésie 10.00 1
2006 En avant doute... 11.50 2
2009 Réponse Incongrue à l'Inéluctable 12.00 4
2009 Six Frenchmen in Amsterdam : live at Paradiso (DVD) 12.00 2
2011 (4603 battements) 11.00 4
2013 Live @ l'Abeille rôde (DVD) 10.00 1
2016 Nos Âmes Saoules 12.00 3
2018 Saison 8 11.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum