SUCHE
Erweiterte Suche
Leitfaden: Italienischer Prog der 70er Jahre
Area
Banco del mutuo soccorso
Il Balletto Di Bronzo
Il Rovescio Della Medaglia
Le Orme
Locanda delle Fate
Museo Rosenbach
New Trolls
Osanna
Picchio Dal Pozzo
Premiata Forneria Marconi
Persönliche Tips
Arti & Mestieri
Celeste
Franco Battiato
Jumbo
Pierrot Lunaire
STATISTIK
24781 Rezensionen zu 16966 Alben von 6608 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Il Rovescio Della Medaglia (RDM)

Contaminazione

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; HardRock; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: RCA
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Enzo Vita Guitars
Pino Ballarini Vocals, Flute
Stefano Urso Bass
Gino Campoli Drums
Franco Di Sabbatino Keyboards
Luis Enriquez Bacalov Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Absent for this consumend World 1:17
2. Ora non ricordo piu 3:41
3. Il suono del silenzio 3:32
4. Mi sono svegliato e..ho chiuso gli occhi 3:56
5. Lei sei tu: Lei 2:04
6. La mia musica 4:10
7. Johann 1:23
8. Scotland Machine 3:06
9. Cella 503 3:17
10. Contaminazione 1760 1:04
11. Alzo un muro elettrico 2:42
12. Sweet Suite 3:12
13. La grande fuga 2:59
Gesamtlaufzeit36:23


Rezensionen


Von: Heiko Westhagen @ (Rezension 1 von 3)


Contaminazione ist wohl eines der interessantesten Werke des Italoprog. RDM kommen eher aus der Hardrock Ecke und haben auf ihren ersten beiden LP's minimalistischen harten Gitarrenrock mit fast mathematischem Charakter geboten. Um so erstaunlicher ist ihre Auseinandersetzung mit dem Lebenswerk von J.S. Bach.

Das Werk basiert auf Bach's 'Wohl temperiertem Klavier', und ist eine intellektuelle Herausforderung für den Zuhörer. Herausgekommen ist bei dem ganzen, eine recht anspruchsvolle Interpretation von progressivem Klassikrock einer Gitarrenband (keine Bange, es gib reichlich Keys).

Contaminazione ist nicht leicht zu verdauen, und zwingt zum intensivem zuhören. Gerade weil RDM keinen Prog Background hatten ist diese Scheibe eine gelungene Abwechslung zu anderen Klassikrockern wie Nice oder ELP, da RDM ihre Musik eher aus der Stille heraus entfalten als auf bloßen Bombast zu setzen.

RDM nehmen ihre Sache sehr ernst, so wurde z.B. auf der Innenseite der LP eine wissenschaftliche Abhandlung über Bach abgedruckt. Jedoch macht gerade diese Ernsthaftigkeit die Band eher schwer zugänglich, und lädt nicht gerade ein sich mit ihr zu beschäftigen.

Dies sollte man aber tun, den es lohnt sich wirklich sich mit diesem Werk auseinander zu setzen. Contaminazione ist vielleicht eine der unterbewertesten Scheiben des Prog, ist aber bestimmt auch nicht jedermanns Sache. Auf jeden Fall sollte man Contaminazione mal gehört haben. Und für diejenigen unter Euch die nur auf Englisch können gibt's das ganze auch als Contamination (1975).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.6.2002
Letzte Änderung: 11.3.2006
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


Auch wenn "Contaminazione" im neoklassisch-pompösen Italoprog daherkommt, ist doch eindeutig, dass Il Rovescio della Medaglia stilistisch im Hardrock beheimatet waren. Der Hang zu griffiger Saitenbearbeitung und rockig-hymnischer Melodik tritt doch immer wieder zum Vorschein. Dieses Rockfundament wurde mit reichlich neobarocken Schnörkeln versehen. Als stilistisch vergleichbare Band können die Landsleute New Trolls mit ihrem Album Concerto grosso per i New Trolls genannt werden, die es auch verstanden hatten, treibende Rockrhythmen in ein süßliches Neoklassikgewand zu hüllen.

