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Schattentantz

Galgenfrist

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Folk; Metal; sonstiges
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 6/15 (1 Rezension)

Besetzung

Aaron Awerkin Gesang,Gitarre,Bass
Lasse Lehmann Cello,Gesang
Imke Peters Flöten
Dominik Oelke E-Gitarre,Drehleyer,Gesang
Max Schilling Gitarre,Bouzouki,Schäferpfeife,Schalmey,Gesang
Sören Buchhold Bass,Gesang
Frederik Ehmke Schlagwerk,Hümmelchen,Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Ouwe
2. Die Hexe
3. Schattentantz
4. Cernunnos
5. Winterszeit
6. Im Lentz
7. Bauernknecht
8. Düsterschiff
9. Praeludium
10. Ein Blatt im Wind


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Deutschsprachiger, harmonisch-mehrstimmiger Gesang, Drehleier, Flöten, Schalmei, Dudelsäcke, Cello und Bouzouki zusammen mit Heavy Metal-Gitarren? Das wird wohl nicht die einleuchtendste aller Kombinationen sein, die man sich vorstellen könnte : ungewohnt und kontrovers klingt sowas allemal.

Als interessantes Beispiel dieses Versuchs zwei inkompatible Stilrichtungen verschmelzen zu lassen, könnte man die Metal-Version von "Ouwe" nennen, einem Song von Walther von der Vogelweide, der als einer der bedeutendsten Minnesänger gilt. Ansonsten beinhaltet die Platte bis auf "Bauernknecht" ausschließlich Eigenkompositionen.

Der Titeltrack kommt ohne moderne Sounds aus, es handelt sich dabei um einen wir-tanzen-jetzt-mal-alle-zusammen-im-Kreis-Song, den auch z.B. Blackmore's Night wohl gerne aufführen würden. Gesangsmelodisch ähnlich verhält es sich mit "Bauerknecht", das sich allerdings wieder hammerartiger Gitarrenriffs bedient. Auf diesem Track beginnt die unmöglich wirkende Synthese der zwei gegensätzlichen Musikwelten sogar teilweise zu gelingen. Interessant in dieser Hinsicht kommt mir auch "Düsterschiff" vor, das sogar recht proggig wirkende Instrumentalpassagen für Gitarren und Cello beinhaltet. Mit "Ein Blatt im Wind" folgt eine Art Minnesänger-Heavy-Ballade. Schon zum schmunzeln, was Schattentantz da veranstalten.

Am besten finde ich Schattentantz, wenn sie akustische Instrumentalmusik machen, so wie beispielsweise auf "Winterszeit", und zwar mit Gitarren, Flöten und Schalmei, oder im Falle von "Im Lentz", was wirklich stimmungsvolle Momente der Uralten Tanzbarkeit bzw. des Mittelalters heraufbeschwört. Es gibt auf "Galgenfrist", dem Erstlingswerk der Band, auch zwei recht schwache Songs zu beklagen: "Cernunnos" und "Die Hexe" halte ich beide für eine melodisch mißlungene Ansammlung von Klischees.

Falls man, so wie ich, eine gewisse Schwäche sowohl für Heavy Metal als auch für mittelalterliche Musik mitbringt, erscheint einem dieses Experiment wahrscheinlich recht sympathisch. Es geht hier bisweilen recht rauh zu, Klassik-Freunde oder puristisch eingestellte Anhänger der mittelalterlicher Musik werden wohl entsetzt den Raum verlassen.

Das Teil dürfte also überwiegend tolerante Metalfans ansprechen, die für dieses Genre typische riffige Gitarren gerne mit mittelalterlicher Melodik kombiniert sehen. "Galgenfrist" bleibt für mich ein netter Spaß, vor allem für bunte Burgtreffen und ähnliche Festivitäten geeignet. Allzu ernst darf man dieses Projekt wohl auch nicht immer nehmen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.6.2002
Letzte Änderung: 21.6.2002
Wertung: 6/15

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