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24281 Rezensionen zu 16596 Alben von 6469 Bands.
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Locanda delle Fate

Forse le lucciole non si amano più

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
(Archiv-Tipp 12/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 12.4/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Giorgio Gardino Schlagzeug, Vibraphon
Luciano Boero Bass, Orgel
Ezio Vevey Gitarre, Gesang, Flöte
Alberto Gaviglio Gitarre, Gesang
Michele Conta Keyboards
Oscar Mazzoglio Keyboards
Leonardo Sasso Gesang

Tracklist

Disc 1
1. A volte un istante di quiete 6:31
2. Forse le lucciole non si amano piu 9:48
3. Profumo di colta bianca 8:25
4. Cercando un nuovo confine 6:41
5. Sogno di estunno 4:41
6. Non chiudere a chiave le stelle 3:34
7. Vendesi saggezza 9:37
8. New York   (Bonustitel von 1978) 4:35
Gesamtlaufzeit53:52


Rezensionen


Von: Heiko Westhagen @ (Rezension 1 von 5)


Nicht schon wieder Italiener.... höre ich da einige sagen. Mir ist unerklärlich, warum die italienische Progszene von vielen gering geschätzt wird oder unbeachtet bleibt. Natürlich gibt es unter den zahlreichen italienischen Veröffentlichungen auch ne Menge Schrott, aber gerade hier lassen sich auch unglaubliche Schätze entdecken.

Kaum eine andere Nation hat in den 70'ts so viele potentielle Klassiker hervorgebracht. Hier warten einige kleine Kunstwerke darauf, richtig gewürdigt zu werden. Der ein oder andere kennt durchaus die Großen wie Banco, PFM oder Le Orme, aber wer hat schon Semiramis oder RDM auf seinen Hitlisten stehen?

Schaut mal auf die Gnosis-Ratings, hier werden zurecht die Topplätze von Italoprogscheiben überflutet. Als kleiner Leitfaden was es hier wieder zu entdecken gilt, gibt's von mir ne kleine Serie über 70'ts Klassiker.

Italoprog Teil 1: Locanda delle Fate Diese Band fiel wie viele andere der aufstrebenden Punkwelle zum Opfer. So blieb ihr 1977 erschienenes Album leider auch ihr einziges. Das hat's aber in sich!

Hier gibt es wunderschön verspielten Progressiv-Artrock. Der Sound von LDF lebt von den dominierenden Keyboard - Flöten Duetten, welche die Grundlage für ihre leicht vertrackten aber stets hoch melodischen Songs bilden. Die ganze Platte ist von einem zarten mediterranem Flair durchzogen, der durch den verstärkten Einsatz akkustischer Instrumente wie Piano oder der bereits erwähnten Flöte sowie dem warmen italienischen Gesang erzeugt wird.

Obwohl die Grundstimmung recht ruhig und träumerisch ist, wird es nie langweilig. Denn hört man sich dieses Album öfter an, so entdeckt man immer mehr die feinen verschachtelten Strukturen. Wer sich eine Mischung aus Banco und komplexeren Eris Pluvia vorstellen kann, bekommt eine Ahnung was ihn erwartet (eine weitere neuere Band, die in eine ähnliche Kerbe schlägt, sind Sithonia).

Von dem italienischem Gesang sollte man sich nicht abschrecken lassen, paßt der doch hervorragend zum Gesamtbild des Albums. Als Bonus hat diese Scheibe auch noch ein wirklich sehr schönes Cover.

Insgesamt sollte jeder Fan des 70's Prog dieser Scheibe ne Chance geben. Es lohnt sich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.6.2002
Letzte Änderung: 22.6.2002
Wertung: 12/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 5)


Warum sollte man solch eine hervorragende Band wie Locanda delle Fate wegen ihrer italienischen Herkunft ignorieren? Gerade die Tatsache, dass hier der Gesang selbstverständlich in der Landessprache gehalten ist, kann als ein großer Pluspunkt angesehen werden. Zu dem erlesenen Symphonic Rock der Band passt wirklich kaum eine andere Sprache derart perfekt wie die romanische Heimatsprache. Somit fügt sich die sonore Stimme von Leonardo Sasso hervorragend in den mediterranen Wohlklang ein und verleiht den Kompositionen ein großes Maß an Pathos und Gefühl. Auch nach der kurzen Hochphase des italienischen Progressive Rocks ist der Formation aus dem Piemont eine Sternstunde des Italo-Progs gelungen, die jedem Freund der melodischen Variante der progressiven Rockmusik ans Herz gelegt werden kann.

Selten konnte eine Band mit solch einem ausgeprägten Gespür für filigrane Arrangements glänzen, die zu einem edlen Gesamtsound beitragen. Jeder der hieran beteiligten Akteure hat seinen eindrucksvollen Beitrag zum Gelingen dieses symphonischen Geniestreiches beigetragen und sein Können gänzlich in den Dienst eines in sich geschlossenen Gesamtwerks gestellt. Ohne jetzt in den Vordergrund zu treten, fügt sich jedes einzelne harmonische Mosaiksteinchen zu einem Album von einer kaum in Worte zu fassenden musikalischen Schönheit zusammen. Dabei ist den Italienern das seltene Kunststück gelungen, bei all dem praktizierten Schönklang zu keinem Zeitpunkt in triviale oder gar schwülstige Gefilde abzudriften.

