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Asmus Tietchens

Nachtstücke

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1980 (CD-Reissue 2014, bureau b)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Egg
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Asmus Tietchens Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Erstes Nachtstück 5:17
2. Sieben Harmoniaturen 3:56
3. Falter-Lamento 6:18
4. Viertes Nachtstück 4:12
5. Intrada 1:47
6. Trekk 8:23
7. Lichterwald 5:35
8. Ultima Tundra 6:11
9. Zweites Nachtstück 5:38
Gesamtlaufzeit47:17


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


1977 hatte Peter Baumann Tangerine Dream verlassen, wohl um sich auf seine Solokarriere, aber auch seine Tätigkeit als Produzent und Tonstudio-Besitzer zu konzentrieren. Mit dem französischen Barclay-Label hatte er einen Vertrag über drei Alben abgeschlossen, auf denen von ihm produzierte, deutsche Elektronik zu hören sein sollte. Das Ergebnis waren "Con", "Jardin au Fou" und das hier zu rezensierende "Nachtstücke", die 1978, 1979 und 1980 auf dem Barclay-Unterlabel Egg veröffentlicht wurden.

Im Gegensatz zu den Alben von Schnitzler und Roedelius, die in Baumanns Paragon Tonstudios in Berlin aufgenommen wurden, beinhaltet "Nachtstücke" Material, welches von Asmus Tietchens (den man auf diesen Seiten vornehmlich als Teil von Dieter Moebius' Liliental-Projekts kennt) in den Jahren 1975 bis 1978 wohl meistenteils in Heimarbeit eingespielt worden war. Von Baumann überarbeitet und leicht gekürzt erschienen die Stücke dann (mit dem unteren, der beiden oben gezeigten Cover) auf LP, die den erweiterten Titel "Nachtstücke (Expressions Et Perspectives Sonores Intemporelles)" bekam.

Im Jahre 2003 wurden die Nummern erstmals in digitaler Form wieder veröffentlicht, auf einer inzwischen seltenen 2xCD des Labels Die Stadt, welche "Nachtstücke" mit unveröffentlichten, in den 60er Jahren entstandenen, von Tietchens zusammen mit Okko Bekker und Hans Dieter Wohlmann eingespielten Klangexperimenten (die den Titel "Adventures In Sound" bekommen hatten) kombinierte und noch vier Bonusnummern aus Tietchens Fundus beifügte. 2014 wurde "Nachtstücke" dann von bureau b auf einer Einzel-CD wieder aufgelegt, mit den Originalversionen Tietchens (ohne die Kürzungen Baumanns - die auch schon auf der Doppel-CD-Version wieder hergestellt worden waren), mit neuem Cover, aber ohne Bonusnummern.

Eher karge Krautelektronik, erzeugt mit allerlei verwobenen, monophon-analogen Synthesizerklängen, ist auf "Nachtstücke" zu finden, die eher an Düsseldorf und das Weserbergland erinnert als an Berlin (Tietchens kommt aus Hamburg), aber auch eher wenig mit dem späteren, meist recht experimentellen Schaffen Tietchens gemein hat. Sparsam instrumentiert, aber durchaus harmonisch und nach Melodien suchend kommt diese Musik aus den Boxen, selten angereichert mit leicht rhythmischen Mustern (wie im langen "Trekk"). Mal klingt das ein wenig nach C64-Videospiel (der Anfang der "Harmoniaturen" z.B.), mal nach frühen, eher sperrigen Elektronikexperimenten der 50er Jahre (der Rest der "Harmoniaturen" oder die "Nachtstücke"), mal nach einer etwas kantigeren Version der späteren Musik von Cluster ("Falter Lamento" z.B., oder "Lichterwald"), mal könnte man sich zu der Musik auch einen SF-Streifen der frühen 60er Jahre vorstellen ("Intrada") und nicht selten (insbesondere in "Ultima Thule" und dem schon erwähnten "Trekk") klingt das Ganze sehr eigen, rauh-klangmalend, etwas unfertig und krautig-primitiv, dabei sehr verspielt, seltsam skurril und eben nächtlich-düster.

Wer elektronische Musik auch ohne mächtig wabernde Klangbögen und pulsierende Sequencermuster goutieren kann, wer eher (oder auch) die kleinformatig-vertrackte Elektronik von Cluster schätzt und sich nicht an einer eher sperrigen Produktion stört, der sollte einmal in Tietchens seltsamen Erstling reinhören!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2014
Letzte Änderung: 9.5.2014
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Asmus Tietchens

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 AK7+ 13.00 1

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