Insgesamt ist "Contaminazione" durchaus gelungen, wird aber zu Unrecht spontan in die Riege der Meisterwerke des Italoprogs eingereiht. Bei aller unzweifelhaft ambitioniert in Szene gesetzten Verquickung aus Rock und Klassik offenbaren die Kompositionen aber auch grundsolides und bisweilen sogar biederes Handwerk.

Gerade die barocken Orchesterarrangements treten doch eine Prise zu harmonierverliebt und süßlich zum Vorschein. Die weichen Streichereinsätze lassen Titel wie "Lei sei tu lei" phasenweise doch in einem zu schwülstigen Licht erscheinen. Wenn sich dann im nachfolgenden "La mia musica" hierzu noch herzerweichende Gesangseinlagen gesellen, ist die Grenze zum Terrain des Easy-Listening-Klassikrocks eindeutig überschritten. Dieser weich gespülte Belcanto hat mit einer positiv schöngeistigen Melodieführung im Sinne der symphonischen Variante der progressiven Rockmusik reichlich wenig zu tun. Gut, dies ist jetzt nicht direkt ein Ärgernis, dem Charakter eines "Meisterwerks" aber nicht würdig.

Im Titeltrack werden nach einem bezirzenden Flötenintro mit röhrendem Orgelsound rockig-stampfende Töne angestimmt, die von präzisen Hardrockriffs getragen werden.

Mit dem von schwirrenden Synthielinien getragenen „La grande fuga“ klingt ein insgesamt hörenswertes Album aus der kurzen Hochphase des Italoprogs aus, das fast durchweg als eines der absoluten Sternstunden dieser Stilrichtung bezeichnet wird. Im Grunde wird hier doch meist solides Rockhandwerk im Einklang mit symphonisch-barocker Opulenz geboten. Von einer "intellektuellen Herausforderung" - wie in Heikos Kritik zu lesen - kann angesichts der doch recht durchschaubaren Kompositionen kaum die Rede sein. Dafür haben Il Rovescio della Medaglia doch zu vorhersehbares Material vom Stapel gelassen. Folglich sind einige Alben des 70er Jahre Progressive Rocks aus dem Land südlich der Alpen diesem Output vorzuziehen.

Die Nähe zu den New Trolls wird auch angesichts der Tatsache deutlich, dass „Contaminazione" ebenfalls unter Mithilfe des argentinischen Komponisten Luis Enriquez Bacalov entstanden ist.

Anspieltipp(s): La grande fuga
Vergleichbar mit: New Trolls
Veröffentlicht am: 6.3.2006
Letzte Änderung: 6.3.2006
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Das ist mal wieder eine tolle CD-Veröffentlichung: nicht einmal Angaben zur Besetzung finden sich im spartanischen Beiheft. Etwas mehr Sorgfalt hätte dieses wunderbare Album mehr als verdient!

Man hört deutlich, dass RDM ursprünglich im Hardrock beheimatet waren, siehe z.B. die dreckig röhrende Orgel in Il Suono del Silenzio oder Alzo un Muro Elettrico, oder auch die immer wieder mal hervortretenden rockigen Gitarren. Soweit gebe ich Kollege Horst Recht. Begriffe wie "pompös" oder "süßlich" kann ich dagegen überhaupt nicht nachvollziehen. Gerade vom hohlen Bombast manch anderer Klassik-Rocker heben sich RDM wohltuend ab. Zwar wird es hier auch mal sakral-feierlich, aber stets auf geschmackvolle Art.

Erfreulicherweise gibt es auch genügend leisere Stellen, so z.B. im erwähnten Suono, wenn es nach rockigem Auftakt unvermittelt in ein Cembalosolo übergeht. Auch die Einsätze der namenlosen Streicher sind gelungen: sanft, aber nicht in süßlichen Kitsch abgleitend.

Der von Kollege Heiko verwendete Begriff "intellektuelle Herausforderung" ist vielleicht etwas hochgegriffen, aber ein tolles und empfehlenswertes Album ist es allemal. Gehört in jede Italo-Prog-Sammlung!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.6.2006
Letzte Änderung: 11.6.2006
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Il Rovescio Della Medaglia (RDM)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 La Bibbia 10.00 2
1972 Io come io 9.00 1
2014 Live In Tokyo - 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum