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Orchestra of the Upper Atmosphere

Θ2

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; Krautrock; Postrock; RIO / Avant
Label: Discus Music
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Martin Archer Organ, E-Piano, Electronics, Sax, Clarinets, Voice, Trumpet
Chris Bywater Organ, Synthesizer, Electronics, Samples, Percussion, Voice, Electric Violin
Steve Dinsdale Drums, Percussion, Synthesizer
frostlake Voice, Electronics, Glockenspiel
Yvonna Magda Electric Violin, Loops, Electronics
Walt Shaw Percussion, Voice Electronics
Terry Todd Bass, Effects, Voice
Mike Somerset Ward Flutes, Sax

Gastmusiker

Paul Schatzberger Violin
Heather Cordwell Violin
Aby Vulliamy Viola
Angela Rosenfeld Cello
The Divine Winds Martin Archer, Mick Somerset Ward
Juxtavoices 20 Voice Choir

Tracklist

Disc 1
1. Dominant growth direction 14:46
2. Paratacamite 12:14
3. Bilateral coordination activities are calming 5:48
4. Modus 11:11
5. Noctilucent 11:33
6. Space smells of strawberries 9:18
7. Across the atmospheric Eddies 14:36
Gesamtlaufzeit79:26
Disc 2
1. The breaking of bonds & the rearrangement of atoms 25:40
2. Curvature of the earth 14:22
3. RMMV Asturias 14:09
4. Potent lunation 23:02
Gesamtlaufzeit77:13


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Wow! Es wird also doch noch wirklich progressive Rockmusik gemacht! ... Und das Orchestra of the Upper Atmosphere (OUA) tut das auch auf seinem zweiten Album. Das O des Orchestra ist nun ein großes griechisches Theta und dementsprechend heißt der Zweitling "Θ2". Martin Archer hat die Besetzung der "Band" leicht erweitert, ansonsten sind hier die Musiker beteiligt, die schon auf dem Erstling zu hören waren, ergänzt - wie gehabt - um den Chor Juxtavoices, das La Garotte Streichquartett und die zum Duo geschrumpfte "Bläsertruppe" The Devine Winds.

"We aim, by scope, scale and creativity of our work, once more to astonish you", teilen die Musiker mit und das ist ihnen mit Sicherheit gelungen, sowohl was den Umfang, die Tragweite und die Kreativität des hier Gebotenen anbelangt. Aus zwei sehr gut gefüllten CDs besteht "Θ2" und um deren Inhalt wirklich gerecht zu werden, müsste man hier wohl mehrere Seiten an Text hinterlassen. Aufgenommen wurde die Musik von der OUA-Kernband, meistenteils live improvisiert, im November 2013. Danach wurden die Mitschnitte um viele weitere Tonspuren ergänzt (u.a. die Streicher und der Chor), bearbeitet und fertig abgemischt.

Das Projekt bezeichnet sich selbst als (Zitat) "an improvisation based rock group referencing the innovations of Terry Riley, Magma, Krautrock style explorations, Sun Ra and Alice Coltrane", was die Sache ganz gut trifft (wobei ich wenig Zeuhl höre), aber das klangliche Ergebnis auch nur unzureichend beschreibt. Ich würde als stilistische Referenzen noch Jazzrock und Canterburyartiges, zeitgenössische Kammermusik, Postrock und Elektronik hinzufügen. Aus all diesem formen Archer und Kollegen, ergänzt um sehr viel Eigenes, Freiformatiges, Schwebendes, Waberndes, Dröhnendes, Klangmalendes, Virtuoses und Kreatives, fast 160 Minuten an spannender, progressiver und dabei sehr unterhaltsamer, will sagen nicht übermäßig anstrengender oder schräger Musik.

Sehr farbig eingesetzte Elektronik und verschiedene Tastensounds bestimmen die musikalische Grundlage von "Θ2", über der sich allerlei weitere Klänge erheben, Bassmuster, Perkussives, Gebläse, Streicher und nicht selten die mysteriös-geheimnisvollen Textrezitationen und Gesänge der Juxtavoices. Allerlei solistische Ausflüge an Beblasenem und Geige gibt es zudem, immer wieder repetitiv-verspieltes Georgel à la Riley, flächige Einlagen des Streichquartetts und sehr viel Klang, Atmosphäre und Farbe.

Eher getragen und flächig gleitet die Musik voran, meist mächtig und voluminös, bisweilen rhythmisch rockend, mitunter eher freiformatig schwebend. Manchmal gerät das Gebotene zu einer Art Jammen à la Miles Davis (man höre "Modus" - natürlich mit solistischer, verfremdeter Trompete), verwandelt sich die Musik in ein verrocktes klassisches Ensemblewerk (z.B. in "Space smells of strawberries"), in retrokrautig-elektronische, experimentell-avantgardistische Soundlandschaften (man lausche "Bilateral coordination activities are calming") oder die Musiker dümpeln auch mal repetitiv-postrockig dahin ("Paratacmite" - mit "A-Rainbow-in-Curved-Air"-Terry-Riley-Orgel - sei als Beispiel genannt). Aber, es gibt hier sehr viel mehr zu entdecken, das alles zu beschreiben den Rahmen dieser Rezension sprengen würde.

"Θ2" steht dem Erstling von OUA kaum nach, bietet ähnlich dichte, intensive und abwechslungsreiche, einerseits verwandte, andererseits deutlich andere Klanglandschaften, die sich irgendwo im Grenzgebiet von Postrock, Elektronik, Avantgarde und zeitgenössischer Ensemblemusik befinden, die zudem diesmal stellenweise eine Spur jazziger ausgefallen sind. Um dem Debüt einen gewissen Innovationsbonus zu erhalten, gebe ich hier einen Punkt weniger. Das Fazit bleibt aber gleich: "Wer Krautig-Experimentelles, Elektronisch-Postrockiges, Minimalistisch-Hypnotisches, moderne Ensemblemusik und wirklich progressive Klänge schätzt, der sollte sich "Θ2" dringend besorgen!"

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.11.2014
Letzte Änderung: 21.5.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Orchestra of the Upper Atmosphere

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Orchestra of the Upper Atmosphere 14.00 2
2017 Θ3 13.00 1

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