Als absolutes Highlight sei der Titel "Profumo di colla bianca" hervorgehoben, der alle Elemente des mannigfaltigen Symphonic Sounds vereint. Farbige Keyboardflächen erzielen hier zusammen mit schwelgerischer Saitenbearbeitung einen wahrhaft erhabenen Gesamteindruck. Über diesem fein gesponnen Geflecht thront dann der klare Gesang in beeindruckender Manier und verlieht dem Ganzen eine von Wehmut geprägte Atmosphäre. Hier ist aber zu betonen, dass der Sound keinesfalls in die Richtung von plakativer "Gefühlsduselei" tendiert, sondern sich dem Hörer vielmehr ein stimmungsvolles und farbenfrohes Soundgemälde in seiner ganzen opulenten Schönheit offenbart. Musik kann kaum berückender sein.

Anspieltipp(s): Profumo di colla bianca
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.8.2003
Letzte Änderung: 31.8.2003
Wertung: 14/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 5)


"Wohlfühl-Sound", das trifft's. Und das ist für mich auch ein kleiner Kritikpunkt an dieser - zweifellos guten und empfehlenswerten - Scheibe: manchmal übertreibt es die Band mit den einschmeichelnden Keyboards und den schwelgenden Gitarren. Ein Vergleich mit dem späteren Neoprog wäre nicht ganz aus der Luft gegriffen.

Wie gesagt, es handelt sich hier um ein gelungenes und empfehlenswertes Album, für das Jahr 1977 keine Selbstverständlichkeit, zu den großen Klassikern des italienischen Prog gehört es für mich aber nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.6.2006
Letzte Änderung: 3.8.2011
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 4 von 5)


Weil ich ja des öfteren über "moderne" italienische Bands schreibe: Erst kürzlich habe ich "Forse le lucciole non si amano più" von Locanda delle Fate für mich entdeckt... Tja, die "Alten" können es halt doch noch ein bisschen besser als ihre neuen Epigonen. "Forse le lucciole non si amano più" lässt sich wirklich eigentlich nur mit dem einen Wort beschreiben: "Wunderschön".

Aber nur schöne Musik macht nicht den Klassiker aus. Was dieses Album in meinen Ohren so besonders macht, ist, dass es Locanda delle Fate über all dem Wohlklang schaffen nicht langweilig und beliebig zu werden. Nein, die Leidenschaft des Vortrags ist in jeder Minute der Musik zu spüren, die Doppelbesetzung von Tasten und Saiten wird weidlich ausgenutzt, immer wieder erfreuen kleine Gimmicks das Ohr. Für mich ist "Forse le lucciole non si amano più" ein wahrhaftes spätes Meisterwerk italienischer Prog-Leidenschaft...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.4.2007
Letzte Änderung: 1.8.2011
Wertung: 13/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 5 von 5)


In den 80ern gab es einen Grundsatz in der neuen Prog-Szene: bevor du dir die achte Marillion Picture-Disc kaufst, gebe dein (Taschen-)Geld lieber für kleinere Bands und seltene Prog-LPs aus. Dieser Grundsatz kam mir wieder während der Veröffentlichungsflut der Herrn Stolt & Morse in den Sinn. Wer den Gedanken nachvollziehen kann und auf der Suche nach tollem 70s Prog anstelle der x-ten Doppel-CD einer bekannten Band ist, sollte sich auf die Suche nach „Forse le lucciole non si amano più“ begeben. Handeln statt Reden! Kaufen, hören und gut finden.

Die Tatsache, dass ich nun der sechste Schreiber bin, der dieses Werk ob seiner Schönheit und tollen Musik lobt und davon berichtet, deutet darauf hin, dass dieses Werk etwas Besonderes sein muss. Ich möchte es dabei belassen, dass unglaubliche Stück „Sogno di Estunna“ zu loben. Die eine oder andere Progband machte sich schon (im Spaß) daran, ein komplettes Progressive Rock-Stück von viereinhalb Minuten Dauer zu schreiben. Ich weiß nicht, ob die italienischen Feen dies im Kopf hatten, als sie „Sogno di Estunna“ komponierten. Sie schaffen es nämlich in weniger als fünf Minuten schöne Instrumentalpassagen, Stimmungswechsel, einen Spannungsbogen und tolle Gesangsmelodien zu packen, wie ich es selten gehört habe. Progressive Rock pur in 4:41. Respekt.

Schön wäre es nun auch zu schreiben, dass obendrein noch ein tolles Cover den Hörgenuss optisch abrundet . Das Cover jedoch ist leider etwas...simpel. Naja, immerhin ist es gut gemeint und tut dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch. Fans des guten alten Progressive Rock sollten unbedingt ein Ohr riskieren.

Anspieltipp(s): Sogno di Estunna
Vergleichbar mit: Italienische Genesis (irgendwo zwischen den beiden Alben Trespass und Trick)
Veröffentlicht am: 30.10.2009
Letzte Änderung: 16.12.2010
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Locanda delle Fate

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Live 11.00 1
1999 Homo homini lupus 5.00 1
2012 The Missing Fireflies 9.67 3

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